„Mehrmals drohte die ganze Unterkunft in Flammen aufzugehen“ – Dolomiten-Hütte nach Vandalismus dicht
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Kot vor Heiligenfigur, Lagerfeuer neben Holzhütte: Berghütte in den Dolomiten nach Vandalismus-Welle gesperrt
Stand: 09.09.2026, 18:45 Uhr
Freiwillige pflegen die Hütte seit Jahrzehnten – doch Exkremente, illegale Lagerfeuer und Müll machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Belluno – Exkremente vor dem Marienkapellchen, Müll in allen Ecken, die Spuren eines illegalen Lagerfeuers direkt neben dem Holzstapel – was die Freiwilligen des Alpini-Vereins Gosaldo zuletzt am Bivacco Giovanni Menegazzi vorfanden, sprengte alle Grenzen. Die Berghütte auf 1737 Metern Höhe in den Pale di San Martino (Provinz Belluno) ist jetzt vorübergehend geschlossen, berichtet Il Dolomiti.

Vincenzo Chenet, einer der Freiwilligen, der die 1980 erbaute Hütte seit Jahrzehnten pflegt, beschreibt den gefährlichsten Vorfall: „Mehrmals drohte die gesamte Unterkunft in Flammen aufzugehen.“ Unbekannte zündeten ein Feuer direkt neben dem Holzlager an – obwohl drinnen ein Ofen steht. Ein anderes Mal legten Besucher Steine im Kreis, um am Boden zu grillen. Der Rauch hätte die Schläfer ersticken, das Holz die ganze Hütte in Brand setzen können.
Besucher hinterlassen ihren Müll achtlos vor der Dolomiten-Berghütte
Dazu kommen Flaschen, Zigarettenstummel, Joints und Papiertaschentücher, die achtlos liegengelassen werden. Und das Ungeheuerlichste: „Wir haben Exkremente sowohl vor der Andachtsnische als auch direkt im Inneren des Kapellchens gefunden“ – gemeint ist die kleine Madonna-delle-Nevi-Nische hinter der Hütte. In einigen Regionen in den Dolomiten gibt es sogar Ranger, die die Touristen im Zaum halten sollen.
Chenet betont, dass die meisten Bergwanderer respektvoll mit der Hütte umgehen. Doch: „Zwei Vorfälle von hundert reichen, um Schaden anzurichten.“ Er und sein Bruder steigen wöchentlich auf, schleppen Brennholz nach oben, putzen und reparieren. Trotzdem: zwei Wochen Pause, und die Hütte sieht aus wie nach einer Party ohne Aufräumen.
Dolomiten-Hütte geschlossen: „Völliger Mangel an Respekt“
Das Problem ist nicht neu. Auch am Bivacco della Pace bei Cortina räumten Freiwillige Anfang September fünf prall gefüllte 50-Liter-Säcke Müll ab – plus menschliche Exkremente. Und GognaBlog dokumentiert bundesweit ähnliche Fälle: Berghütten werden zunehmend als kostenlose Partylocation missbraucht.
Die Entscheidung zur Schließung fiel nach langem Zögern. Chenet fasst es so zusammen: „Es gab einen schlimmen und abrupten Abstieg in das, was mittlerweile ein völliger Mangel an Respekt ist.“ Die Hoffnung: Die Sperrung wirkt abschreckend, und irgendwann kann die Hütte – 1980 mit viel Herzblut gebaut – wieder offenstehen für alle, die sie wirklich benötigen. Auch das Hinterlassen von Hunde-Dreck von Urlaubern ist in den Dolomiten ein Problem. (Quellen: Il Dolomiti, GognaBlog) (tt)