Hessen meldet Rekordsommer doch die Daten aus dem Landkreis sagen etwas anderes
StartseiteLokalesRotenburg / BebraBad HersfeldStand: 19.09.2026, 08:01 UhrKommentareUns auf Google folgenHeiß und trocken war der Sommer 2026 auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg – ein Rekordsommer war er hier ...
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Stand: 19.09.2026, 08:01 Uhr
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Der Sommer 2026 war im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu warm – aber kein Rekord. Im Juli fiel mit 22,2 Millimetern nur ein Viertel des üblichen Regens.
Hersfeld-Rotenburg – Nach Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) war der Sommer 2026 in Hessen der heißeste seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg gilt dieser Rekord allerdings nicht. Zwar war auch hier der Sommer deutlich zu warm und vor allem im Juli außergewöhnlich trocken. Mehrere frühere Jahre waren nach Auswertung der Arbeitsgemeinschaft für Landwirtschaft und Wasserqualität (AGLW) aber noch heißer.
„Ich kann den Sensations- und Panikmodus für unsere Region nicht bestätigen“, sagt Philipp Pfister von der AGLW mit Blick auf die hessenweite Bilanz. In Hersfeld-Rotenburg seien etwa die Sommer 2015, 2018, 2019 und 2022 noch heißer gewesen. Ein deutlicher Trend zu höheren Temperaturen sei in den vergangenen Jahren dennoch erkennbar gewesen.
Im Mittel lagen die Temperaturen von Juni bis August in diesem Jahr bei rund 18,6 Grad im Landkreis. Das langjährige Mittel der Jahre 1990 bis 2024 beträgt für diese drei Monate etwa 17,5 Grad. Besonders deutlich fiel die Abweichung im Juni aus: Statt durchschnittlich 16,7 Grad wurden 18,7 Grad gemessen. Im Juli waren es 19,1 statt 18 Grad, im August 18,1 statt 17,9 Grad.
Auch bei den Hitzetagen liegt der Sommer 2026 nicht an der Spitze. Bis Ende August wurden im Kreis 23 Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad gezählt. 2019 waren es 24, im Jahr 2022 insgesamt 31 und im Hitzesommer 2018 sogar 34.
Deutlich auffälliger fällt die Niederschlagsbilanz aus. Von Juni bis August kamen im Kreis insgesamt 151,2 Millimeter Regen zusammen. Im langjährigen Mittel wären es 214,3 Millimeter gewesen. Damit fehlten im meteorologischen Sommer rund 63 Millimeter Niederschlag.
Verantwortlich dafür ist primär der Juli. In diesem Monat fielen nach den aktuellen AGLW-Daten lediglich 22,2 Millimeter Regen – üblich wären 84 Millimeter. Das entspricht einem Defizit von 61,8 Millimetern. Auch der Juni war etwas zu trocken: Statt durchschnittlich 61,7 Millimetern fielen 54,3 Millimeter, also 7,4 Millimeter weniger. Der August fiel dagegen etwas nasser aus als im langjährigen Mittel: 74,7 Millimeter standen durchschnittlich 68,6 Millimetern gegenüber.
Schon Anfang August hatte Pfister auf das Niederschlagsdefizit hingewiesen. Von November 2025 bis Ende Juli 2026 fehlten gegenüber dem langjährigen Mittel bereits 165,6 Millimeter Regen. Die Folgen zeigten sich unter anderem an trockenen Böden und niedrigen Wasserständen. Die Niederschläge im August hätten die Lage im Oberboden etwas entspannt, sagt Pfister. Bleibt auch der Rest des Jahres zu trocken, könnten die Folgen 2027 früher und stärker auftreten. (Von Carolin Eberth)
Hessenweite Bilanz deutlich extremer
Nach Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) seien sowohl der Juni als auch der gesamte meteorologische Sommer 2026 in Hessen die wärmsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 gewesen. Gleichzeitig sei der Juli der trockenste Juli seit Messbeginn gewesen. Die Durchschnittstemperatur des Sommers habe 3,7 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 gelegen. Im Juni habe die Abweichung sogar 4,4 Grad betragen.