Königsberger Hühner im Moor ausgesetzt – zwei sterben, eins überlebt
Ein Spaziergänger entdeckt am Verdenermoorer Weg einen abgetrennten Hühnerflügel. Frank-Peter Seemann findet daraufhin ein erschöpftes Tier unter Zweigen – und ausgerupfte Federn an zwei weiteren Stellen.
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Stand: 14.08.2026, 19:00 Uhr
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Ein Spaziergänger entdeckt am Verdenermoorer Weg einen abgetrennten Hühnerflügel. Frank-Peter Seemann findet daraufhin ein erschöpftes Tier unter Zweigen – und ausgerupfte Federn an zwei weiteren Stellen.
Luttum – Wer an ausgesetzte Haustiere denkt, hat meistens Hunde oder Katzen vor Augen. Doch das Phänomen trifft auch ganz andere Tierarten, wie ein aktueller Fall aus der Gemeinde Kirchlinteln zeigt. Am Ende der Ferienzeit wurde ein Haushuhn im Luttumer Moor gerettet – für mindestens zwei andere Tiere kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Grausiger Fund am Wegesrand
Am Dienstag dieser Woche ging Hans Norden auf dem Verdenermoorer Weg spazieren. Im Kreuzungsbereich der K 38, in Sichtweite des Luttumer Fernsehturmes, entdeckte er am Wegesrand den abgetrennten Flügel eines Haushuhnes. Er informierte seinen Sohn Mike Norden über den Fund. Dieser verständigte wiederum den in der Nähe wohnenden Frank-Peter Seemann, um den Bereich in der Luttumer Gemarkung absuchen zu lassen.
Als Seemann sich gegen Abend auf den Weg machte, fand er an zwei weiteren Stellen – auf dem Weg und auf dem angrenzenden Acker – eine Menge ausgerupfter Federn. Am Waldrand, unter Zweigen verkrochen, erblickte er schließlich ein erschöpftes und dehydriertes Haushuhn der Rasse Königsberger, wie er dieser Zeitung berichtet.
Seemann ergriff das Tier und brachte es nach Hause, wo seine Familie das Huhn mit Wasser, Salat und Körnerfutter versorgte. „Eine weitere Absuche der Umgebung verlief ergebnislos. Es ist daher davon auszugehen, dass mindestens drei Haushühner ausgesetzt wurden und zwischenzeitlich mindestens zwei von ihnen einem Fuchs oder einem anderen Beutegreifer zum Opfer fielen“, so Seemann.
Wehrlose Anfängerhühner
Bei der Königsberger Rasse handelt es sich um sogenannte Zweinutzungshühner. Diese können sowohl für die Eier- als auch für die Fleischproduktion gehalten werden. „Königsberger gelten als Anfängerhühner, sind zutraulich und kaum flugfähig“, weiß Seemann. In freier Natur seien sie gegenüber Prädatoren nicht nur wehrlos, sondern könnten nicht einmal flüchten.
„Haustiere in freier Natur und in diesem Fall auch dem sicheren Tod auszusetzen, ist ein Zeichen von mangelnder Tierliebe. Es ist rechtlich verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Tierschutzgesetz dar. Diese kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden“, betont Seemann.
Statt Tiere einfach auszusetzen, gibt es neben dem Tierheim auch Alternativen für eine tier- und artgerechte Unterbringung. Frank-Peter Seemann ist unter [email protected] oder der Telefonnummer 0175/8509549 zu erreichen. Er ist gerne bereit, Kontakte herzustellen, um derartige Fälle zukünftig von vornherein zu vermeiden.