Klinik-Ruine unter dem Hammer: Stadt bietet mit – Auktion scheitert an privatem Bieter
StartseiteLokalesNortheimBad GandersheimStand: 11.10.2026, 19:06 UhrKommentareUns auf Google folgenSoll versteigert werden: Die frühere Bad Gandersheimer Roswitha-Klinik an der Hildesheimer Straße der Kurstadt....
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Stand: 11.10.2026, 19:06 Uhr
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Ein privater Bieter überbot die Stadt, woraufhin Bad Gandersheim die Einstellung der Versteigerung beantragte. Ein neuer Termin soll voraussichtlich im kommenden Jahr folgen.
Bad Gandersheim – Selten gab es in einer Angelegenheit so einen großen Konsens in der Bad Gandersheimer Politik, wie in dieser: Die Bad Gandersheimer Stadtverwaltung will sich in Sachen Zukunft der früheren Roswitha-Klinik „das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen“, sagt Bürgermeister Niklas Kielhorn beim Pressegespräch am Freitagmittag. Was war passiert?
Stadt will Ruinen verhindern
Würde die Stadt jetzt nicht die Gelegenheit nutzen, die Zukunft der Ex-Kurklinik in die Hand zu nehmen, besteht laut Bürgermeister Niklas Kielhorn die Gefahr, das alles so bleibt, wie es ist. Dann „ergibt sich die nächste Chance vielleicht erst in 10, 20, 30 Jahren“. Die Stadt wünscht sich seriöse Interessenten. Altersgerechtes Wohnen wäre eine denkbare Option zur Nachnutzung, Möglichkeiten diskutiere man gemeinsam im Rat.
Der 1973 errichtete Terrassenbau liegt an der Hildesheimer Straße, der wichtigen Durchfahrtsstraße Bad Gandersheims. Sie zieht die Blicke also auf sich, hat aber seit Jahren keinen Nutzen. Nach der Schließung der 189 Einzelzimmer und 42 Doppelzimmer umfassenden Klinik wurde das Gebäude versteigert. Ein Seniorenhotel sollte folgen, das passierte nicht. Ein Hotel Garni war zwischenzeitlich untergebracht, auch die Domfestspiele hatten sich kurzzeitig eingemietet. Mit dem Verkauf 2019 an einen Braunschweiger Unternehmer waren Hoffnungen verbunden – passiert ist nichts.
Die Stadtverwaltung hat im Jahr 2024 die Zwangsversteigerung des Objektes beantragt. Hintergrund sind unter anderem sogenannte öffentliche Lasten im sechsstelligen Bereich, also nicht gezahlte Gebühren, die die Stadtverwaltung als Gläubigerin ausgezahlt haben möchte. Am Freitag kam dieser vom Amtsgericht Bad Gandersheim angesetzte Termin zur Versteigerung kurzfristig zustande. Hintergrund: Der bisherige Eigentümer ist zwischenzeitlich verstorben.
Durch die Verwaltung wurde ein Wertgutachten beauftragt, das den Verkehrswert der Immobilie auf 350.000 Euro geschätzt hat. Das klingt wenig, ist aber durch den Zustand begründet: Große Klinik-Teile sind durch Feuchtigkeit und Schimmel stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Immer wieder sind Diebe und Randalierer im Haus und stehlen, wie Donnerstagnachmittag, Kupferkabel.
Die Stadtverwaltung hat sich für die Auktion vom Stadtrat grünes Licht zum Mitbieten geholt – bis zum Verkehrswert von 350.000 Euro. Warum? Weil man verhindern möchte, dass das Gleiche passiert, wie zuletzt bei der Roswitha-Klinik oder dem Kurhaus. „Beim Kurhaus gibt es derzeit keine Chance, zu einem reellen Preis an die Immobilie zu kommen. Diese haben wir bei der früheren Roswitha-Klinik jetzt“, erklärt Kielhorn. Das bedeutet: Die Stadt würde, wenn sie den Zuschlag erhält, die Immobilie mit einer 90-prozentigen Förderung abreißen, ganz oder in Teilen, oder die frühere Klinik an einen neuen Besitzer mit gutem Konzept weiterveräußern.
Am Freitag ist dieses Vorhaben vorerst gescheitert, ein privater Mitbieter hat ein höheres Gebot abgegeben. Die Stadt hat daraufhin die Einstellung der Versteigerung beantragt, dem Antrag wurde gefolgt. Jetzt muss es einen neuen Termin geben, voraussichtlich im kommenden Jahr.