Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung
Nach Luftangriffen im Jemen schwört die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Rache gegen Saudi-Arabien. Wie wird US-Präsident Trump im eskalierenden Konflikt im Nahen Osten weiter vorgehen?
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Die Lage im Überblick
Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung
Von dpa
Aktualisiert am 25.07.2026 - 05:52 UhrLesedauer: 4 Min.
Nach Luftangriffen im Jemen schwört die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Rache gegen Saudi-Arabien. Wie wird US-Präsident Trump im eskalierenden Konflikt im Nahen Osten weiter vorgehen?
Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus. Nach Luftangriffen einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen schwor die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz dem benachbarten Königreich Vergeltung. Die Angriffe auf zivile Ziele würden "nicht ungestraft bleiben", zitierte die von der Schiitenmiliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung auf der Plattform Telegram. Die Abschreckungsformel sei klar: Eskalation werde mit Eskalation beantwortet.
Nach Angaben des iranischen Senders Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in mehreren Gebieten Saudi-Arabiens. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein. Der saudi-arabische Zivilschutz erklärte kurze Zeit später auf der Plattform X, die Gefahr in Yanbu sei vorbei.
Neue Front im Nahost-Konflikt
Die Eskalation markiert eine neue Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat. Zusätzlich zur Blockade der Straße von Hormus durch Teheran spitzt sich nun auch die Lage im Roten Meer zu. Als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer attackierte die Saudi-Koalition "legitime militärische Ziele" in der jemenitischen Provinz Hudaida, wie Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X schrieb. Huthi-nahe Medien meldeten Angriffe in der gleichnamigen Hafenstadt Hudaida.
Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida seien ebenso getroffen worden wie die Insel Kamaran. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen, was Al-Maliki verneinte. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur jedoch von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Flammen und dichte Rauchwolken seien aufgestiegen, hieß es. Ein den Huthi nahestehender Fernsehsender bezeichnete die Angriffe als "saudi-arabische Aggression".
Wieder Angriff auf Schiff im Roten Meer
Zuvor war bei dem Angriff im Roten Meer der Rumpf des unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes "NCC Masa" leicht beschädigt worden, wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde berichtete. In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker "Encelia" angegriffen worden. Die schiitischen Huthi reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich.
Die Saudi-Koalition wirft der Miliz "maritimen Terrorismus" vor. Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Zum erneuten Angriff auf ein Schiff äußerte sich die Miliz zunächst nicht.