Mit 90: Früherer ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser gestorben

Klaus Bresser war ein Pionier und Meister des öffentlich-rechtlichen Informationsfernsehens. Er entwickelte Sendungen, die das ZDF bis heute prägen. Nun ist der frühere Chefredakteur im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Mit 90: Früherer ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser gestorben

IM ALTER VON 90 Jahren :

Früherer ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser gestorben

09.10.2026, 22:51Lesezeit: 2 Min.

Der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Klaus Bresser, ist tot.

Der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Klaus Bresser, ist tot.dpa

Klaus Bresser war ein Pionier und Meister des öffentlich-rechtlichen Informationsfernsehens. Er entwickelte Sendungen, die das ZDF bis heute prägen. Nun ist der frühere Chefredakteur im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der langjährige ZDF-Chefredakteur und „heute journal“-Moderator Klaus Bresser ist tot. Er verstarb im Alter von 90 Jahren in Berlin, wie das ZDF am Freitagabend mitteilte. Bresser war zwölf Jahre lang Chefredakteur des ZDF und hatte das „heute journal“ mitkonzipiert, moderiert und geleitet.

„Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags“

„Wir trauern um einen entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags“, sagte der ZDF-Intendant Norbert Himmler. Klaus Bresser habe „das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang.“ Die Chefredakteurin Bettina Schausten sagte, Bresser habe „für präzises journalistisches Handwerk“ gestanden. „Sendungen wie das ‚heute journal‘ und ‚Was nun, ...?‘ wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten.“

Geboren am 22. Juli 1936 in Berlin, begann Bresser seine ZDF-Laufbahn im Dezember 1977 als stellvertretender Leiter und Moderator des „heute journals“. Er sei, so das ZDF, wesentlich an der Konzeption der Sendung beteiligt gewesen, deren Leiter er 1981 wurde und die er sechs Jahre lang moderierte. 1983 übernahm Bresser die ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik und war für „Die Reportage“, den „Länderspiegel“, „5 nach zehn“ und aktuelle Dokumentationen zuständig.

Dem Publikum wurde Bresser als Moderator von Diskussions-, Wahl- und Sondersendungen bekannt, ab 1985 durch die Interviewsendung „Was nun, …?“, die er, so das ZDF, „zu einem Markenzeichen des ZDF-Informationsprogramms und zu einem Klassiker der politischen Fernsehinterviews“ entwickelt habe. Das Format habe „exemplarisch für Bressers journalistischen Stil“ gestanden: „direkte Nachfragen, klare Struktur und Konzentration auf politische Verantwortung“.

Der vierte ZDF-Chefredakteur

Bresser wurde 1988 der vierte ZDF-Chefredakteur. Mit der Einführung von Sendereihen wie „Bonn direkt“ (1987), „ZDF spezial“ (1988), „ZDF-Morgenmagazin“ (1992) und „frontal“ (1993) habe er weiter das Informationsprofil des ZDF geschärft. Ein besonderer journalistischer Erfolg seien die Sendungen zur deutschen Einheit, speziell die Programme am 2. und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag gewesen.

Seine Leidenschaft für den Journalismus habe der frühere ZDF-Chefredakteur bereits in jungen Jahren entdeckt: Als Gymnasiast schrieb er für Lokalzeitungen in Aachen. Neben dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln war er freier Mitarbeiter und ab 1958 Volontär beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dort wurde er ab 1961 Redakteur mit besonderen Aufgaben. 1965 wechselte Bresser zum WDR, wo er unter anderem als Redaktionsleiter des Magazins „Monitor“ und als Leiter der Redaktionsgruppe Aktualität wirkte und die Sendung „Tagesthema“ (die Vorläufersendung der "Tagesthemen") mitentwickelte.

Für sein Schaffen wurde Bresser mehrfach geehrt, mit der Goldenen Kamera (1987), dem Herbert-Quandt-Medien-Preis (1989) und dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (2000).