Kamenz: Stadt hält an Museum der Westlausitz fest

Der Kamenzer Oberbürgermeister Michael Preuß steht weiter zum Museum der Westlausitz. Preuß kündigte an, es auch künftig finanziell unterstützen zu wollen. Zugleich bezweifelt er, dass die Pläne des Landkreises umsetzbar sind, die Trägerschaft für das Museum bereits 2027 abzugeben. Nachdem der Landkreis Bautzen sein Vorhaben mitgeteilt hatte, war Kritik laut geworden, unter anderem vom Förderverein des Museums.

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Kamenz: Stadt hält an Museum der Westlausitz fest
Außenansicht des Museums der Westlausitz: Klassizistisches sonnengelbes Gebäude mit weiß umrahmten Altbaufenstern auf drei Etagen, weißen Stuckelementen und rotem Dach, direkt davor eine asphaltierte Straße

AUDIO: Steht das Museum der Westlausitz zur Disposition? (4 Min)

Ungewisse Zukunft

Kamenzer Oberbürgermeister stellt sich hinter Museum der Westlausitz

Stand: 16.10.2026 07:40 Uhr

Der Kamenzer Oberbürgermeister Michael Preuß steht weiter zum Museum der Westlausitz. Preuß kündigte an, es auch künftig finanziell unterstützen zu wollen. Zugleich bezweifelt er, dass die Pläne des Landkreises umsetzbar sind, die Trägerschaft für das Museum bereits 2027 abzugeben. Nachdem der Landkreis Bautzen sein Vorhaben mitgeteilt hatte, war Kritik laut geworden, unter anderem vom Förderverein des Museums.

von MDR Kulturdesk

  • Die Zukunft des Museums der Westlausitz in Kamenz ist ungewiss, seit der Landkreis die Trägerschaft abgeben will.
  • Der Oberbürgermeister der Stadt, Michael Preuß, spricht sich für die Zukunft des Museums aus.
  • Eine neue Ausstellung zeigt zudem die Arbeit des Deutschen Zentrums für Astrophysik, das ein Labor in der Lausitz plant.

Der Kamenzer Oberbürgermeister Michael Preuß (parteilos) hat dem Museum der Westlausitz Unterstützung zugesichert. Preuß sagte MDR KULTUR, das Museum werde weiterhin jährlich 220.000 Euro von der Stadt bekommen. Zudem habe man zwei benachbarte Objekte angekauft, um es in Zukunft ausbauen zu können. Er sei dazu im engen Austausch mit Kreistagsabgeordneten.

Wenn man als einzigen Lösungsansatz, wo man sparen kann, die Kultur ausmacht, ist das ein fatales Zeichen. Michael Preuß, Oberbürgermeister von Kamenz

Preuß erklärte weiter, er habe starke Zweifel, dass der Landkreis seine Pläne umsetzen könne, die Trägerschaft für das Museum 2027 abzugeben. Er zeigte sich verwundert über die Geschwindigkeit, mit der der Landkreis die Veränderungen angekündigt hatte: "Natürlich habe ich großes Verständnis dafür, dass wir in finanziell herausfordernden Zeiten stehen. Aber wenn man als im Moment einzigen Lösungsansatz, wo man sparen kann, die Kultur ausmacht, ist das ein fatales Zeichen." Ende November soll in Kamenz zur Zukunft des Museums entschieden werden.

Der Kiefer eines Haifisches im Museum der Westlausitz. Im Hintergrund sitzt eine Gruppe Kinder.

Im Museum der Westlausitz sind nicht nur Exponate aus der Stadtgeschichte ausgestellt, sondern auch prähistorische Funde.

Neue Ausstellung zeigt: Museum hat Zukunftsperspektive

Dass das Museum eine Zukunftsperspektive habe, zeigt sich für den Oberbürgermeister auch an der aktuellen Sonderausstellung "Granitmassiv – die Lausitz hört das All". Sie ist in Kooperation mit dem 2025 gegründeten Deutschen Zentrum für Astrophysik (DAZ) entstanden. Die Schau soll die geplante Arbeit des DAZ in der Lausitz vorstellen und dabei testen, wie man das Museum mit modernen Medienstationen künftig weiterentwickeln kann.

Die Ausstellungen im Elementarium des Museums Westlausitz laden dazu ein, die Welt zu entdecken

Das Museum der Westlausitz in Kamenz hat eine lange Geschichte.

Das DAZ plant derzeit in der Lausitz ein Großforschungszentrum, um Gravitationswellen aus dem All unterirdisch analysieren zu können. Um diese Wellen wahrnehmen zu können, braucht es eine störungsfreie Umgebung – die garantiert das Granitmassiv unter der Lausitz. In 200 Metern Tiefe soll künftig ein Labor entstehen, das sogenannte "Low Seismic Lab".

Wissenschaft soll junge Menschen anlocken

Mit dem geplanten Wissenschaftsstandort in der Lausitz will man auch dazu beitragen, die Region in Zukunft attraktiver für junge Menschen zu machen. Co-Kuratorin Jana Bingemer vom DAZ sagte MDR KULTUR, es sei wichtig, jungen Menschen in der Lausitz damit eine Zukunftsperspektive zu geben und zu zeigen, "dass sie nicht weggehen müssen, dass sie in der Region bleiben können und darüber hinaus auch das Selbstbild der Region mitgestalten können".

Sonderausstellung: "Granitmassiv – Die Lausitz hört das All"

10. Oktober 2026 bis 26. September 2027

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag | 8-16 Uhr

Adresse
Museum der Westlausitz
Pulsnitzer Str. 16
01917 Kamenz

Quelle: MDR KULTUR (Grit Krause)
Redaktionelle Bearbeitung: gw, hki, tis

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