House of Resources Saar: So gelingt der Start für neue Migrantenvereine im Saarland

Sie kommen aus Syrien, der Ukraine, dem Iran oder Mexiko. Im Saarland gründen Zugewanderte Vereine und engagieren sich. Das House of Resources Saar ebnet ihnen seit fünf Jahren den Weg.

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House of Resources Saar: So gelingt der Start für neue Migrantenvereine im Saarland

House of Resources Saar So gelingt der Start für neue Migrantenvereine im Saarland

Saarbrücken · Sie kommen aus Syrien, der Ukraine, dem Iran oder Mexiko. Im Saarland gründen Zugewanderte Vereine und engagieren sich. Das House of Resources Saar ebnet ihnen seit fünf Jahren den Weg.

03.09.2026 , 08:00 Uhr

Emine Isgören, Projektkoordinatorin beim HOR, präsentierte die Arbeit der Einrichtung auf dem Bürgerfest im vergangenen Jahr in Saarbrücken.

Foto: Awo/BeckerBredel

Die beiden Organisationen haben ihren Sitz auf dem gleichen Flur, sie arbeiten Tür an Tür am Schillerplatz in Saarbrücken. Dass der Verein Ukraine-Freund-Saar einmal zum Nachbar werden würde, hätte sich Emine Isgören vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen können. „Ich freue mich aber wirklich. Denn sie und andere Gruppen, denen es ähnlich ergangen ist, und die nun ohne unsere Hilfe auf eigenen Beinen stehen, sind der Beweis dafür, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat“, sagt sie. Isgören ist Projektkoordinatorin beim House of Resources Saar (HOR). Vor fünf Jahren wurde diese Struktur gegründet, um Migranten zu unterstützen, die sich ehrenamtlich als Initiativen oder Vereine engagieren wollen.

Einzelberatungen und Workshops werden angeboten

„Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule der Demokratie“, sagt Isgören. Dass sich zugewanderte Menschen auf dieser Art und Weise einsetzen wollen, sei ein gutes Zeichen für eine gelungene Integration. „Doch längst nicht jeder, der sich gesellschaftlich einbringen will, weiß auch wie“, stellt sie fest. Beim HOR werden die Gruppen Schritt für Schritt dabei begleitet. In Einzelberatungen oder Workshops lernen sie zum Beispiel, wie man in Deutschland einen Verein gründet und welche Voraussetzungen die Satzung erfüllen muss, um vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt zu werden. Ebenso werden über das HOR Initiativen einander bekannt gemacht. „Wir sind über unseren Träger, die Arbeiterwohlfahrt (Awo), und über unsere langjährige Erfahrung in dem Bereich sehr gut vernetzt“, erklärt Emine Isgören. „Wir haben einen ganz guten Überblick darüber, wo Doppelstrukturen entstehen würden, und versuchen das zu verhindern. Wiederum wissen wir, zwischen welchen Gruppen Synergien sinnvoll wären.“

Verleih von technischer Ausstattung

„Vereine, die sich gerade gegründet haben, fehlt es oft auch an Materialien“, berichtet HOR-Mitarbeiterin Fatma Hotait. „Über unser Verleih-Angebot können sie zum Beispiel technische Geräte wie Beamer oder Drucker ausleihen oder unsere Räumlichkeiten für ihre Mitgliederversammlung buchen“, sagt sie. Ebenso begleitet sie die Initiativen bei den ersten Schritten ihrer Öffentlichkeitsarbeit.

Außerdem verfügt die Einrichtung über ein eigenes Budget für Mikroprojekte, welche die betreuten Vereine auf die Beine stellen. „Insgesamt stehen 5000 Euro zur Verfügung. Jedes Projekt kann bis zu 500 Euro beantragen. Allerdings ist das Interesse hoch und das Budget ist meistens in den ersten Monaten des Jahres vollständig ausgeschöpft“, berichtet HOR-Mitarbeiterin Rita Pellecchia. Darüber hinaus informiert sie Gruppen über weitergehende Fördermöglichkeiten. „Die Menschen kommen mit einer Idee, und wir schauen zusammen, ob sich daraus ein Projekt verwirklichen lässt“, sagt sie. Je nachdem in welchem Bereich und in welcher Form die Vereine tätig sind, könnten sie bei unterschiedlichen Programme und Institutionen Anträge stellen. Für diese Arbeit brauche man einen langen Atem, meint Pellecchia. „In vielen Fällen fängt man bei null an. Oft fehlt das Grundverständnis dafür, wie man solche Anträge stellt oder wie man mit Verwendungsnachweisen umgeht“, gibt sie Beispiele. Außerdem stammen einige Menschen aus Ländern, in denen eine Vereinsgründung oder offizielle Anträge mit einem gewissen Risiko behaftet seien. „Wir klären sie über die Rechte und Pflichten von Vereinen auf und zeigen ihnen mit Beispielen von ansässigen Vereinen, dass es in Deutschland keinen Risikofaktor ist“, sagt sie.

Vereine aus der ganzen Welt

Im Saarland leben Menschen, die aus der ganzen Welt hierher gezogen sind. Das widerspiegelt sich auch in die Vielfalt der Gruppen, die beim HOR anklopfen. „Wir betreuen natürlich viele syrische und ukrainische Gruppen, doch auch Initiativen aus Südamerika, aus dem Iran, aus Moldau, aus Mexiko und noch vielen weiteren Ländern“, sagt Emine Isgören.

Anträge schreiben müssen allerdings nicht nur die Vereine, die am Schillerplatz betreut werden. Denn die Einrichtung selber wird zum großen Teil über Fördergelder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert. Bis Ende des Jahres ist das House of Resources Saar gesichert. Ob ab Januar eine Anschlussfinanzierung den Weiterbetrieb ermöglicht, wird in den kommenden Monaten entschieden. „Diese Unsicherheit ist für unsere Arbeit natürlich schwierig, aber ich bin davon überzeugt, dass der Bedarf größer denn je zuvor ist“, so Isgören. (jos)

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