Rapp warnt St. Pauli: Jetzt nicht alles schlechtreden

Anzeige FC St. Pauli „In der Welt von St. Pauli...“: Trainer Rapp bezieht Stellung zur Kritik am Team St. Pauli-Train...

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Rapp warnt St. Pauli: Jetzt nicht alles schlechtreden

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FC St. Pauli

„In der Welt von St. Pauli...“: Trainer Rapp bezieht Stellung zur Kritik am Team

St. Pauli-Trainer Marcel Rapp weiß, dass seine Mannschaft ein echtes Erfolgserlebnis braucht.
Witters / Tim Groothuis

Zwei Ligaspiele ohne Sieg, dazu der frühe Pokal-K.o. – der Saisonstart des FC St. Pauli ist alles andere als zufriedenstellend. Der Trainer bezieht Stellung. 

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Und es hat ja gerade erst begonnen. Aber anders haben sich die Kiezkicker ihren Saisonstart ganz sicher vorgestellt – ganz zu schweigen von den Fans. Schon nach drei Pflichtspielen gibt es unverhohlene Enttäuschung in den eigenen Reihen, Kritik von außen mit Misstönen bis hin zum Niedermachen einzelner Spieler. Was ist davon gerechtfertigt, was drüber? Werden die ersten Auftritte der nach dem Abstieg neuformierten und von einem neuen Mann trainierten Mannschaft zu negativ bewertet? Wie der neue Coach Marcel Rapp die Kritik wahrnimmt und mit Gegenwind umgeht.

Keine Frage: Es ist ziemlich Druck auf dem Kessel vor dem dritten Saisonspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag im Millerntor-Stadion. Beim zweiten Heimauftritt wollen die Kiezkicker mit Leistung und Leidenschaft überzeugen und vor allem: den ersten Sieg einfahren. Und das wollen auch die Fans. In den gut 90 Minuten geht es nicht nur um Zähler, sondern auch um die allgemeine Stimmungslage. 

FC St. Pauli: Marcel Rapp über die Kritik nach dem sieglosen Saisonstart 

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Auf die Frage, ob er die Bewertung des Saisonstarts seiner neuen Mannschaft mit den Unentschieden gegen Fürth (1:1) und in Kiel (2:2) sowie der Niederlage im DFB-Pokal bei Drittligist Rot-Weiss Essen (0:2) zu kritisch oder angemessen findet und wie er die Stimmung im Umfeld wahrnimmt, gab Rapp vor dem Duell gegen Kaiserslautern seine Sicht der Dinge preis.

„Das ist für mich schwierig zu beantworten, weil ich wenig lese. Ich bin nicht in den sozialen Medien vertreten. Deswegen lebe ich in meiner eigenen Welt, in der Welt vom FC St. Pauli, wo wir untereinander reden“, sagte der Coach und machte damit deutlich, dass für ihn vor allem die Sicht der Beteiligten wichtig ist, also die Innenperspektive.

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Auch Rapp ist mit den bisherigen Ergebnissen „nicht so glücklich“

Rapp macht jedoch keinen Hehl daraus, dass auch er mit den bisherigen Resultaten alles andere als zufrieden ist. „Natürlich sind wir bei den Ergebnissen nicht so glücklich, das ist ganz klar“, so der 47‑Jährige. Seine Mannschaft müsse „weniger Gegentore bekommen, aber trotzdem haben wir viele Chancen und hätten auch jedes Spiel gewinnen können, das ist auch ganz klar“. Dass das nicht gelungen ist, liegt zum einen an den Gegentoren, aber auch an der mangelnden Chancenverwertung. 

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Rapp erinnert an den vor der Saison eingeschlagenen Weg und die im Unterschied zu den beiden Bundesliga-Spielzeiten deutlich aktivere und mutigere Ausrichtung. Es klingt fast wie ein Plädoyer. „Wir sind angetreten und haben gesagt, wir wollen offensiven Fußball spielen. Das machen wir, wir haben bei jedem Spiel Chancen. Sogar mehr als genug Chancen. Deswegen haben wir ja das schon ein Stück weit erreicht und trotzdem: Zum Schluss zählen die Ergebnisse.“

St. Pauli-Trainer warnt: Jetzt nicht „alles schlechtreden“

Noch stimmt bei den Braun-Weißen die Balance aus schnellem und druckvollem Spiel nach vorn und defensiver Stabilität nicht. Daran wird gearbeitet. „Da sind wir alle fleißig und deswegen nehme ich die Stimmung so wahr, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber dass die Ergebnisse kommen müssen“, so Rapp.

Er warnt jedoch davor, dass die Stimmung zu negativ wird, zumindest in den eigenen Reihen. Die Ergebnisse „werden nicht besser, wenn wir alles schlechtreden, sondern die werden wahrscheinlich eher besser, wenn wir die Jungs unterstützen und ehrlich sind und ihnen einfach sagen, was war gut, was war schlecht und einfach die Leistung auch im Training beurteilen“, führt Rapp aus. „Ich glaube, da sind wir auf dem richtigen Weg.“ Sein Team sei in der zurückliegenden Trainingswoche wieder „einen Schritt weiter“ gekommen.

Gegen den FCK muss St. Pauli Fehler abstellen und Fortschritte zeigen

Ob die Mannschaft die Fortschritte auch im Spiel umsetzen kann, wird sich gegen kampfstarke und unbequem zu bespielende Lauterer zeigen, aber St. Pauli werde mit der gleichen Intensität dagegenhalten, verspricht Rapp, der „frohen Mutes“ ist.

Die Kritik, dass es den Kiezkickern speziell in der zweiten Halbzeit des Pokalspiels an der letzten Portion Willen und dem nötigen Feuer gefehlt habe, will der Coach so nicht gelten lassen. „Natürlich war die zweite Halbzeit nicht so gut, wie wir uns das gewünscht haben“, räumt er ein, aber: „Ich würde unserer Mannschaft nie die Leidenschaft absprechen.“ Direkt nach der Partie in Essen war es in der Gästekurve zu einer Aussprache zwischen Team und Ultras gekommen, die unzufrieden mit dem Auftritt der „Boys in Brown“ waren.

Die Kiezkicker brauchen Erfolgserlebnisse und mehr Selbstbewusstsein 

Die Stimmung in der Mannschaft sei trotz des fehlenden ersten Saisonsieges und diverser Nebengeräusche wie den Social-Media-Attacken gegen Stürmer Martijn Kaars noch konstruktiv und positiv, versichert Rapp, der jedoch weiß, dass es Zeit wird für einen Dreier. „Natürlich macht es das ganze Arbeiten deutlich leichter, wenn man Erfolgserlebnisse hat, wenn man dann durch die Ergebnisse auch noch selbstbewusster wird. Das ist ganz klar. Und da wollen wir jetzt auch am Sonntag anfangen.“

Alles andere wäre – um den FC St. Pauli herum, aber auch innendrin – mindestens ein weiterer spürbarer Dämpfer (Remis) oder gar Stimmungskiller (Niederlage).

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