Kreisliga A: Konzepte, Klassenziele und starke Kollektive
StartseiteSportLokalsportStand: 31.07.2026, 07:17 UhrKommentareUns auf Google folgenStefan Hiecke coacht nun die Spvgg. 08 Bad Nauheim und muss bei den „Nullachtern“ viele Neuzugänge integrieren. © Nici MerzDer...
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Stand: 31.07.2026, 07:17 Uhr
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Der SV Germania Ockstadt hat nach dem Abstieg in die Kreisliga A einen massiven Umbruch erlebt. Ähnlich geht es Aufsteiger Spvgg. 08 Bad Nauheim. In Nieder-Wöllstadt ist kurz vor Saisonbeginn der Trainer zurückgetreten.
In der Fußball-Kreisliga A Friedberg hat der SV Germania Ockstadt vor dem Saisonstart einen personellen Umbruch hinter sich. Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga haben 17 Spieler den Verein verlassen. Die zehn Neuzugänge stammen ausschließlich aus der eigenen Jugend der Kirschendörfler. „Der Abstieg kam unerwartet, wenngleich wir aufgrund der Ergebnisse zum Saisonende frühzeitig Planungssicherheit hatten. Nach den zahlreichen Abgängen geht es für uns in erster Linie darum, dass sich die Mannschaft findet. Das Team soll der Star werden und zu einer homogenen Einheit zusammenwachsen“, hofft Germanen-Coach Tim Schlosser, dessen primäres Ziel nach dem Umbruch der Klassenerhalt ist.

Auch das Gesicht von Aufsteiger Spvgg. 08 Bad Nauheim hat sich im Vergleich zur Vorsaison grundlegend verändert. Den 26 Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber – und auch auf der Trainerposition steht mit Stefan Hiecke ein neuer Mann auf der Kommandobrücke. „Zunächst einmal zählt nur der Klassenerhalt, allerdings wollen wir viel mehr erreichen als das. Eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld ist das Ziel“, verrät Hiecke, der den Neuzugängen Andrei Rogna (SV Ockstadt), Simon Kessler (TSG Wölfersheim), Mohamed Akchar Bochlagham (KSG 1920 Groß-Karben), Chahid Akhellouf (Türkischer SV Bad Nauheim), Jasmin Emrovic (SG Rodheim), Ahmet Bayram (FC Ober-Rosbach), Mehmet Günes (TSG 51 Frankfurt) und Maximilian Weiss (SG Wohnbach/Berstadt) vom ersten Spieltag an eine tragende Rolle zutraut.
Beim Traiser FC haben B-Lizenz-Inhaber Tim Schmidt-Weichmann und TFC-Eigengewächs Daniel Antmansky die Nachfolge von Hiecke angetreten und wollen die Mannschaft taktisch und spielerisch weiterentwickeln sowie junge Kräfte integrieren. „Ziel ist es, eine ordentliche Rolle in der Liga zu spielen“, erklärt Schmidt-Weichmann, zuletzt bei der SG Butzbach/Nieder-Weisel auf der Trainerbank. Neben Antmansky kehrten auch Patrice Krämer (SV Ockstadt) und Tim Georg Blasig (Türkischer SV Bad Nauheim) an die alte Wirkungsstätte zurück. Lokalrivale TuS Rockenberg setzt mit dem A-Liga-erfahrenen Christopher Melius ebenfalls auf frischen Wind an der Seitenlinie.
Während Kreisoberliga-Absteiger SV Assenheim und die KSG 1920 Groß-Karben, die die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation in der vergangenen Saison als Tabellenvierter nur hauchdünn verpasste, als Wundertüten in die neue Runde gehen, fällt das Fazit der Vorsaison in Ober-Wöllstadt durchwachsen aus. „Ab April, als feststand, dass wir die Spielgemeinschaft mit Kaichen auflösen, wurde leider nicht mehr an einem Strang gezogen“, blickt Spielausschussmitglied Claus Loppe zurück. Auch deshalb habe man das Saisonziel, eine Topdrei-Platzierung, letztlich verfehlt. Nun hat man mit dem SKV Beienheim einen neuen SG-Partner an seiner Seite und geht mit großen Ambitionen in die Saison. Die Verantwortlichen sehen die SG Ober-Wöllstadt I/Beienheim II im oberen Drittel und trauen dem Team zu, im Kampf um die Aufstiegsplätze eine gute Rolle zu spielen. „Wir verfügen über eine talentierte Truppe mit viel Potenzial. Entscheidend wird sein, dass wir als Team auftreten und über die gesamte Saison hinweg den nötigen Zusammenhalt zeigen“, erklärt SG-Coach Maximilian Esposito. Steffen Münk, Nico Loppe und Tim Stärz sollen die Mannschaft führen, während Torhüter Dominik Dönges als verlässlicher Rückhalt fungiert und die „jungen Wilden“ um Leif Ambron, Paul Rosenschon, Vincent Pollesch, Fynn Köbel und Fateh Ahmad (allesamt Neuzugänge vom SV Ockstadt) für frischen Wind sorgen sollen.
