Handyhilfe schafft Sicherheit: Lions-Clubs unterstützen Angebot der FBS Werra-Meißner
StartseiteLokalesWitzenhausenEschwegeStand: 10.09.2026, 19:41 UhrKommentareUns auf Google folgenIrmgard Speck liefert das passende Bild zur Spende gleich selbst: Sie nutzt ihre Smartphone-Kenntnisse, um die Übe...
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Stand: 10.09.2026, 19:41 Uhr
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Die Lions-Clubs Eschwege und Eschwege-Werratal unterstützen die Handyhelfer der Evangelischen Familienbildungsstätte Werra-Meißner. Die Nachfrage ist hoch.
Eschwege – Der Hautarzttermin muss über eine App vereinbart werden. Selbst beim Brötchenholen kommt inzwischen digitale Technik ins Spiel: Auch in Eschwege verändert sich der Alltag. Was vieles erleichtern soll, stellt Menschen ohne Übung am Smartphone vor neue Hürden. Wo muss ich tippen? Und was passiert, wenn ich etwas falsch mache? Damit ältere Menschen daran nicht scheitern, gibt es die Handyhelfer der Evangelischen Familienbildungsstätte, Mehrgenerationenhaus Werra-Meißner. Der Lions-Club Eschwege und der Lions-Club Eschwege-Werratal unterstützen die stark nachgefragte Beratung mit einer gemeinsamen Spende von 4000 Euro.
Wie viel die Hilfe bewirkt, erzählt Irmgard Speck, die sich von Handyhelfer Noah Sünder beraten ließ. Ihr Smartphone sicherer bedienen zu können, ermöglicht ihr wieder mehr Teilhabe und macht ihr Freude. Hinter einer verschickten Nachricht steckt eben auch die Erfahrung: Ich kann das selbst.
376 Menschen nutzten Handyhilfe 2025
Noah Sünder und Miriam Felsberg erklären, wie sich Kontakte speichern, Fotos über WhatsApp verschicken oder Kalender und Navigation nutzen lassen. Weil Vorkenntnisse und Fragen sehr unterschiedlich sind, hat die Familienbildungsstätte die früheren Kurse auf individuelle Beratung umgestellt. Ein über die Jahre entwickelter Smartphone-Wegweiser mit mehr als 100 verständlichen Seiten hilft, das Gelernte zu Hause nachzulesen und auszuprobieren. Neben technischem Wissen braucht es Geduld. Noah Sünder, der sich neben seiner Ausbildung engagiert, bringt sie mit. In Ruhe erklären, gemeinsam üben, auch etwas wiederholen: Dafür schafft die Beratung Raum. Das entlastet zugleich Angehörige, denen im Alltag nicht immer die Zeit dafür bleibt.
376 Menschen suchten im vergangenen Jahr Unterstützung, die Einrichtung verzeichnete insgesamt 1299 Kontakte. Das Durchschnittsalter der Ratsuchenden liegt bei 75 Jahren. Weiterhin gibt es Wartelisten.
Für FBS-Geschäftsführerin Gudrun Lang und Peggy Großkurth, Koordinatorin des Bereichs „Älter werden im Sozialraum“, gehört die Hilfe zur Daseinsvorsorge. Geld soll dabei keine Hürde sein. Die Lions-Spende ist ein Baustein der Finanzierung. Das Angebot ist kostenfrei; freiwillige Spenden tragen dazu bei, es aufrechtzuerhalten. Ergänzende Vorträge und Kurse widmen sich im Herbst der Internetsicherheit. Online-Banking und Online-Geschäfte bleiben von der Beratung ausgenommen.
Neue Idee kam bei Übergabe
Dr. Michael Gerloff, Präsident des Lions-Clubs Eschwege, möchte dazu beitragen, dass ältere Menschen auch in einer zunehmend digitalen Welt selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Mit Bernd Böttner, Präsident des Lions-Clubs Eschwege-Werratal, und dessen Stellvertreterin Dr. Angela Köhler setzt er zugleich auf Zusammenarbeit. Die Spendenidee entstand bei Gesprächen während der Jubiläumsfeier des Werratal-Clubs und folgt dem Lions-Gedanken, Kräfte für eine gemeinsame Sache zu bündeln.
Eine weitere Idee kam bei der Übergabe hinzu: Gebrauchte, zurückgesetzte Smartphones könnten Menschen zugutekommen, denen ein Gerät fehlt. Vorerst hilft die Spende, dass weiterhin jemand zuhört und erklärt. Damit aus unsicherem Tippen ein Stück selbstständiger Alltag wird.
Beratung und Kontakt: Die Handyhilfe wird auch in Bad Sooden-Allendorf, Hessisch Lichtenau und Großalmerode angeboten. In der Familienbildungsstätte Eschwege berät Noah Sünder freitags von 15 bis 18 Uhr. Eine vorherige Terminvereinbarung unter 0177/4 13 63 43 ist erforderlich. (Melani Salewski)