"Ich akzeptiere es": WM-Chancen für George Russell nur noch minimal?
(Motorsport-Total.com) - George Russell hat den Kampf um den WM-Titel offenbar weitgehend abgehakt. Nach dem Sieg von Kimi Antonelli in Monza beträgt der Rückstand des Mercedes-Piloten auf seinen Teamkollegen 6...
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(Motorsport-Total.com) - George Russell hat den Kampf um den WM-Titel offenbar weitgehend abgehakt. Nach dem Sieg von Kimi Antonelli in Monza beträgt der Rückstand des Mercedes-Piloten auf seinen Teamkollegen 66 Punkte. Antonelli führt die Weltmeisterschaft mit 267 Zählern an, Russell liegt mit 201 Punkten auf Rang zwei.

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George Russell nach seinem verpassten Monza-Sieg Zoom
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Russell selbst will sich deshalb nicht mehr mit einem möglichen Comeback beschäftigen. "Für mich persönlich denke ich nicht einmal über einen Kampf, ein Comeback oder irgendetwas in dieser Richtung nach", sagt der Mercedes-Pilot. Stattdessen wolle er von Rennen zu Rennen denken und jedes Wochenende maximal nutzen.
Der Rückstand sei nur sehr schwer aufzuholen. "Er performt unglaublich gut. Es wird außergewöhnlich schwierig, diesen Rückstand aufzuholen", erklärt Russell. Gleichzeitig wolle er akzeptieren, wie die Situation aktuell ist, die verbleibenden Rennen genießen und möglichst viele weitere Siege holen.
Russell erkennt Antonellis starke Form an
Antonelli selbst wollte sich nach seinem Monza-Sieg ebenfalls nicht ausführlich mit der WM-Tabelle beschäftigen. Der Italiener verweist darauf, dass sich die Kräfteverhältnisse in dieser Saison sehr schnell verändern können.
"Ich will wirklich nicht darauf schauen, weil wir in dieser Saison gesehen haben, wie schnell sich die Dinge ändern können", so Antonelli. Für ihn gehe es darum, jedes Rennen einzeln anzugehen, jede Gelegenheit zu nutzen und sich auf Dinge zu konzentrieren, die er selbst kontrollieren könne.
Trotz der komfortablen Führung sieht Antonelli deshalb keinen Grund, bereits an den Titel zu denken. "Es gibt keinen Sinn, über die Meisterschaft nachzudenken", sagt er. Entscheidend sei, im Moment zu bleiben und Rennen für Rennen weiterzumachen.
Auch seine aktuelle Form will der Mercedes-Pilot nicht als Garantie für den weiteren Saisonverlauf betrachten. In Monza war Mercedes das schnellste Team, doch Antonelli rechnet damit, dass sich das bereits beim nächsten Rennen wieder ändern kann.
Schumacher sieht Antonelli derzeit vorne
Ralf Schumacher hält Antonellis aktuelle Leistungen für verdient. Bei Sky stellt er klar, dass der junge Mercedes-Pilot seinen Teamkollegen derzeit übertreffe. "Ja, natürlich. Ich meine, was er macht, ist wirklich gut und er macht es einfach auch besser als sein Teamkollege", so Schumacher.
Gleichzeitig schränkt er ein, dass daraus nicht automatisch eine dauerhafte Überlegenheit entstehen müsse. Weiterentwicklungen am Auto könnten wieder besser zu Russell passen. "George Russell ist ein Superpilot, aber Antonelli läuft es im Moment", meint Schumacher.
Dabei spricht Schumacher auch einen weiteren Punkt an: die unterschiedliche Situation innerhalb des Teams. Antonelli habe aus seiner Sicht den kompletten Support von Mercedes, auch wenn Russell diesen ebenfalls bekomme. Antonellis enge Verbindung zum Teamchef Toto Wolff könne dabei eine Rolle spielen.
Rosberg warnt vor Kopfkino
Nico Rosberg verweist seinerseits auf die besondere Situation, wenn der größte Rivale ausgerechnet der eigene Teamkollege ist. Entscheidungen des Teams könnten dann schnell für Zweifel sorgen - selbst wenn sie tatsächlich völlig neutral getroffen wurden.
"Das ist intern, das ist so schwierig, wenn der Rivale halt der Teamkollege ist", sagt Rosberg bei Sky. Gerade bei Strategieentscheidungen könne man als Fahrer schnell den Eindruck gewinnen, gegenüber dem Teamkollegen benachteiligt worden zu sein.
Rosberg schildert dabei, wie schnell solche Gedanken entstehen können: "Auch heute dann, als George, da denkst du sofort, die haben ihm die bessere Strategie gegeben. Das gibt's doch nicht, das ist doch unfair. Auch wenn es wahrscheinlich nicht so ist, aber da gehst du komplett verrückt im Kopf, sehr schnell."
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Für Russell bleibt damit vor allem die Aufgabe, den gewaltigen Rückstand zu reduzieren. Er selbst setzt die Messlatte allerdings bewusst niedriger: keine großen Comeback-Pläne, sondern maximale Ausbeute von Wochenende zu Wochenende.