Auch beim FSV Dorheim blickt man nicht gänzlich zufrieden auf die vergangene Runde als Spielgemeinschaft mit dem SKV Beienheim zurück. „Insgesamt lief es ganz ordentlich, auch wenn der letztjährige Partner unsere Hoffnungen auf regelmäßige Unterstützung nicht gänzlich erfüllen konnte, was aber auch an deren Verletzungspech lag“, erklärt Dorheims Zweiter Vorsitzender Michael Reis rückblickend. Nun geht man wieder als eigenständiger Verein an den Start. „Für die neue Saison sind wir breiter aufgestellt, auch weil sechs Spieler aus Beienheim zu uns übergesiedelt sind. Wir würden gerne einen guten einstelligen Platz erreichen“, nennt Reis die Saisonziele des Teams vom Trainerduo Michael Eckhardt und Marcel Lechner. Für eine Überraschung könne die Spvgg. 08 Bad Nauheim sorgen, glaubt Reis. „Mit Stefan Hiecke wurde ein toller Trainer verpflichtet, der einen guten und motivierten Kader zur Verfügung hat.“
Für Mitaufsteiger SC Dortelweil III geht es dagegen vornehmlich um den Klassenerhalt. „Dabei hoffen wir auf das Kollektiv, das uns auch in der vergangenen Saison sehr geholfen hat. Einfach wird die Mission Klassenerhalt für uns sicherlich nicht“, ist SCD-Coach Christian Sambale überzeugt. Auch der FCO Fauerbach II will die Euphorie des Aufstiegs in die neue Saison transportieren. „Als B-Liga-Meister haben wir unsere Ziele erreicht und uns diesen Erfolg über die gesamte Saison verdient“, blickt FCO-Coach Nico Mosler voller Stolz auf die vergangene Runde zurück. „Jetzt freuen wir uns auf die neue Herausforderung und wollen zeigen, dass die Qualität in unserer Mannschaft steckt, um auch in der höheren Liga eine gute Rolle zu spielen.“ Die Eindrücke aus der Vorbereitung seien durchweg positiv. „Wir hatten eine gute Trainingsbeteiligung, die Neuzugänge haben sich schnell integriert. Unsere Zielsetzung ist es, uns als Aufsteiger schnell an die neue Umgebung zu gewöhnen und den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern.“ Man verfüge über einen Kader, der von einzelnen Spielern abhängig ist. „Unsere Stärke liegt vielmehr im Kollektiv“, erklärt Mosler. Natürlich gebe es den einen oder anderen Spieler, der in der Vergangenheit bereits auf der A-Liga-Bühne oder sogar in höheren Klassen bewiesen hat, dass er den Unterschied ausmachen kann. „Am Ende wird aber entscheidend sein, dass wir als Mannschaft funktionieren“, ist Mosler überzeugt, der die SG Ober-Wöllstadt/Beienheim II zum Kreis der Favoriten zählt. „Diese Mannschaft verfügt über sehr viel Qualität und hat mit Maxi Esposito einen erfahrenen Trainer, der bereits in höheren Ligen gearbeitet hat.“ Man selbst wolle sich als Aufsteiger nicht kleiner machen, als man ist, gleichzeitig aber realistisch bleiben. „Unser primäres Ziel ist es, schnell in der neuen Liga anzukommen und uns zu etablieren.“
Derweil will der VfB Friedberg unter Neu-Coach Bahattin Bayrak zu mehr Konstanz finden. „Trotz guter Leistungen in der Rückrunde waren wir auch in der vergangenen Spielzeit in unseren Leistungen häufig zu unbeständig. Knackpunkt war das Unentschieden gegen Hoch-Weisel/Ostheim – wer weiß, wo die Saison sonst hingegangen wäre“, blickt VfB-Sprecher Carsten Lesiak zurück. Mit Ünal Özdemir ist der Toptorjäger der vergangenen Saison vom Meister Türkischer SV Bad Nauheim II in die Kreisstadt gewechselt. „Er wird uns mit seiner Abgezocktheit enorm verstärken“, ist Lesiak überzeugt.
