Tausende Menschen von Darmparasit befallen, zwei Tote - RKI verrät, wie groß das Risiko für Deutsche ist

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Tausende Menschen von Darmparasit befallen, zwei Tote - RKI verrät, wie groß das Risiko für Deutsche ist

Verseuchter Salat fordert Todesopfer: Tausende Menschen von Darmparasit befallen

Stand: 05.08.2026, 13:28 Uhr

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In den USA nehmen die Infektionszahlen der Darmerkrankung Cyclosporiasis zu: Betroffene leiden unter Durchfall. Das RKI schätzt die Lage für Deutschland ein.

Frankfurt – Starker Durchfall, Übelkeit, Bauchkrämpfe – das sind Symptome der Darmerkrankung Cyclosporiasis. Alleine im US-Bundesstaat Michigan haben sich etwa 11.000 Menschen damit infiziert. Zuletzt wurden zwei Todesfälle in Zusammenhang mit dieser, von einem Parasiten ausgelösten, Erkrankung gemeldet. Als Ursprung gilt kontaminierter Salat, der wohl auch bei der Fast-Food-Kette Taco Bell verkauft wurde. Gefährdet sind insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen.

Eine ehemalige FDA-Chefin für Lebensmittelsicherheit rät vom Kauf von abgepacktem Salat ab.

Abgepackter Salat könnte für die Ausbreitung  der Darmerkrankung Cyclosporiasis in den USA verantwortlich sein. © picture alliance / dpa | Christian Charisius

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde, des Centers for Disease Control and Prevention (CDC), wird der einzellige Parasit namens „Cyclospora cayetanensis“ durch mit menschlichen Fäkalien kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser übertragen. Er überträgt die Krankheit Cyclosporiasis: Wässriger und häufiger Durchfall können Folgen sein, unbehandelt können die Symptome bis zu einem Monat lang immer wieder auftreten. Bei manchen Menschen treten diese aber auch gar nicht auf.

Immer mehr Fälle in den USA – besonders Michigan betroffen

Die ersten beiden Todesopfer stammten aus Michigan und litten demnach unter schweren Vorerkrankungen. Diese wurden möglicherweise durch Dehydration infolge des heftigen Durchfalls durch die Cyclospora-Erkrankung noch verstärkt. Zu den aktuell am stärksten betroffenen Bundesstaaten gehört Michigan: Laut Angaben der Verwaltung sind dort bisher 11.508 Fälle und etwa 200 Krankenhausaufenthalte registriert worden. In den vergangenen Wochen stieg dabei die Gesamtzahl der Infektionen mit der Krankheit in den USA immer weiter an: Die Fälle verteilen sich auf immer mehr Bundesstaaten, wie das CDC mitteilt.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde gilt verseuchter Eisbergsalat als möglicher Auslöser für den aktuellen Ausbruch, der von dem US-Gemüseproduzenten Taylor Farms angebaut und vertrieben wurde. Dieses Unternehmen musste sein Produkt jetzt zurückrufen und versichern, „proaktive Maßnahmen“ ergriffen zu haben. Taylor Farms beschäftigt etwa 25.000 Mitarbeiter und baut Gemüse in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten sowie in Mexiko und Kanada an.

FDA verdächtigt Taylor Farms für den Krankheitsausbruch

Laut einem Post der US-Lebensmittelbehörde „Food and Drug Administration“ (FDA) auf „X“ wurde zwar eine Probe des Eisbergsalats von Taylor Farms Ende Juli „falsch positiv“ getestet. Dennoch deuteten Rückverfolgungsuntersuchungen der Behörde weiterhin auf den geschnittenen Eisbergsalat des Unternehmens als Verursacher für den Cyclosporiasis-Ausbruch hin. Eine ehemalige Chefin der FDA warnt vor dem möglichen Ausmaß des aktuellen Ausbruchs dieser Krankheit.

Laut aerzteblatt.de werden die Parasiten im Stuhl als dickwandige Sporen ausgeschieden, die für längere Zeit außerhalb ihres Wirts überleben können. Frisch im Stuhl sind sie nicht infektiös, weshalb auch direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch eher nicht passieren. Infektionen finden eher über kontaminierte Lebensmittel statt, durch die die Parasiten in den Dünndarm gelangen. Steigende Fallzahlen gibt es dabei in den Frühlings- und Sommermonaten, wobei die aktuellen Zahlen über den in dieser Jahreszeit üblichen Werten liegen. Wegen der Durchfallwelle droht US-Präsident Trump derweil mit hohen Zöllen auf Waren aus Mexiko.

RKI erwartet einzelne Fälle in Deutschland

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media mitteilt, ist Cyclosporiasis in Deutschland nicht meldepflichtig, weshalb dem RKI auch keine Daten dazu vorliegen. Generell müsse man davon ausgehen, „dass sich auch Reisende aus Deutschland in den bekannten Endemiegebieten infizieren und einzelne Reiserückkehrer dies mitbringen“. Auch in der Vergangenheit hätten Reisende die Krankheit nach Europa mitgebracht, etwa im Jahr 2017 während eines Ausbruchs in Mexiko.

Auch seien dem RKI bisher keine Ausbrüche von Cyclosporiasis in Deutschland durch eine Übertragung über kontaminierte Lebensmittel bekannt geworden. (Quellen: Eigene Anfrage beim RKI, aerzteblatt.de, x.com, cdc.gov, michigan.gov) (jws)