Derby gegen Gladbach: Köln vor Gladbach - Derby mit Kölner Sturm-Problem

<strong>Ausgerechnet vor dem wegweisenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach fallen Kölns Mittelstürmer aus. Ein kurzfristiger Ersatz wurde nicht verpflichtet. Trainer René Wagner bieten sich dennoch einige Optionen - auch ein Systemwechsel auf eine Aufstellung mit Doppelspitze scheint möglich.</strong>

  • 4 min read
Derby gegen Gladbach: Köln vor Gladbach - Derby mit Kölner Sturm-Problem
Marius Bülter und Said El Mala im Training

Stand: 08.10.2026 • 07:41 Uhr

Ausgerechnet vor dem wegweisenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach fallen Kölns Mittelstürmer aus. Ein kurzfristiger Ersatz wurde nicht verpflichtet. Trainer René Wagner bieten sich dennoch einige Optionen - auch ein Systemwechsel auf eine Aufstellung mit Doppelspitze scheint möglich.

Von Markus Kramer

Im Nachhinein wird man sich beim 1. FC Köln wohl wünschen, das Testspiel bei Viktoria Köln in der Länderspielpause nie bestritten zu haben. Denn die Kölner zeigten beim 2:2 gegen den Drittligisten nicht nur eine ernüchternde Leistung, es kamen auch noch zwei Verletzungen hinzu, die besonders weh tun, weil sie dieselbe Position betrafen: das Sturmzentrum.

Binnen weniger Minuten verletzten sich sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache. Beide mussten ausgewechselt werden, beide fallen aus: Dallinga mit einem Kreuzbandriss monatelang, Ache wird im November zurückerwartet.

Köln geht ohne seine Top-Stürmer ins Derby

Nun sind Verletzungen logischerweise nie gern gesehen, beim FC kann man dennoch von einem besonders ungünstigen Zeitpunkt sprechen. Nach durchwachsenem Saisonstart mit nur vier Punkten aus vier Spielen steht Trainer René Wagner bereits unter Druck. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach muss fast schon ein Sieg her, um Vereinsführung und Umfeld zu beruhigen. Ausgerechnet jetzt fallen beide Stürmer aus.

Medienberichten zufolge haben die Kaderplaner um Geschäftsführer Sport Thomas Kessler auf der Suche nach kurzfristigem Ersatz den Markt vertragsloser Spieler sondiert, sich aber dem Vernehmen nach gegen eine Verpflichtung entschieden. Der bestehende Kader soll es richten, der sowohl positionsfremde Alternativen als auch gelernte Stürmer aus der zweiten Reihe bietet.

Wagners Kandidaten: Bülter, El Mala, Waldschmidt

Die wohl besten Karten auf einen Startelfeinsatz dürfte Marius Bülter haben. Der 33-Jährige fühlt sich auf dem Flügel wohler, hat aber auch schon als Stürmer gespielt - gerade für den FC. Eine Ideallösung ist Bülter aus verschiedenen Gründen dennoch nicht: Als Neuzugang ging der 1,88-Meter-Mann als gesetzter Angreifer in die vergangene Saison, doch was mit zwei Toren in zwei Spielen furios begann, hatte keinen langfristigen Erfolg. Bülter verlor seinen Stammplatz und wurde von Wagner zum Start der laufenden Spielzeit auf Linksaußen eingeplant - als Backup für Said El Mala.

Darf er erneut als Stürmer ran? Marius Bülter

El Mala selbst ist ein weiterer naheliegender Kandidat, weil er in der abgelaufenen Saison mehrfach neben Bülter als zweite Spitze auflief. Neben seiner Größe von 1,87 Metern bringt der Neu-Nationalspieler eine gute Abschlussqualität mit. Auch wenn Kölns Shootingstar bei seinen Nations-League-Einsätzen nicht glänzen konnte, wird das Trainerteam angesichts El Malas Torjägerqualitäten über ihn nachdenken. Insbesondere dann, wenn sich Wagner für eine Doppelspitze entscheidet.

In einem System mit zwei Angreifern könnte auch Luca Waldschmidt auflaufen, der in der Offensive extrem variabel einsetzbar ist. Seine Stärke ist das Spiel mit dem Ball am Fuß, als alleiniger Stürmer fehlt ihm die körperliche Präsenz - es ist schwer vorstellbar, dass Wagner gänzlich auf diese Komponente verzichtet. Gegen Waldschmidt spricht zudem, dass der ehemalige Nationalspieler zu Saisonbeginn einen schweren Stand hatte, es mitunter gar nicht in die Spieltagskader schaffte.

Kommt jetzt das Comeback des Imad Rondic?

Körperliche Präsenz hat auch ein anderer Stürmer im Kader: Imad Rondic. Der Bosnier kam im Winter 2025, entpuppte sich aber schnell als Transferflop. Zwei Leihen brachten nicht den gewünschten Erfolg, beim FC fand man dann keinen Abnehmer - Rondic wurde zwischenzeitlich aussortiert. Mit viel Trainingsfleiß arbeitete sich der 27-Jährige zuletzt aber wieder in die Mannschaft und bekam gegen Stuttgart sogar eine Bundesliga-Minute. Auch gegen Viktoria Köln wurde Rondic nach den Verletzungen eingewechselt.

Gut gelaunt im FC-Training: Imad Rondic

Was den Spielertyp angeht, wäre er der naheliegende Ersatz für Dallinga oder Ache. Zudem lobte Wagner Rondics Eifer auch nach dem Testspiel überschwänglich, hob den "brutalen Willen" hervor und sprach davon, dass er der Kabine "jeden Tag Energie" gebe. Dennoch ist angesichts der Vorgeschichte schwer vorstellbar, dass Wagner Rondic gegen Gladbach von Beginn an vertraut.

Überrascht Wagner mit U19-Talent Ekweribe?

Weitere Optionen stehen im hochbegabten Mikey Moore, Jan Thielmann und Linton Maina bereit, die ihre Stärken aber im offensiven Mittelfeld respektive auf den Flügelpositionen haben. Said El Malas Bruder Malek, hauptsächlich in Kölns Zweitvertretung aktiv, wäre ein weitere Kandidat, wenn ihn nicht eine erneute Verletzung ausbremsen würde.

In Kevin Ekweribe hat der FC ein U19-Talent befördert, das sich im Training für einen Überraschungseinsatz empfehlen darf. In der laufenden Saison hat Ekweribe in fünf Spielen dreimal getroffen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter
  • Informationen des Portals "Geissblog"

Sendung: "Personalnot vor dem Derby - Köln gehen die Stürmer aus", WDR.de, 07.10.2026, 15:17 Uhr