Jagd auf Goldschmuck-Betrüger: Seniorin um Zehntausende Euro geprellt – Polizei schlägt bei Bande zu

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Jagd auf Goldschmuck-Betrüger: Seniorin um Zehntausende Euro geprellt – Polizei schlägt bei Bande zu

Stand: 03.10.2026, 16:33 Uhr

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Kriminelle haben es in Hessen auf das Gold von Senioren abgesehen: Während in Kassel eine Frau durch einen Schockanruf wertvollen Schmuck verlor, zerschlug die Polizei eine Bande.

Die Rekordpreise für Gold rufen in Hessen vermehrt professionelle Betrügerbanden auf den Plan. Wie skrupellos die Täter vorgehen, zeigt ein aktueller Fall aus Nordhessen: In Kassel-Kirchditmold wurde eine Seniorin Opfer eines perfiden Schockanrufs und verlor ihren gesamten Goldschmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Angekaufter Goldschmuck

Angekaufter Goldschmuck auf dem Tresen: Die Polizei warnt vor organisierten Betrügern, die es auf Edelmetalle abgesehen haben. (Symbolbild) © Bodo Marks/dpa

Derweil gelang den hessischen Ermittlern in Frankfurt ein Schlag gegen eine überregional agierende Bande, die mit fingierten Briefkasten-Flyern einen Schaden von über 735.000 Euro anrichtete.

Schockanruf in Kassel: Falsche Ärzte fordern Gold für Krebs-Medikament

Im Kasseler Stadtteil Kirchditmold meldeten sich die Kriminellen telefonisch bei einer älteren Dame und gaben sich als Oberärztin sowie Klinikmitarbeiter eines örtlichen Krankenhauses aus. Sie behaupteten dramatisch, die Tochter der Frau sei mit einer schweren Krebserkrankung in der Notaufnahme gelandet und könne nur durch ein extrem teures Notfallmedikament gerettet werden.

Unter massivem psychologischem Druck willigte die Frau ein, die angebliche Behandlung vorzufinanzieren. Gegen 15:30 Uhr übergab sie im Bereich der Christbuchenstraße / Vor dem Forst ihren wertvollen Goldschmuck an einen unbekannten Abholer. Der Mann – laut Fahndung vom Polizeipräsidium Nordhessen etwa 60 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, kräftig gebaut, mit braunen Haaren und kariertem Hemd – flüchtete anschließend zu Fuß in Richtung Kassel-Harleshausen. Erst als die Seniorin ihre Tochter später erreichte, flog der Betrug auf.

735.000 Euro Schaden: Polizei gelingt Schlag gegen Goldankauf-Bande in Frankfurt

Dass Kriminelle nicht nur am Telefon, sondern auch direkt an der Haustür zuschlagen, belegt ein zweiter Großfall: In Frankfurt zerschlugen Ermittler eine organisierte Bande, die ältere Menschen über gefälschte Werbeflyer im Briefkasten um Wertsachen im Gesamtwert von über 735.000 Euro brachte.

Die Masche beim Betrug beim Goldankauf: Über Wurfsendungen wurden angebliche „Höchstpreise“ für alte Pelze, Nähmaschinen oder Antiquitäten versprochen. Bei den Hausbesuchen erklärten die Täter die Pelze jedoch rasch als wertlos und drängten die Opfer dazu, stattdessen Altgold und Familienschmuck weit unter Wert zu verkaufen. Die versprochene Kaufsumme wurde nie überwiesen.

Polizei und Verbraucherzentrale warnen: So schützen Sie Ihr Gold

Angesichts der Betrugswellen mahnt die Polizei in Hessen und anderen Bundesländern zu höchster Wachsamkeit. Die Verbraucherzentrale veröffentlichte einige Tipps, um den Betrügern nicht in de Falle zu gehen:

  • Keine Notfall-Forderungen am Telefon: Krankenhäuser, Ärzte oder Behörden verlangen niemals die Übergabe von Bargeld, Schmuck oder Gold als Vorkasse für medizinische Notfälle oder Kautionen.
  • Sofortige Rücksprache: Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen unter der gewohnten Rufnummer.
  • Keine Haustürgeschäfte: Lassen Sie niemals fremde Personen zur Begutachtung von Pelzen oder Schmuck in Ihre Wohnung.
  • Amtlich geeichte Waagen verlangen: Gewerbliche Goldankäufer müssen nach dem Mess- und Eichgesetz geeichte Präzisionswaagen (Eichklasse II) nutzen, die für Kunden frei einsehbar sind.
  • Punzierung und Börsenkurs prüfen: Kontrollieren Sie den Stempel (z. B. 333, 585 oder 750) und vergleichen Sie den Materialwert vorab mit dem tagesaktuellen Goldpreis.
  • Vergleichsangebote einholen: Verkaufen Sie Edelmetalle nur in festen Fachgeschäften etablierter Juweliere oder Scheideanstalten und holen Sie stets mehrere schriftliche Angebote ein.

(Quellen: dpa, Verbraucherzentrale) (kh)