Hohe Erwartungen als Belastung?: Der FC Homburg steht wieder und wieder vor derselben Frage

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Hohe Erwartungen als Belastung?: Der FC Homburg steht wieder und wieder vor derselben Frage

Hohe Erwartungen als Belastung? Der FC Homburg steht wieder und wieder vor derselben Frage

Homburg · Fußball-Regionalligist FC Homburg schafft trotz großer Ambitionen den Sprung in die Spitzengruppe nicht. Warum nur? Trainer Roland Seitz wünscht sich Ruhe.

16.10.2026 , 07:52 Uhr

FCH-Trainer Roland Seitz blickt sorgenvoll in die nahe Zukunft. Denn der FC Homburg scheint es wie in den Vorjahren nicht zu schaffen, in der Regionalliga Südwest ganz vorne mitzumischen.

Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Sebastian Bach

Alle Jahre wieder herrscht beim Fußball-Regionalligisten FC Homburg das gleiche Dilemma. Der FCH soll eigentlich um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen, hängt aber schon früh in der Saison deutlich zurück. „Das Thema haben wir schon oft gehabt, dass man sich immer wieder die Frage stellt: Warum ist das beim FC Homburg so?“, erklärt Trainer Roland Seitz.

Der 62-Jährige, seit Januar 2025 im Amt, steht beim Heimspiel an diesem Sonntag (14 Uhr) gegen den SC Freiburg II zum 70. Mal für den FCH an der Seitenlinie. Zum Aufstieg führen konnte der erfahrene Übungsleiter den Club aber bislang nicht. „Ich habe schon mehrmals erwähnt, dass der FC Homburg in den letzten zehn, 15 Jahren nie um den Titel gespielt hat. Aber irgendwie wird jedes Jahr davon gesprochen, aufsteigen zu wollen“, sagt Seitz und findet die Erwartungshaltung von außen „nicht fair genug“. „Wir wollen vorne mitspielen, und wir wollen schon eine Mannschaft stellen, die auch da mal hinschnuppert“, sagt Seitz: „Aber wenn halt zu viel nur von Platz eins geredet wird, dann passiert es schnell, dass du nach zehn, elf Spieltagen schon wieder unzufrieden bist, was eigentlich unnötig ist.“

Späte Punktverluste bremsen den FCH aus

Genau an diesem Punkt ist der FC Homburg – mal wieder. Nach elf Spielen hat das Team 16 Punkte eingesammelt und steht auf Rang acht. Tabellenführer SGV Heilbronn-Freiberg steht bei 23 Zählern und damit sieben vor dem FCH. Der Grund: Die Grün-Weißen haben zu oft spät Punkte liegen gelassen. „Es ist losgegangen mit dem verschossenen Elfmeter in der 94. Minute gegen die Stuttgarter Kickers, wo wir dann nicht mit 1:1, sondern mit 0:1 rausgehen. Es ist weitergegangen mit dem nicht gegebenen Tor in Mannheim, was in der 94. Minute das 2:1 bedeutet hätte, was kein Abseits war“, führt Seitz an: „Es ist weitergegangen mit der 94. Minute zu Hause gegen Hessen Kassel, wo wir 2:1 führen, ein gutes Spiel machen, dann 2:2 spielen. Und letztendlich auch bei den Offenbacher Kickers, wo wir wieder ein gutes Spiel machen, wo wir wieder 2:1 führen und dann wieder fast mit dem Schlusspfiff das 2:2 kriegen.“

Dazu kommt der ungewollt große Umbruch im Sommer. „Wir haben Freiberg geschlagen, wir haben Aspach geschlagen, wir haben in Sandhausen gewonnen. Und wir haben ein tolles Saarlandpokal-Finale gehabt“, erklärt der Trainer: „Und dann habe ich immer gesagt, wenn man einen sehr, sehr guten Stürmer bekommt, dann haben wir Stand jetzt, und da rede ich von Ende April, Anfang Mai, einfach eine sehr, sehr gute Mannschaft.“ Doch Seitz und dem FCH sind Spieler weggebrochen. Top-Stürmer Kaan Inanoglu war nach seiner Leihe nicht zu halten. Frederic Baum verließ den Verein aus privaten Gründen. Top-Scorer Markus Mendler beendete seine Karriere, und Miguel Gonçalves „war einfach zu gut“, wie Seitz betont, und wechselte in die 3. Liga zu Fortuna Düsseldorf. Dazu zog sich Außenverteidiger Frederik Schumann, „der sich in der Rückrunde hervorragend entwickelt hat“, wie der Trainer sagt, eine Kreuzbandverletzung am dritten Spieltag zu und fällt wohl bis Saisonende aus.

Seitz sieht hohe Erwartungen als Belastung

„Da hast du dann auf einmal vier, fünf Stammspieler weniger, die eigentlich fest eingeplant waren“, findet Seitz: „Das tut uns allen vereinsmäßig, aber auch unserem Trainerteam, natürlich sehr, sehr weh.“ Gerade die „Medien und Fans sind schon sehr, sehr auf Platz eins getrimmt“, erklärt der Trainer. Aber auch der Vorstand sei „fordernd, was auch richtig ist“, erklärt Seitz. Dass sich der Druck auf sein Team überträgt, findet er nicht. „Wenn man sieht, dass man permanent Spiele aus einem 0:1 zum 2:1 dreht, glaube ich schon, dass die Mannschaft gefestigt ist, dass sie Charakter und Mentalität hat“, sagt der Trainer und sportliche Leiter des FCH.

Doch wie lange darf Seitz in Homburg noch die Geschicke leiten? Sein Vertrag endet am Ende der Saison. „Natürlich wünscht man sich, dass man kontinuierlich weiterarbeiten darf, dass man eine Mannschaft aufbaut“, sagt Seitz: „Die Realität sieht oft anders aus. Dann wird der Trainer ausgetauscht. Dann kommt der Nächste, und der kriegt es dann auch nicht hin. Deswegen bin ich da der falsche Anspielpartner.“

Heimsieg gegen Freiburg II soll für Ruhe sorgen

Vielmehr will sich Seitz darauf konzentrieren, „dass wir noch genug Punkte holen bis zur Winterpause, dass Ruhe herrscht.“ Die nächste Gelegenheit dafür bekommen Seitz und sein Team am Sonntag. Offensivspieler Hilal El-Helwe wird da noch nicht wieder zur Mannschaft gehören. Der Verein hat ihn nach einem Streit mit Seitz nach dem Spiel gegen Kassel für vier Spiele suspendiert – und damit selbst für Unruhe gesorgt. Ob Seitz‘ Wunsch von Ruhe in Erfüllung geht, wird ganz von den nächsten Ergebnissen abhängen. Ein Heimsieg gegen Freiburg II könnte dabei helfen.

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