Klub Zara: Der neue Stammtisch für Gen-Z-Frauen in Frankfurt kommt gut an

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Klub Zara: Der neue Stammtisch für Gen-Z-Frauen in Frankfurt kommt gut an

Stand: 29.09.2026, 21:00 Uhr

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Frankfurt. 23.09.2026. „Klub Zara“, Frauen der Gen Z treffen sich vor Ortis Kiosk in Bockenheim, eine Art Stammtisch. Statt digital treffen sich die Frauen hier analog zum Austausch und um Freundschaften zu schliessen. Gegruendet hat es die Hattersheimerin Zara Sophia Schmittel.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Initiatorin Zara Sophia Schmittel hatte im Sommer den Stammtisch gestartet. © Renate Hoyer

Der Stammtisch ist ein Safe Space, in dem sich Frankfurterinnen und Neuzugezogene zwischen 20 und 30 Jahren entspannt kennenlernen und austauschen können.

Anfangs kommen die Gen-Z-Frauen vereinzelt an, aber sie mischen sich schnell: Der Bürgersteig vor dem kleinen Kiosk in Bockenheim füllt sich an diesem warmen Herbstabend. Die Stimmung ist entspannt und fröhlich: „Schön, dass Ihr da seid, holt Euch erst mal ein Getränk!“, begrüßt Zara Sophia Schmittel in ihrem Trenchcoat die anderen Frauen mit einem Lächeln und gibt ihnen gleich das Gefühl, willkommen zu sein. Sie selbst hält eine Limoflasche in der Hand.

Die 24-Jährige ist die Initiatorin des im Sommer gegründeten Klubs Zara. „Der wöchentliche Stammtisch ist ein super niedrigschwelliges Angebot für Frauen zwischen 20 und 30, um sich kennenzulernen, sich miteinander auszutauschen“, sagt sie. Als Treffpunkt hat sie bewusst keine teure Bar gewählt, es gibt keinen Dresscode und keine „Dating“-Vibes. Die Getränke im Kiosk sind günstig. „Es gibt in Frankfurt viele Day-Drinking-Sachen. Aber diese sind dann mit Alkohol verbunden. Und da geht es eher ums Sehen und Gesehenwerden“, sagt Schmittel. Im Klub Zara stehe authentisch sein zu können im Vordergrund, die Frauen sollen einen „Safe Space“ haben. „Es geht nicht darum, Männer explizit auszuschließen, sondern die Beziehungen zwischen Frauen zu stärken: Es sind einfach andere Gespräche, als wenn Männer dabei wären. Die meisten Mädels durchleben die gleichen Dinge, haben ähnliche Probleme. Sie können einander verstehen, finden hier Gehör.“

Klub Zara und weitere Treffpunkte

Klub Zara, Stammtisch für Frauen zwischen 20 und 30 Jahren, jeden Mittwochabend in Bockenheim, Adresse und Anmeldung auf Instagram

Den Spazierclub Frankfurt gibt es ebenfalls seit diesem Sommer. Dort treffen sich Menschen jeden Sonntag um 15 Uhr in der Innenstadt zum gemeinsamen Spaziergang. Etwa zwei Stunden dauert dieser. Hauptsächlich geht es darum, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Dazu kommen kann jeder und jede, das Angebot ist kostenfrei. Treffpunkt ist die Rosenbergerstraße 4 (unweit der Konstablerwache) um 15 Uhr. Mehr Infos auf Instagram

Für Menschen ab 40 Jahren gibt es schon länger die kostenfreie App „Meet 5“ für reale Gruppentreffen und gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge am Main oder Restaurantbesuche.

Seit Ende Juli treffen sie sich jeden Mittwochabend. Über Instagram und TikTok machte Schmittel ihren Klub Zara bekannt. Anfangs waren es 12, mittlerweile kämen bis zu 40 Frauen. Über Instagram-Nachricht können sie sich unkompliziert anmelden. Einige der Frauen sind an diesem Abend zum ersten Mal dabei. Deswegen gibt es im großen Kreis eine kurze Vorstellungsrunde, dann beginnen die Gespräche in kleineren Gruppen. Von Wohnungssuche über Studium, Datingleben, Arbeit bis zu Feminismus und toxischer Männlichkeit ist alles Thema.

Neben dem Stammtisch gibt es auch eine WhatsApp-Gruppe, in der sie sich spontan verabreden, um zusammen feiern zu gehen. Im Sommer waren sie schon am See. „Und eine Teilnehmerin macht eine Pilates-Ausbildung und hat mit uns eine kostenlose Stunde Pilates im Park gemacht.“ Zwischendrin organisiert Schmittel Single-Events, bei denen auch „Boys“ willkommen sind.

