Kampf um Frauenklinik: Bürgermeister holen alle an einen Tisch – „wollen Energie bündeln"

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Kampf um Frauenklinik: Bürgermeister holen alle an einen Tisch – „wollen Energie bündeln"

Stand: 22.08.2026, 06:03 Uhr

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Demo zum Erhalt der Geburtshilfe/Frauenklinik Schwalmstadt

Am vergangenen Samstag wurde zum zweiten Mal gegen die Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Schwalmstadt demonstriert. © Sandra Rose

Die Bürgermeister im südlichen Schwalm-Eder-Kreis wollen die Frauenklinik in Schwalmstadt retten. Sie setzen sich mit Politikern aus drei Landkreisen zusammen.

Schwalmstadt – Die Bürgermeister im südlichen Schwalm-Eder-Kreis laden zu einem überparteilichen Runden Tisch zur Zukunft von Geburtshilfe und Gynäkologie am Klinikum Schwalmstadt ein.

Eingeladen seien politische Verantwortungsträger der gesamten Region – ausdrücklich auch aus den angrenzenden Räumen Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg, denn das Einzugsgebiet der Klinik ende nicht an der Kreisgrenze, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Federführung übernimmt Schwalmstadts Bürgermeister Tobias Kreuter als Bürgermeister der Standortkommune.

8000 Unterschriften wurden bereits gesammelt

„Die Klinik steht in Schwalmstadt, aber sie versorgt eine ganze Region. Deshalb holen wir alle an einen Tisch, unabhängig von Kreisgrenzen und Parteibüchern“, erklärt Kreuter.

„In den vergangenen Wochen gab es viele gute Initiativen, Kundgebungen, eine Petition mit über 8000 Unterschriften, Vorstöße aus verschiedenen politischen Richtungen sowie einen koordinierten Vorstoß aus den Reihen einiger Bürgermeister. Genau diese Energie wollen wir jetzt bündeln.“

Hintergrund der Aktion ist die Antwort des Hessischen Gesundheitsministeriums auf den Fragenkatalog der Bürgermeister. Diese bestätigt, dass das Land bei regionalen Besonderheiten von den starren Grenzwerten für den Sicherstellungszuschlag abweichen kann und der Träger die Leistungsgruppe Geburtshilfe für 2027 gar nicht erst beantragt hat.

„Damit liegt auf dem Tisch, worüber wir reden müssen“, sagt Luca Fritsch, Sprecher der Bürgermeister im Schwalm-Eder-Kreis. „Der rechtliche Spielraum existiert, das Ministerium bestätigt ihn. Jetzt ist es eine Frage des politischen Willens, ihn zu nutzen.“

Für politische Schuldzuweisungen und parteitaktische Spiele sei keine Zeit. Es gehe darum, aus den verschiedenen Vorstößen eine gemeinsame Linie zu machen, die man geschlossen formulieren und vertreten könne.

Für die medizinische Versorgung im Schwalm-Eder-Kreis haben das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar und die Asklepios-Klinik in Schwalmstadt eine zentrale Bedeutung und sind daher auch im Bereich Geburtshilfe und Gynäkologie unverzichtbar. Dies soll sich auch in der Entwicklung der gemeinsamen Linie wiederfinden.

Eine Übergangslösung soll geschaffen werden

Die Zielsetzung des Runden Tisches ist darüber hinaus klar umrissen: Asklepios soll die Fortführung der Leistungsgruppen Geburtshilfe und Gynäkologie beantragen.

Das Land soll seinen Spielraum bei der Gewährung des Sicherstellungszuschlags nutzen und eine Übergangslösung schaffen, die den Standort kurzfristig sichert.

Zudem wird das Land aufgefordert, ein Förderprogramm zur Absicherung von Geburtshilfe und Gynäkologie im ländlichen Raum aufzulegen – nach dem Vorbild Bayerns. „Bayern beweist seit Jahren, dass ein Land Geburtshilfe in der Fläche erhalten kann, wenn es will“, so Fritsch.