Kirchturm, Carillon, Backhaus: Anmeldung für begehrte Denkmäler läuft

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Kirchturm, Carillon, Backhaus: Anmeldung für begehrte Denkmäler läuft

Stand: 14.08.2026, 19:02 Uhr

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FOTO TAGESSATZFrankfurt: Die Dreikönigskirche wird saniert, Begehung mit Peter HofmannFoto aufgenommen am 18.07.2024Foto: Rolf Oeser

Die Dreikönigskirche bietet einen Panoramablick über Frankfurt. © ROLF OESER/Rolf Oeser

Am 13. September öffnen Denkmäler in Hessen ihre Türen. Für einige Führungen müssen sich Besucher vorab anmelden – die Plätze sind begrenzt.

Am Sonntag, 13. September, öffnen Denkmäler ihre Türen. Auch wenn bis zum „Tag des offenen Denkmals“ noch etwas Zeit ins Land geht, ist es sinnvoll, sich vorab über das Programm zu informieren. Denn einige Denkmäler können Besucher:innen nur mit Anmeldung besichtigen – und die Plätze sind heiß begehrt. Eine kleine Auswahl der angebotenen Sehenswürdigkeiten.

Panoramablick von Frankfurter Kirche

Wer einen umfassenden Blick über die Frankfurter Skyline werfen möchte, kann dies am 13. September von der Dreikönigskirche aus tun. Die neugotische Hallenkirche in Sachsenhausen, Dreikönigsstraße 30, wurde 1881 nach Plänen von Dombaumeister Karl Denzinger errichtet. Sie entstand als Neubau nach dem Abriss einer Spitalkapelle. Zur Ausstattung gehört unter anderem eine Opferstocktafel von 1531. Derzeit erfolgt die Instandsetzung des Kirchturms im dritten Bauabschnitt der Fassaden- und Dachinstandsetzung.

Die Gemeinde bietet um 14, 15, 16 und 17 Uhr Kirchenführungen mit einer anschließenden Besteigung des 80 Meter hohen Kirchturms an. Von dort lässt sich ein Rundumblick über Frankfurt genießen. Anmeldungen nimmt die Kirchengemeinde unter der E-Mail-Adresse [email protected] entgegen.

Carillon-Führung im Schloss Johannisburg

Oberursel, Ortsteil Bommersheim, FriedhofFoto: Priedemuth

Auch Gräber können besichtigt werden. © Jens Priedemuth

Wer zur richtigen Zeit über den Aschaffenburger Marktplatz läuft, kann seinen Melodien lauschen: Das Carillon im Ostturm des Schlosses Johannisburg erklingt täglich kurz nach neun, zwölf und 17 Uhr. Das Turmglockenspiel wird normalerweise automatisch gesteuert, doch am 13. September zwischen 11:30 und 15:30 Uhr können Besucher:innen ganz nah zusehen und hören, wie das Carillon von Hand gespielt wird.

Die Aschaffenburger Stadtglockenspieler Ariane Toffel und Georg Wagner führen in den Glockenturm im 8. Stockwerk des Schlosses. Das Carillon besteht aus 48 Glocken, die 1969 gegossen wurden. Davon wiegt die größte satte 271 kg. Im Anschluss an die Führungen spielt die US-amerikanische Carilloneurin Elizabeth Vitu um 17 Uhr ein einstündiges Konzert.

Die Anmeldung zu neun kostenlosen, 30-minütigen Carillon-Führungen ist vom 1. bis 11. September online über kulturamt-aschaffenburg.de möglich. Jede Führung ist auf zehn Personen begrenzt. Der Treffpunkt ist im Innenhof Schloss Johannisburg vor dem Ostturm, Schlossplatz 4, 63739 Aschaffenburg. Der Turm ist nicht barrierefrei.

Was Oberurseler Gräber erzählen

In Oberursel zeigt die Führung „Was Gräber erzählen“, wie sich die Geschichte und die gesellschaftlichen Veränderungen in den vergangenen beiden Jahrhunderten in der Gestaltung und Beschriftung der Grabsteine und Denkmäler widerspiegeln. Der Rundgang beginnt um 11 Uhr am Kriegerdenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg, Adenauer Allee 7. Von dort aus führt der Weg zum und über den alten Oberurseler Friedhof.

Bei der Führung werden Ruhestätten von Widerstandskämpfern sowie die Gesellschaft prägende Persönlichkeiten der Nachkriegszeit besucht. Wer sich anmelden möchte, kann dies per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0162/513036 tun.

Inklusive Stadtführung durch Weilburg

Die neue Stadtführung „Weilburg zum Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken“ soll den Ort zugänglicher machen und geht dabei insbesondere auf die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbeeinträchtigung ein. Dennoch steht die Führung allen offen. Der Geschichtsverein und die evangelische Kirchengemeinde der Stadt organisieren den Spaziergang. Treffpunkt ist das bronzene Stadtrelief auf dem Weilburger Marktplatz, 35781 Weilburg. Teilnehmende können am 13. September um 15 Uhr die Stadt durch das Relief ertasten, in der Schlosskirche Orgelklängen zuhören oder den Weilburger Schlossgarten erschmecken.

Zwei Stunden lang soll die Führung dauern, um eine Voranmeldung per E-Mail an [email protected] wird gebeten. Solange noch Plätze frei sind, können sich Interessierte auch spontan anschließen.

Erkundung des Rüsselsheimer Theaters

Das 1969 als Gastspielhaus eröffnete Theater Rüsselsheim ist ein prägnanter Theaterbau der Nachkriegszeit. Theater- und bühnentechnisch sowie raumakustisch gilt der Bau laut der Website des Tags des offenen Denkmals als beispielhaft. Das Theater präge den Rüsselsheimer Stadtraum als monumentale Großfigur. Seit 2024 ist es als Kulturdenkmal geschützt.

Neben Wissenswertem und Anekdoten zur Geschichte und Architektur des Bauwerks erhalten die Teilnehmer:innen einer Führung Einblicke in die Bühnen-, Licht- und Tontechnik des Theaters. Dabei wird die Gruppe viele Stockwerke erklimmen, um von der Sprinkleranlage und den klimatechnischen Anlagen im Kellergeschoss bis zum Schnürboden gut 19 Meter oberhalb der Bühne alle Bereiche vor, auf, unter und über der Großbühne inspizieren zu können. Die Führung beginnt um 10 Uhr beim Haupteingang des Theaters, Am Treff 7. Eine Anmeldung ist bis Montag, 31. August, per E-Mail an [email protected] erforderlich.

Frisches Brot aus dem Backhaus

Das Gemeindebackhaus in Bremthal wurde um 1900 errichtet und wird als Veranstaltungsort genutzt. Seit vergangenem Jahr wird dort nach langer Pause gelegentlich wieder Brot gebacken. Besucher:innen können den originalen Holzbackofen besichtigen und frisches Brot kosten. Der Backsteinbau mit farbig abgesetzten Ziergliedern ist zwar gut erhalten, gehört allerdings auch zu den jüngeren Beispielen.

Am 13. September ist das Backhaus in Eppstein-Bremthal, Bornstraße 14, zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Kaffee und Kuchen gibt es außerdem im Heimatmuseum direkt daneben.