Hinter den Kulissen: 110 Leute, 15.000 Euro: Mit eigener Bühne auf dem Campingplatz bei Nature One
Um die 70 privaten Bühnen haben die Camper bei Nature One 2026 auf dem Zeltplatz errichtet – sogenannte CampFloors. Wie viel Aufwand ist das? Eine märchenhafte Truppe gibt Einblicke.
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Hinter den Kulissen 110 Leute, 15.000 Euro: Mit eigener Bühne auf dem Campingplatz bei Nature One
Kastellaun · Um die 70 privaten Bühnen haben die Camper bei Nature One 2026 auf dem Zeltplatz errichtet – sogenannte CampFloors. Wie viel Aufwand ist das? Eine märchenhafte Truppe gibt Einblicke.
02.08.2026 , 17:17 Uhr
Marvin (zweiter von links) ist Teil einer Truppe Saarländer, die einen der CampFloors bei Nature One 2026 errichtet hat. Insgesamt sind es 110 Leute im Camp – die haben wir nicht alle fürs Foto zusammenbekommen.
Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer
„Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab ...“ So beginnt das Märchen von Schneewittchen. Die Geschichte des CampSnowwhite bei Nature One 2026 beginnt etwas anders, und zwar mit Kevin.
Kevin wurde einst bei Nature One von den Veranstaltern im Schneewittchen-Kostüm fotografiert, sehr zur Freude seiner Freunde. Von denen laufen jetzt mehrere im Schneewittchenkostüm im CampingVillage, dem Zeltplatz des Festivals, herum. Sie gehören zu einer Truppe Saarländer, die dort eine ganze eigene Bühne aufgebaut haben, auf der rund um die Uhr DJs spielen. Und diese Truppe nennt sich wegen Kevin eben CampSnowwhite.
CampFloors bei Nature One: Private Bühnen auf dem Zeltplatz
Die Saarländer sind lange nicht die Einzigen, die eine Stage auf dem Campingplatz aufgebaut haben. Die CampFloors, wie sich die privaten Zeltplatz-Bühnen nennen, sind ein fester Bestandteil von Nature One. 2026 gibt es um die 70 Stück. Hinter ihnen stecken zahlreiche engagierte Raver und monatelange Vorbereitung.
Die Bühne des CampSnowwhites bei Nature One, noch ziemlich früh am Donnerstag.
Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer
„Wenn wir hier wegfahren, fangen wir eigentlich schon wieder mit der Planung an“, sagt Marvin. Er ist einer von etwa 15 Organisatoren des CampSnowwhite. Zum Festival kommen aber noch viel mehr Leute mit, etwa 110 sind es dieses Jahr – „das hat sich einfach so ergeben“, meint Marvin.
Und wie hat es sich ergeben, dass die Truppe eine eigene Bühne aufbaut? Marvin erklärt: „Wir sind schon früher mit einer kleineren Gruppe hingefahren. Dann ist ein Kollege von mir dazugestoßen, der hat gesagt: ‚Nächstes Jahr ziehen wir das ordentlich auf.‘“
Einige Bewohner des Camps.
Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer
Camp Snowwhite bei Nature One 2026 kostet etwa 15.000 Euro
Gesagt, getan – vor zwei Jahren waren die Saarländer das erste Mal mit einem CampFloor bei Nature One, seit 2025 dann auch unter ihrem jetzigen Namen, CampSnowwhite. Günstig ist das nicht. Etwa 15.000 Euro kostet der Spaß für die ganze Truppe.
Die Bühne gehört zwar Marvin selbst, da er nebenberuflich in der Veranstaltungstechnik tätig ist. Es fallen jedoch viele weitere Kosten an, zum Beispiel für die Miettransporter und -Lkw, in denen das Equipment auf den Zeltplatz kommt. Auch Getränke für die ganze Gruppe werden gemeinsam gekauft.
Ein großer Posten ist zudem der Diesel für die Generatoren, mit denen der CampFloor betrieben wird. Zwei haben die Saarländer dabei, einer davon ist Ersatz, damit auch wirklich alles gut geht. Einen Stromanschluss gibt es nämlich nicht. Und, ganz wichtig: Von dem Geld werden auch eigene Dixis für die Gruppe gemietet.
Auf der Bühne des CampSnowwhites.
Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer
Aufbau der CampFloors bei Nature One 2026 schon seit Dienstag
Etwa 50 Leute aus dem Camp sind schon am Dienstag zum Aufbauen auf die Raketenbasis Pydna gefahren. Das CampingVillage hat zwar offiziell erst ab Mittwoch geöffnet, die CampFloors dürfen allerdings schon einen Tag früher errichtet werden.
Die privaten Bühnen werden dafür bei iMotion, also dem Veranstalter, angemeldet. „Man bekommt dann auch einen Platz zugewiesen, kann aber Vorschläge machen“, erklärt Marvin. Neben dem Aufbau galt es dann auch, zu koordinieren, wer wo im Camp sein Zelt aufschlägt – schließlich sind sie 110 Leute.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag galt im CampingVillage wegen der Anwohner noch Nachtruhe. Seit Donnerstag ist aber dann bis Sonntag an Ruhe nicht mehr zu denken. Auf den CampFloors legen durchgehend DJs auf, auch im CampSnowwhite. Die Saarländer mussten dafür nicht groß auf die Suche nach Künstlern gehen, die Lust haben. Die Artists fragen selbst bei ihnen an. „Wir haben so viele, die können wir gar nicht unterbringen an vier Tagen“, sagt Marvin.
Auf den CampFloors legen rund um die Uhr DJs auf.
Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer
Viele DJs im CampingVillage, viele DJs auf dem Festivalgelände bei Nature One 2026. Dort geht das offizielle Programm am Freitagabend los. Aber nicht mit allen Saarländern aus dem CampSnowwhite. Einige von ihnen gehen gar nicht erst aufs Gelände, sondern bleiben auf dem Zeltplatz – „es ist so 50/50“, schätzt ein Freund von Marvin. Schließlich haben die Saarländer die eigene Stage direkt vor der Nase, gekühlte Getränke und eigene Klos. Also fast schon wie im Märchen.