HSV schlägt Heessen: Pyrotechnik, Platzverweise, Handgemenge, Rudelbildung – „So muss das in einem Derby sein“
wa.deSportHammStand: 23.08.2026, 12:30 UhrKommentareUns auf Google folgenDie HSV-Fans und der gesperrte Co-Trainer Silvio Santoro feierten auf der Tribüne ausgelassen den 2:1-Sieg. © Patrick DrosteDie Hammer Sp...
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Stand: 23.08.2026, 12:30 Uhr
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Die Hammer SpVg gewinnt das Derby gegen den SVE Heessen vor 1200 Zuschauern mit 2:1. Nach dem Abpfiff kommt es zu einer Rangelei.
Hamm – Rudelbildungen während der 90 Minuten, zwei Platzverweise, sieben Gelbe Karten, Pyrotechnik auf dem Platz und auf den Rängen, ein wildes Handgemenge nach dem Abpfiff im Käfig auf dem Weg Richtung Umkleidekabine – die 1200 Zuschauer im Betten-Kutz-Stadion bekamen im mit großer Spannung erwarteten Derby der Fußball-Landesliga nicht nur einen verdienten 2:1 (2:1)-Sieg der Hammer SpVg über den SVE Heessen zu sehen. Sondern auch all die Dinge, die irgendwie zu einem prestigeträchtigen Ortsduell dazugehören. „Es muss emotional sein. So muss das in einem Derby sein“, sagte HSV-Kapitän Louis Hein nach dem viel umjubelten Sieg. „Genau diese Einstellung erwarte ich von uns auch in den restlichen Spielen.“

Es waren in der Tat letztlich der größere Wille, die Bereitschaft und auch die Hingabe, die den Unterschied ausmachten und den Gastgebern den Dreier bescherten. Die ersten 20 Minuten hatten den mit zwei Siegen in die Saison gestarteten Heessenern gehört, die in der Anfangsphase ihre Spielstärke und individuelle Klasse eindrucksvoll auf den Platz brachten und durch einen herrlichen Treffer von Alper Lafci (12.) verdient mit 1:0 in Führung gegangen waren. „Ich dachte: Oh, es wird ein schöner, sonniger Nachmittag hier nach dem 1:0, weil die HSV ja gar nichts gemacht hat, keine Idee hatte. Nach 15, 20 Minuten haben wir das Fußballspielen aber irgendwie eingestellt“, sagte SVE-Routinier Rouven Meschede. Und Konstantin Rühl fügte hinzu: „Wir haben es nach der Anfangsphase nicht mehr geschafft, unsere fußballerische Stärke auf den Platz zu bekommen. Uns ist es ab der Mittellinie nicht mehr gelungen, den Ball ordentlich nach vorne zu spielen.“
Ich habe vor und während des Spiels nicht die richtigen Entscheidungen getroffen.
Und so kippte das Spiel nach dieser einseitigen Anfangsphase. „In den ersten 20 Minuten haben wir schon sehr unter Druck gestanden, aber dann haben wir unser Vorgehen angepasst und höher angeschoben“, erklärte der als Innenverteidiger agierende Fabian Holthaus. Hinzu kam, dass die HSVer in den Zweikämpfen immer giftiger wurden und damit den Spielfluss der Heessener unterbanden, die es nicht mehr schafften, die Bälle sauber in die Zwischenräume zu spielen, sondern viel zu oft mit langen Bällen operierten. „Wir haben uns richtig aufgegeilt – und deswegen kamen dann bei uns die Emotionen immer mehr ins Spiel“, erklärte Jovan Mihajlovic, dessen Treffer zum 1:1 die Partie endgültig in eine andere Richtung lenkte. Denn noch vor der Pause traf Mirac Sahin zum letztlich entscheidenden 2:1 für die HSV (45.+1) – ein Treffer, den SVE-Trainer Kevin Schulzki am Ende genauso wie die Niederlage auf seine Kappe nahm. „Ich habe vor und während des Spiels nicht die richtigen Entscheidungen getroffen“, gestand er ein. „Es war schon früh abzusehen, dass wir Probleme bekommen, dass wir keinen Zugriff auf Fabian Holthaus bekommen. Ich habe mir gedacht, dass wir das zur Halbzeit umstellen. Aber das war zu spät, weil wir kurz vor der Pause das 1:2 kassieren.“
Nach dem Wechsel fiel den Heessenern nicht viel gegen stark verteidigende HSVer ein, die bei ihren Kontern dem dritten Treffer näher waren als der SVE dem Ausgleich. „Es freut mich sehr, dass unsere Mannschaft es geschafft hat, wieder attraktiven, kämpferischen und guten Fußball zu spielen“, sagte HSV-Coach Ralph Oberdiek, dessen Team nach der Gelb-Roten Karte gegen Noel Dülek die Schlussphase in Unterzahl überstehen musste und der zudem in den kommenden Partien auf Hendrik Beste verzichten muss, der auf der Auswechselbank wegen Beleidigung die Rote Karte gesehen hatte. „Es war eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Das Derby hatte all das, was ein Derby haben muss“, stellte Oberdiek fest, nachdem es auch auf dem Gang in die Kabinen nochmals zu einer Rangelei gekommen war.
