Konjunktur: Italien hebt Wachstumsprognose an – Defizit 2027 aber Problem
Italien will 2026 erstmals seit sieben Jahren die EU-Defizitgrenze von drei Prozent einhalten. Allerdings wird die Haushaltslücke wegen höherer Ausgaben für Verteidigung und Energie 2027 wohl wieder steigen.
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Konjunktur: Italien hebt Wachstumsprognose an – Defizit 2027 aber Problem
Italien will 2026 erstmals seit sieben Jahren die EU-Defizitgrenze von drei Prozent einhalten. Allerdings wird die Haushaltslücke wegen höherer Ausgaben für Verteidigung und Energie 2027 wohl wieder steigen.
Giorgia Meloni: Die italienische Ministerpräsidentin stellt ihren letzten Haushalt vor der für 2027 anstehenden Parlamentswahl zusammen. Foto: IMAGO/Independent Photo Agency Int.
Rom. Italien hat seine Wachstumsprognosen angehoben und will 2026 erstmals seit sieben Jahren wieder die Defizitgrenze der Europäischen Union einhalten. Allerdings soll das Haushaltsdefizit ab 2027 wieder über der in der EU erlaubten Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen.
Das BIP werde 2026 um 1,0 Prozent zulegen, teilte Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti am Freitag mit. Bislang war die Regierung von 0,6 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr wird die Prognose von 0,6 auf 0,8 Prozent angehoben. Die Haushaltslücke werde 2027 aber auf 3,4 Prozent des BIP steigen. Grund dafür sei, dass Italien von der Europäischen Union eingeräumte Spielräume für höhere Verteidigungsausgaben und zur Bewältigung der Energiekrise nutzen wolle.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stellt ihren letzten Haushalt vor der für 2027 anstehenden Parlamentswahl zusammen. Das wirtschaftliche Umfeld ist schwierig, wie in vielen anderen Ländern auch. Steigende Energiepreise treiben die Inflation an und die Kosten für die Kreditaufnahme der Regierung klettern.
Die Staatsverschuldung des Landes wird den neuen Plänen zufolge erst 2028 zu sinken beginnen, ein Jahr später als vorgesehen. Sie soll im kommenden Jahr mit 138,5 Prozent des BIP ihren Höhepunkt erreichen. Giorgetti erklärte, die Defizite der nächsten beiden Jahre lägen zwar über drei Prozent des BIP. Sie müssten jedoch um die zusätzlichen Ausgaben für Verteidigung und Energie bereinigt werden. Auf dieser Basis liege Italien unter drei Prozent.

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