Kassenwart, Dauerbrenner und jetzt „Goalgetter“: Maris Thiry – einfach „mega wichtig“ für Wetschen

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Kassenwart, Dauerbrenner und jetzt „Goalgetter“: Maris Thiry – einfach „mega wichtig“ für Wetschen

Stand: 07.08.2026, 19:05 Uhr

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Fast immer im Einsatz: Kein Spieler im Wetscher Kader hat in der Vorsaison mehr Spiele gemacht als Maris Thiry (links).

Fast immer im Einsatz: Kein Spieler im Wetscher Kader hat in der Vorsaison mehr Spiele gemacht als Maris Thiry. © Krüger

In der Wetschen-Kabine treibt Maris Thiry die Schulden ein, auf dem Platz räumt er ab und trifft nun auch. Alles zum Defensivmann und zum Landesliga-Start gegen Godshorn.

Wetschen – Eine Kiste zahlen muss Maris Thiry nicht – auch wenn der Defensivspezialist des TSV Wetschen am vergangenen Sonntag sein erstes Saisontor im Bezirkspokal erzielt hatte. Der Strafenkatalog sieht diese „Sanktion“ nämlich nur für Neuzugänge vor. Das weiß Thiry nur allzu gut, schließlich ist der Banker aus Wagenfeld der Kassenwart beim Fußball-Landesligisten. Ein Amt, das Thiry gerne ausübt, wie er vor dem Punktspielstart zu Hause gegen den TSV Godshorn (Samstag, 16 Uhr) berichtet.

Die Torwart-Frage

Lars Goebel rückt am Samstag wieder zwischen die Pfosten. Das teilte Wetschen-Trainer Andre Klanke vor dem Heimspiel gegen Godshorn mit. Im Bezirkspokal hatte noch Tim Becker im Kasten gestanden und beim 2:0 in Seckenhausen sein Pflichtspielcomeback nach rund einjähriger Verletzungspause gegeben. Grund für den Wechsel ist aber nicht Beckers Leistung, sondern das etablierte Torwart-Sharing. Das praktizieren die Wetscher vorerst weiter.

„Die ursprüngliche Idee war eigentlich, mit einer Nummer eins für Klarheit zu sorgen“, sagt Klanke: „Aber beide machen so einen herausragenden Job, dass wir noch kein abschließendes Urteil gefällt haben.“ Es könne auch weiter sein, dass sich die zwei im Tor abwechseln.

Besonders groß ist die Freude, wenn was fällig ist. „Ich freue mich zum Beispiel immer, wenn die Neuzugänge in der Vorbereitung mal die Kapitänsbinde bekommen, denn auch das kostet eine Kiste“, schmunzelt Thiry. Und auch, wenn ein Teamkollege mal zu spät zum Training kommen sollte, hat der Bayern-Fan das genau im Blick und treibt am Monatsende die Schulden ein. Einen Euro pro Minute kostet das – selbstverständlich auch Thiry selbst. „Die Kollegen fragen mich immer, ob ich mich denn auch selbst eingetragen habe, wenn ich mal zu spät bin“, lächelt der 23-Jährige. Die Einnahmen nutzt der Festausschuss um Thiry für Mannschaftsevents.

Doch auch in sportlicher Hinsicht übernimmt er beim Oberliga-Absteiger Verantwortung. Hinter Timo Hibbeler und Finn Raskopp ist Thiry inzwischen dritter Kapitän. „Maris ist mega wichtig – auf und neben dem Platz“, schwärmt Trainer Andre Klanke: „Er ist zweikampfstark, laufstark, hat diese Passsicherheit und ist flexibel einsetzbar.“ Nicht umsonst absolvierte Thiry als Innenverteidiger oder Sechser in der Vorsaison mit 29 Partien die meisten Spiele im Kader.

„Und obendrein hat er jetzt den Goalgetter in sich entdeckt“, ergänzt Klanke lächelnd. Hintergrund: Im Bezirkspokal-Erstrundenduell in Seckenhausen köpfte Thiry in Stürmermanier zum vorentscheidenden 2:0 ein. Gleich im ersten Pflichtspiel. In der Vorsaison hatte er dagegen bis zum letzten Spieltag auf sein erstes Tor warten müssen. Umso mehr freute er sich jetzt. „Weitergekommen, Tor gemacht – besser geht‘s fast gar nicht“, sagt Thiry und überlegt: „Vielleicht wäre es doch keine schlechte Idee, wenn jeder für sein erstes Saisontor zahlen müsste.“ Der Kassenwart würde es gerne tun.

Personal und Gegner

Die Vorfreude auf den Punktspielstart ist „riesig“ bei Andre Klanke. Der Trainer des Landesligisten TSV Wetschen brennt nach seinem erfolgreichen Pflichtspieldebüt im Bezirkspokal in Seckenhausen (2:0) ganz besonders darauf, mit seinem Team vor den eigenen Zuschauern zu spielen. Auf dem heimischen Rasen erwartet der Chefcoach einen „kompakten“ Gegner aus Godshorn, der über Konter Nadelstiche setzen werde. Klanke sieht seine Mannschaft darauf jedoch gut vorbereitet.

Die beiden zentralen Mittelfeldspieler Julian Fehse und Lennart Greifenberg fehlen jedoch am ersten Spieltag. Fehse ist laut Klanke auf einer Familienfeier, Student Greifenberg hat eine Pflichtveranstaltung an der Uni.