Pisa-Misere in Deutschland wegen Migration? – „Zeit, mal kurz ehrlich zu sein“

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Pisa-Misere in Deutschland wegen Migration? – „Zeit, mal kurz ehrlich zu sein“

Stand: 13.09.2026, 18:57 Uhr

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Deutschlands Schülerinnen und Schüler schneiden bei PISA wieder einmal so schlecht ab wie nie – doch woran liegt das wirklich? Hingehört! Die Leser-Diskussion der Woche.

München – Lesen, Rechnen, Naturwissenschaften: Die neuesten PISA-Ergebnisse sind ein neuer Tiefpunkt. Wieder einmal schnitten 15-Jährige in Deutschland schlechter ab als zuvor. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus überrascht das nicht – er sieht einen wesentlichen Grund in gescheiterter Integrationspolitik.

Wiederholte PISA-Enttäuschungen belegen: Das deutsche Schulsystem krankt, den einen Grund kann es dafür kaum geben.

Wiederholte PISA-Enttäuschungen belegen: Das deutsche Schulsystem krankt, den einen Grund kann es dafür kaum geben. © Marcus Brandt/picture alliance/dpa

„Potenziert wird der Verfall durch eine Schülerschaft, der es zu erheblichen Teilen an den sprachlichen und motivationalen Voraussetzungen für Schulerfolg mangelt“, sagt er dem Münchner Merkur von Ippen.Media. Sein Urteil ist hart: „Deutschland ist schon lange keine Bildungsnation mehr.“

Deutschlands schlechte PISA‑Ergebnisse: Für viele Leserinnen und Lesern greift Migrationsargument zu kurz

Doch diese Erklärung kommt bei vielen nicht gut an. In der Leserschaft regt sich Widerspruch: Einseitige Schuldzuweisungen träfen „nur selten den wahren Kern des Problems“, heißt es in den Kommentaren zum Interview mit Kraus. Ein Leser merkt an: „Die PISA-Misere schwelt nun schon seit bald 30 Jahren vor sich hin. Lehrerschaft und Ministerien hätten lang genug Zeit gehabt, wirksame Änderungen in Kraft zu setzen.“ Lenkt die Migrationsdebatte nur davon ab, dass das System selbst seit Langem krankt?

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Ein anderer Blickwinkel richtet sich auf das Elternhaus. Schulen müssten heute Erziehungsaufgaben übernehmen, die eigentlich Aufgabe der Familie seien, bemängelt ein Kommentator. Und das fresse Zeit, die dann beim Unterricht fehlt. Klingt plausibel, greift vielen aber ebenfalls zu kurz: Denn wer entscheidet, welche Kinder überhaupt eine Chance bekommen?

Woran krankt Deutschlands Schulsystem? OECD-Studie belegt Einfluss

„Zeit, mal kurz ehrlich zu sein: Unser Bindungssystem ist schlecht“, legt ein Merkur-Leser den Finger in die Wunde. „Man sieht in den Daten deutlich, dass es hier viel mehr als in anderen Ländern darauf ankommt, wie es im Geldbeutel der Eltern aussieht.“ Und tatsächlich: Studien der OECD bestätigen, dass sozialökonomischer Status und Bildungserfolg der Eltern in Deutschland überdurchschnittlich stark über Bildungserfolg entscheiden.

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🧐 – Leider müssen die Schulen viel Erziehungsarbeit leisten, die vorrangig ins Elternhaus gehört. Diese Zeit fehlt natürlich für die eigentlichen Aufgaben der Schule.

🤔 – Einseitige Ursachen- und Schuldzuweisungen dieser Art treffen nur selten den wahren Kern des Problems. Die PISA-Misere schwelt nun schon seit bald 30 Jahren vor sich hin. Lehrerschaft und Ministerien hätten lang genug Zeit gehabt, wirksame Änderungen in Kraft zu setzen.

👨‍🔧 – Man kann die Klassen auch nach Leistungsniveau einteilen. Dann kommt eben eine Klasse schneller voran, die andere braucht noch einige Zusatzstunden.

☝️ – Zeit, mal kurz ehrlich zu sein: Unser Bindungssystem ist schlecht. Man sieht in den Daten deutlich, dass es hier viel mehr als in anderen Ländern darauf ankommt, wie es im Geldbeutel der Eltern aussieht.

Praktische Lösungsvorschläge gibt es auch: Leistungsklassen statt Einheitsbrei – wer schneller vorankommt, soll nicht gebremst werden, wer mehr Zeit braucht, soll sie bekommen. Erscheint pragmatisch, ist aber ebenfalls umstritten, weil frühe Selektion soziale Ungleichheit oft eher zementiert als löst.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass es die eine Ursache nicht gibt. Und vielleicht ist genau das das eigentliche Problem: Solange alle auf alle anderen zeigen, bleibt das Kind im Brunnen. Oder in diesem Fall: in einer Schule, die womöglich deutlich besser sein könnte. (moe)