Schmittel selbst ist in Hattersheim aufgewachsen. 2021 zieht sie nach Berlin für ihr BWL-Studium, absolviert Auslandssemester und wohnt nun seit einem Jahr wieder in Frankfurt: „Als ich in Berlin lebte, hatte ich ein paar Freunde, aber nicht wirklich Anschluss gefunden. Deswegen war mir klar, dass ich hier in Frankfurt selbst was unternehmen muss, damit das anders wird.“ Sie betont: „Ich wollte gerne eine Gruppe von Frauen haben, denen ich immer schreiben kann, so dass ich eben nicht das Gefühl habe, dass ich hier alleine bin.“

Anfangs lädt sie über ihr privates Instagram-Profil Freundinnen zu sich nach Hause zu „Bastel-Events“ ein: „Ich merkte, da war ein großes Interesse, dann brachten Freundinnen auch immer mehr Leute mit – und irgendwann war es eine richtig große Gruppe.“

Und sie habe gedacht: „Vielleicht gibt es auch außerhalb meines privaten Instagram-Kreises Mädels, die Lust hätten, sich zu treffen.“ So sei die Idee des „Girls Club“-Stammtischs entstanden. Im Oktober bleibt der Stammtisch noch vor dem Bockenheimer Kiosk: Im Winter soll es drinnen an einem anderen Ort weitergehen. „Es laufen gerade Gespräche, damit wir einen kostenlosen Raum bekommen.“

Kommen und gehen, wann man mag

Frauen, die neu in der Stadt sind, mischen sich mit gebürtigen Frankfurterinnen. Charlotte (25), die aus Nordrhein-Westfalen vor kurzem nach Frankfurt gezogen ist, sagt: „Es gibt zwar auch die App ‚Bumble for Friends‘, um Freundinnen kennenzulernen. Aber das ist dann so ein Eins-zu-Eins-Treffen wie beim Date und das kann auch unangenehm werden. Also, wenn man merkt, dass man gar nicht miteinander matcht, sich nichts zu sagen hat, aber dann dasitzen bleiben muss, bis man den Kaffee ausgetrunken hat.“ Hier beim Stammtisch mit vielen Leuten sei es einfach viel lockerer, andere kennenzulernen, und „man kann kommen und gehen, wann man mag“.

Wieso glaubt Initiatorin Schmittel, dass dieses analoge Treffen so gut bei der digital aufgewachsenen Gen Z ankommt? „Meine Generation, die in der Pandemie und mit Social Media aufgewachsen ist, fällt es oft schwerer, soziale Kontakte aufzubauen. Die Hürde, sich zu öffnen, ist größer. Viele trauen sich nicht, zur Volkshochschule oder in den Sportverein zu gehen oder eben dort Leute anzusprechen. Das kostet viel Energie.“ Hier kämen die Frauen hin und wüssten, dass hier „Mädels sind, die auch Lust haben, andere coole Frauen kennenzulernen und tolle Gespräche zu führen“.

Inzwischen haben sich um sie herum unterschiedlich Kleingruppen- oder Zweiergespräche entwickelt. Ein bisschen fühlt es sich so an wie bei einer WG-Party, wenn alle zusammen in der Küche stehen und sich unterhalten.

Die Frauen sind so international wie Frankfurt: Die Südkoreanerin Elli (24), die eigentlich Young Hyeon heißt, ist für ein Jahrespraktikum nach Deutschland gezogen und zum ersten Mal dabei: „Ich möchte gerne viele Leute in Frankfurt kennenlernen.“ Sie unterhält sich angeregt mit der Mediengestalterin Marie (22), die aus Mainz vor einem halben Jahr hergezogen ist und auch Anschluss sucht.

Mittendrin in einer Gruppe unterhält sich, lacht und raucht die Spanierin Laura (21) aus Cadiz. Die Fremdsprachenassistentin ist vor zwei Wochen zugezogen. Sarah (23) ist zum fünften Mal dabei: „In meinem Studiengang ‚berufsbegleitender Maschinenbau‘ sind nur Männer. Ich komme also bewusst her, weil ich hoffe, hier Freundinnen zu finden.“

Zara (23) ist Lehramtsstudentin aus Seckbach und zum zweiten Mal beim Club Zara dabei. „Es ist total cool, sich mit anderen Frauen hier zu connecten, die eben ganz andere Berufe oder Studiengänge haben als ich. Das macht die Gespräche spannender.“ Auch sie betont, dass es toll sei, dass keine Männer dabei seien: „Unter Frauen sind die Vibes einfach anders. Das macht die Treffen vertrauter, sicherer, schöner.“