Hannes Franz trifft mit FC Penzberg auf seinen Ex-Verein Raisting
StartseiteSportAmateurfußballLandkreis WeilheimStand: 19.08.2026, 07:30 UhrKommentareUns auf Google folgenReise in die Vergangenheit: Johannes Franz ist mit seinem FC Penzberg beim SV Raisting zu Gast, den er z...
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Stand: 19.08.2026, 07:30 Uhr
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Der neue Trainer des 1. FC Penzberg gastiert beim SV Raisting. Zuvor hatte Johannes Franz in Raisting eine Ära geprägt und den Klub in der vergangenen Saison zum Klassenerhalt geführt.
Raisting/Penzberg – Einmal in seinem Leben hat Johannes Franz bislang den großen Fußballplatz in Raisting als Gegner betreten. Vor exakt 20 Jahren war das. Franz spielte für die Münchner Löwen und der SV Raisting richtete das große Finale im Merkur CUP aus. An diesem Mittwoch (19. August) kommt er nun wieder als Gast. „Wird sehr, sehr komisch, in die Gästekabine zu gehen“, sagt der Fußballtrainer, mittlerweile in Diensten des 1. FC Penzberg. Wobei ihm das ganze Aufsehen um seine Person nicht gelegen kommt. Er hat gerade genug Angelegenheiten im eigenen Laden zu regeln.
Johannes Franz hat in Raisting eine Ära geprägt wie zuvor nur Charly Thalmeir
Kollege Peter Bootz sieht dem Aufeinandertreffen – Anstoß in Raisting ist um 18.30 Uhr – mit der Gelassenheit des Alters entgegen. Er hat ja schon alles in diesem Geschäft erlebt, er sagt: „Ich bin da emotionslos, für den einen oder anderen Spieler ist das aber nicht so.“ Hannes Franz hat die vergangenen zehn Jahre des SVR geprägt, wie es vorher wohl nur Charly Thalmeir getan hat. Jüngstes Kapitel: der direkte Klassenerhalt in der vergangenen Saison, den nicht viele den Raistingern zugetraut hatten. Vor dem Wiedersehen mit dem ehemaligen Trainer, sagt Peter Bootz, ist die Motivation nach oben gestiegen. „Sie wollen gegen ihren Ex-Coach ein gutes Spiel abliefern“, sagt der Nachfolger.
Raistings neuer Trainer Peter Bootz hält den FC Penzberg für ein „Ausnahmeteam“
Peter Bootz’ Gedanken trugen ihn an andere Orte. Sie verharrten noch länger bei den beiden jüngsten Partien, jeweils knappe Niederlagen gegen Klubs auf Augenhöhe. Mit jeweils einem Punkt, sagt der Coach, „könnten wir die Sache gegen Penzberg anders angehen, das tut mir mehr weh“. Lediglich vier Spieltage hat es gebraucht, damit sich die erste Sedimentschicht absetzt. Waldeck-Obermenzing, Gilching und Penzberg – „das sind die Ausnahmeteams“, hält Bootz fest. Gegen die habe man bestenfalls eine kleine Siegchance. Wobei: Wenn nicht jetzt den FCP knacken, wann dann? Weiterhin bringt der Bezirksliga-Favorit gerade mal so eine Startelf zusammen. Für jeden Spieler, der zurückkehrt – am Mittwoch sind das Tino Reich und Sandro Porta –, fällt wieder einer aus. Dazu plagen sich Maximilian Berwein, Patrick Ochsendorf und Vendim Sinani mit ganz unterschiedlichen Blessuren herum. Wer von ihnen spielen kann? Am Tag davor ist das bislang nicht zu sagen. Immerhin: „Momentan bleibt uns ein Einsatz von Anfang an erspart“, witzelt Johannes Franz über sich und Co-Trainer Josef Siegert Junior. Noch bis einschließlich kommenden Samstag hält die Notlage an, danach folgt Entspannung.
Spieler fahren mitten in der Saison in Urlaub - für Peter mittlerweile „eher Standard“
Mit 64 Jahren ist Peter Bootz längst über den Scheitelpunkt an Empörung hinweg. Früher, weiß er, wühlte ihn auf, wenn die Spieler mitten in der Saison in den Urlaub düsten oder Trainings absagten. „Das lasse ich nicht mehr an mich ran“, sagt er mittlerweile. Als das große Reisen begann, legte er sich eine Datei am Rechner an, um den Überblick zu behalten. „Da brauchst du ja gleich einen Terminplaner“, scherzt er, wohlwissend, dass es den anderen Klubs ja nicht anders ergeht. „Ist auch in der Bezirksliga eher Standard“, notiert Bootz. Und selbst in den Ligen darüber klagen noch genug Vereine über diese Thematik. Mit Patriot Lajqi kommt einer zurück aus dem Urlaub, wird sich aber hinten anstellen müssen. Dabei hat er den routinierten Mann trotzdem gerne dabei, der früher ja auch für den FCP kickte.
Johannes Franz war bei beiden Heimspielen des SV Raisting vor Ort
In Penzberg erfreuen sich die Macher gerade an der neuen Leidensfähigkeit ihrer Mannschaft. Es war nun wirklich nicht vorherzusehen, dass ein Penzberger Team Spiele mit „Zusammenhalt, Teamspirit und Leben auf dem Platz“ zu sich zieht. Gegen Pullach, lobt Hannes Franz, sind „sehr viele über die eigene Grenze gegangen, haben mehr herausgeholt, als im Tank war“. Genauso überstehe man Phasen der (personellen) Schwäche. Welche Hürden seine Mannen allerdings in Raisting – Stichwort: Kampffußball – erwarten, kann niemand besser transportieren als Hannes Franz selbst. Er hat sie zu Mentalitätsmonstern gedrillt über die Jahre. Das hat er auch schon aus nächster Nähe betrachtet: Bei beiden bisherigen Raistinger Heimspielen war er als Zuschauer vor Ort – nun kommt er als Gegner.