Hitzesommer: Klimawandel verursacht Rekordtemperaturen in Europas Meeren

Um zwei Grad hat der menschengemachte Klimawandel Forschern zufolge das Mittelmeer erwärmt, auch andere Küstengewässer sind zu warm. Das hat Risiken für Umwelt und Tiere. Qu...

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Hitzesommer: Klimawandel verursacht Rekordtemperaturen in Europas Meeren

Um zwei Grad hat der menschengemachte Klimawandel Forschern zufolge das Mittelmeer erwärmt, auch andere Küstengewässer sind zu warm. Das hat Risiken für Umwelt und Tiere.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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  1. August 2026, 13:53 Uhr

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Der Leuchtturm von La Coubre an der Atlantikküste im Südwesten Frankreichs: Der Golf von Biskaya hat einen besonders heißen Sommer erlebt. © Christophe Archambault/​AFP/​Getty Images

Die ungewöhnlich hohe Temperatur der Meere um Europa geht Forschern zufolge auf den menschengemachten Klimawandel zurück. An manchen Orten liege die durchschnittliche Wassertemperatur mehr als sechs Grad höher als die üblichen Temperaturen, schreibt ein internationales Forschungsteam der Organisation World Weather Attribution (WWA). An fast allen europäischen Küsten lagen die Temperaturen demnach deutlich über dem Durchschnitt des Zeitraums von 1990 bis 2020. Besonders stark betroffen sind demnach das westliche Mittelmeer sowie am Atlantik der Golf von Biskaya und die Iberische Halbinsel.

Die Forscher verglichen in ihrer Studie die Entwicklung der Juli-Temperaturen an der Meeresoberfläche mit Klimamodellen, um den Einfluss der menschengemachten Erderwärmung zu ermitteln. Demnach hat der Klimawandel im Mittelmeer eine Erwärmung um etwa 2 Grad verursacht. In der Region um den Golf von Biskaya und die westliche Küste der Iberischen Halbinsel gab es demnach eine Erwärmung um 1,4 Grad und im Gebiet um Irland und an der britischen Westküste um etwa 1,3 Grad. Im Juni waren die Meere so heiß wie noch nie.

Häufigere Hitzewellen, Rekorde weltweit

Der Klimawandel macht auch die Hitzewellen häufiger. Den Forschern zufolge erlebten 2026 bereits 90 Prozent der Küsten am Golf von Biskaya und der Iberischen Halbinsel Hitzewellen, im westlichen Mittelmeer waren es 80 Prozent. Die menschengemachte Erderwärmung liegt derzeit bei etwa 1,4 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Ohne sie wären demnach nur etwa 40 Prozent der Küsten und Halbinseln von Hitzewellen betroffen gewesen. Auch im östlichen Mittelmeer und in den Küstenregionen um Irland hätte es deutlich weniger Hitze gegeben.

Weltweit liegen die Meerestemperaturen derzeit auf Rekordniveau. Der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA zufolge lag die durchschnittliche globale Meerestemperatur Mitte August bei 21,16 Grad und damit 0,75 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020.

Gefahr für Umwelt und Tiere

Grund für die menschengemachte Erderwärmung ist hauptsächlich die Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle. »Wärmeres Wasser zum Schwimmen mag für Strandbesucher in kühleren Ländern wie meinem eigenen verlockend klingen«, sagt Co-Autorin Claire Bergin von der irischen Maynooth University. »Aber die Folgen für das Leben im Meer unter der Oberfläche sind ernster.«

Die Wärme der Ozeane ist auch deswegen gefährlich, weil sie die Ökosysteme und Nahrungsketten im Meer schädigen und mitunter auch die Bestände etwa von Meeressäugern und Seevögeln dezimieren könnte. Zudem könnten die hohen Wassertemperaturen die Entstehung schwerer Stürme begünstigen. Die Vereinten Nationen (UN) warnten vor einer sich verschärfenden Krise und forderten ein »dringendes Handeln«.