IKEA wagt Mega-Experiment: Warum plötzlich fahrerlose Fahrzeuge durch Texas rollen

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IKEA wagt Mega-Experiment: Warum plötzlich fahrerlose Fahrzeuge durch Texas rollen

Stand: 03.10.2026, 21:18 Uhr

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IKEA und Kodiak AI wollen Lkw-Fernverkehr ohne Fahrer starten – doch der entscheidende Sicherheitsnachweis fehlt noch. Auch Lidl testet bereits in Deutschland.

Texas – Ein Lkw soll IKEA-Waren auf einer langen Strecke durch Texas transportieren, ohne dass jemand im Fahrerhaus sitzt. Kodiak AI kündigte am 29. September an, IKEA werde später im Jahr sein erster Partner für den fahrerlosen Fernverkehr. Derzeit würden noch abschließende Prüfungen vorgenommen. Ein Sicherheitsnachweis soll außerdem belegen, dass das autonome Fahrsystem in einem festgelegten Einsatzbereich ohne Menschen an Bord sicher betrieben werden kann.

Ein elektrischer Ikea-Lkw in Belgien 2025.

Ein Ikea-Lkw war ohne Fahrer unterwegs. (Symbolbild) © Bert Van Den Broucke/Photo News/IMAGO

Ikea testet autonomes Fahren für Lkws auf der Fernstrecke – bald auch ohne Kontrollperson

Zunächst geplant sind 352 Kilometer, ein Abschnitt von 219 Meilen, überwiegend auf der Interstate 45. Die gesamte Verbindung zwischen dem IKEA-Verteilzentrum in Baytown und dem Einrichtungshaus in Frisco ist nach Unternehmensangaben 292 Meilen – rund 470 Kilometer – lang. Wie der übrige Teil der Verbindung organisiert werden soll, führt die Mitteilung nicht aus.

Für die Vorbereitung verweist Kodiak AI auf vier Jahre Zusammenarbeit mit IKEA. In dieser Zeit habe das Unternehmen mehr als 1300 Ladungen transportiert und über 750.000 Meilen, umgerechnet rund 1,2 Millionen Kilometer, autonom zurückgelegt – allerdings jeweils mit einem Sicherheitsbeobachter an Bord. Kodiak gibt an, die Fahrten an sieben Tagen pro Woche, bei Tag und Nacht sowie bei unterschiedlichem Wetter absolviert zu haben. Die Lieferpünktlichkeit sei „nahezu perfekt“ gewesen; auch Zwischenfälle habe es laut dem Unternehmen auf der Strecke nicht gegeben.

Einen Anhaltspunkt zum Vorbereitungsstand liefert eine von Kodiak AI selbst entwickelte Kennzahl, der sogenannte „Autonomy Readiness Measure“. Sie liege für den Fernverkehr bei 93 Prozent. Das Unternehmen definiert die Kennzahl als Anteil der Aussagen und Belege im Sicherheitsnachweis, die substanziell abgeschlossen seien. Sie ist damit keine statistische Aussage, dass das System zu 93 Prozent sicher sei.

Lidl fährt in Deutschland fahrerlos – aber nicht im Fernverkehr

Auch in Deutschland läuft nach Angaben der beteiligten Unternehmen bereits ein fahrerloser Lkw im öffentlichen Straßenverkehr. Einride und Lidl teilten am 15. September mit, ein führerhausloses Fahrzeug mit Automatisierungsstufe SAE Level 4 transportiere im täglichen Betrieb Waren zwischen einem Lidl-Lager und einer Filiale. Fahrer oder Sicherheitsoperator seien nicht an Bord. Einride und Lidl zufolge hat das Kraftfahrt-Bundesamt den Betrieb genehmigt. Die Unternehmen bezeichnen die Genehmigung als erste ihrer Art in Deutschland. Es handelt sich dabei allerdings bisher nicht um fahrerlosen Fernverkehr auf der Autobahn.