Insolvenz-Rettung mit bitterem Nachspiel: 500 Beschäftigte verlieren trotzdem ihren Job
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Stand: 05.08.2026, 12:55 Uhr
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Trotz Insolvenz-Übernahme durch den indischen Konzern Prism verlieren rund 500 Revo-Mitarbeiter ihren Job. Die Gewerkschaft NGG fordert einen sofortigen Stopp der Kündigungen.
Frankfurt – Die Rettung schien geschafft, für Hunderte Beschäftigte endet sie dennoch mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Obwohl die insolvente Revo Hospitality Group inzwischen einen neuen Eigentümer gefunden hat, erhalten rund 500 Mitarbeiter in Deutschland die Kündigung. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) übt scharfe Kritik am Vorgehen des Unternehmens und fordert mehr Transparenz.
Erst kürzlich hatte der indische Hotelkonzern Prism angekündigt, 24 Hotels der insolventen Gruppe zu übernehmen und unter der Marke Sunday weiterzuführen. Viele Beschäftigte hatten deshalb auf eine sichere Zukunft gehofft. Nun sorgt der Stellenabbau für große Verunsicherung.
Insolvenz sorgt für Streit um Kündigungen
Besonders kritisch sieht die NGG den Umgang mit den Beschäftigten. Nach Angaben der Gewerkschaft nutzt Revo die insolvenzrechtliche Möglichkeit, Kündigungsfristen auf maximal drei Monate zu verkürzen. Die Arbeitnehmervertretung fordert deshalb, die Kündigungen auszusetzen und die Belegschaft frühzeitig über die weiteren Planungen zu informieren.
Referatsleiter Mark Baumeister fordert mehr Offenheit. „Wir erwarten deutlich mehr Transparenz und werden die Entwicklungen in den betroffenen Hotels aufmerksam begleiten und die Beschäftigten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen.“ Zudem verlangt die Gewerkschaft, bestehende Betriebsräte umfassend in die anstehenden Entscheidungen einzubeziehen. Beschäftigten, die bereits eine Kündigung erhalten haben, empfiehlt die NGG, ihre Ansprüche rechtlich prüfen zu lassen. Wer sich gegen die Entlassung wehren möchte, müsse die gesetzliche Frist von drei Wochen für eine Kündigungsschutzklage beachten.

Übernahme sichert Hotels, aber nicht alle Jobs
Die Revo Hospitality Group hatte Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet. Während des Verfahrens blieben die Hotels geöffnet. Mit der Übernahme von 24 Standorten durch Prism konnte ein Großteil des Hotelgeschäfts fortgeführt werden.
Warum trotz der Übernahme nun 500 Arbeitsplätze wegfallen, blieb zunächst offen. Weder Revo noch der neue Eigentümer nannten bislang konkrete Gründe für die Kündigungen.
Nach Insolvenz: Prism baut Deutschlandgeschäft aus
Mit der Übernahme stärkt Prism seine Präsenz auf dem deutschen Markt deutlich. Bislang war der indische Hotelkonzern hierzulande vorwiegend durch den Ferienwohnungsanbieter Dancenter vertreten. Weltweit betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 22.000 Hotels.
Zu den übernommenen Häusern gehören unter anderem Hotels der Marken H+ Hotels, H2 Hotels, Dorint, Mercure, Vienna House Easy und Ramada by Wyndham. Die Standorte verteilen sich auf mehrere Regionen in Deutschland. (Verwendete Quellen: Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG))