Keltern trotz schlechter Ernte: Mühlheimer Äbbelschebberfest gut besucht

Die Streuobstfreunde vom Gailenberg feierten ihr viertes Äbbelschebberfest – doch der Verkauf von Äpfeln fiel wegen der schlechten Ernte komplett aus. Statt aus einem Gerippten tranken die Gäste den frisch gepressten Most in Bechern, die kleiner sind als Schnapsgläser.

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Keltern trotz schlechter Ernte: Mühlheimer Äbbelschebberfest gut besucht

Stand: 28.09.2026, 07:55 Uhr

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Der Äbbelschebber scheppt Äbbel in die Mühle

Der Äbbelschebber scheppt Äbbel in die Mühle. © Holger Hackendahl

Die Mühlheimer Streuobstfreunde vom Gailenberg feierten ihr viertes Äbbelschebberfest – doch der Verkauf von Äpfeln fiel wegen der schlechten Ernte komplett aus.

Mühlheim – Die Sonne lachte vom Himmel, Wettergott Petrus muss ein Obstbaufreund sein. Äpfel hängen aber heuer nur sehr wenige oder auch gar nicht an den Bäumen – so schlecht wie schon lang nicht mehr war die Apfelernte in diesem Jahr. Auch beim „Äbbelschebberfest“ der Streuobstfreunde vom Dietesheimer Gailenberg fehlte die reichhaltige Ernte und so gab es auch keinen Apfelverkauf an die Festgäste.

Auf reges Interesse stieß die Sortenausstellung

Auf reges Interesse stieß die Sortenausstellung. © Holger Hackendahl

Immerhin einige Säcke der Vitamin-C-reichen Früchte hatten die Hobbyobstbauern zusammengetragen, in Ortslagen gibt es einige Apfelbäume mit Früchten. So viele, dass das beliebte Schaukeltern möglich war. Doch spätestens da machte sich die geringe Ernte wieder bemerkbar: Statt aus einem Gerippten-Glas verkosteten die Streuobstfreunde und ihre zahlreichen Gäste den aus der Kelter herausfließenden Most in Miniaturbechern, die kleiner sind als Schnapsgläser. Dennoch schmeckte der diesjährige Most den Besuchern– vielleicht sogar noch besser als in größeren Mengen. Denn das Übermaß an Sonne im Sommer wurde von weniger Früchten eingefangen.

Die Streuobstfreunde Mühlheim/Hanau luden zum vierten Äppelschebberfest auf ihr Streuobstwiesengelände im Landschaftsschutzgebiet Gailenberg ein. Und dort kürten sie Bürgermeister Alexander Krey (CDU) durch Umhängen einer grünen Schärpe zum „Äbbelschebber 2026“.

Saft mittels Muskelkraft gepresst

So eröffneten die Vereinsvorsitzenden Reiner Kraft und Kai Heckele den Festtag um die Apfelfrucht. Dem Bürgermeister war es vorbehalten, die Äpfel in die Apfelmühle zu „scheppe“. Der grob gemahlene Brei wurde in eine mit Tüchern ausgekleidete Kelterpresse umgefüllt und gleich darauf mittels Muskelkraft und den Brei pressenden Holzplatten der erste Süße gepresst. Dann ging es schnell. Aus der Zotte in die Probierbecher und ab in die Kehle der Umstehenden. Als „köstlich“ und „lecker“ befanden die Saftprobanten, darunter auch einige junge französische Schülerinnen, die zum Austausch in der Mühlenstadt weilen.

Trotz geringer Ernte konnten für das einmal mehr gut besuchte Streuobstwiesenfest noch einige Äpfel verschiedenster Sorten als kleine Sortenausstellung in Bastkörbchen zusammengestellt werden – vom Zierapfel über circa 15 Sorten bis hin zur Apfelquitte. Der Festtag bot aber noch weitaus mehr. Holger Marx, Imker auf dem Gailenberg, hatte den Honig seiner auf dem Streuobstwiesengelände lebenden Bienenvölker in Gläser gefüllt und bot ihn zum Kauf an. Weitere lokale Erzeugnisse wie Apfeltau, ein hochprozentiges Apfelgetränk aus Steinheim, aber auch Wildschweinbratwurst und hausgemachte Kuchen sowie die Möglichkeit, auf einem Traktor mitzufahren, sorgten für ein rundum gelungenes Familienfest.