Kreisstadt-Rivale SKG AVW Friedberg geht mit klaren Zielen in die neue Runde. Mit Faton Ademi (FC Kosova Frankfurt) und Adrian Lavric (SG Wohnbach/Berstadt) haben die Albaner im Sommer große Verstärkungen für die Offensive bekommen, die neben Fabian Speckmann, Bleron Mehmeti, Dibran Tafaj, Mamadou Fofana, Mohamed Lamine Sylla und Alex Giubega zu den Leistungsträgern des Teams von Neu-Coach Robert Liß zählen. „Wir wollen oben mitspielen und am Saisonende unter den Topdrei landen“, betont SKG-Spielausschussmitglied Jeton Visoka, der mit dem Abschneiden in der Vorsaison nicht zufrieden ist. „Unser Ziel war es, im Kampf um die Spitzenplätze mitzumischen, was wir leider nur bedingt geschafft haben“, blickt Visoka zurück.
Besser lief es für die SG Hoch-Weisel/Ostheim, die nach der Teilnahme an der Aufstiegsrelegation in der vergangenen Spielzeit dennoch kleine Brötchen backt. „Die Vorsaison hat alles übertroffen. Der Relegationsplatz war überragend. Damit haben wir nicht gerechnet“, räumt Vorstandsmitglied René Salzmann ein. „Dass es am Ende nicht zum Aufstieg gereicht hat, war schade, aber Gronau war über beide Spiele einfach besser und das muss man akzeptieren.“ Unter Neu-Coach Manuel Hofmann will man erneut nichts mit dem Abstieg zu tun haben. „In der letzten Saison waren wir nach der Vorrunde näher an der Abstiegszone als an den Aufstiegsrängen“, warnt Salzmann. Neuzugang Oli Lorfei von der SG Hundstadt könnte eine Überraschung werden, mit Mark Sattler kommt ein alter Bekannter zurück. Auch Ronny Passet wird nach langer Verletzungspause wieder einsteigen und die Mannschaft gemeinsam mit Dominic Nicolai, Sergej Tillmann, Torben Blendermann und Osman Celikkale führen. „Haben wir einen guten Tag, können wir jeden Gegner schlagen. Geben wir nur 95 Prozent, verlieren wir. Wir müssen konstanter in unseren Leistungen werden, dann kann es eine gute Saison werden“, ist Salzmann überzeugt.
Der FC Massenheim hat sich in der Vorsaison nach einer desaströsen Hinrunde im Winter gut verstärkt und in der zweiten Halbserie den Klassenerhalt klargemacht. „Nach den letzten vier Jahren, die viel mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun hatten, wollen wir im Winter endlich mal keine Kopfschmerzen haben“, hofft Massenheims Trainer Marvin Döll. „Im Idealfall können wir an die Rückrunde anknüpfen und spielen uns in einen Rausch. Ziel ist eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld mit der Hoffnung, dieses nach oben korrigieren zu können.“ Yves Germeroth ist nach fünf Jahren beim SC Dortelweil zurück in Massenheim. Kevin Lungershausen schließt sich vom FC Karben an und wird im Spiel gegen den Ball eine Alternative sein. Aleksander Andonov vom MKSV Makedonija Frankfurt soll durch seine Zweikampfstärke das Zentrum verstärken. Angeführt wird die Mannschaft auch in dieser Saison von Kapitän Robert Schuch. Im Zentrum zieht Sascha Plagentz die Fäden, während Noel Espinosa und Paul Klapproth auf der rechten Seite harmonieren, Stürmer Armin Denck für Torgefahr sorgen soll und Julian Kinzelmann als Allzweckwaffe fungiert.
Auf eine Saison ohne Abstiegskampf hoffen auch der SV Nieder-Wöllstadt II und Aufsteiger SV Ober-Mörlen II, die beide den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben haben. „Wir wollen wieder alles daransetzen, eine ruhige und souveräne Runde zu spielen, ohne unten reinzurutschen“, hofft Sebastian Kaas, der mit Torsten Hertz das neue Nieder-Wöllstädter Trainer-Duo bildet. Diese Personalie war nach dem überraschenden Rücktritt von Tom König wenige Tage vor Saisonstart notwendig geworden, der laut Robin Dobios, Sportlicher Leiter bei den Roten, „einen faden Beigeschmack hinterlässt“.
Für die Ober-Mörler Reserve erklärt Daniel Beul: „Wir wollen und müssen über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen. Das Kollektiv wird entscheiden, wie erfolgreich die Saison für uns verlaufen wird.“ Der SVO-Coach erhofft sich von Neuzugang Gabriel Kopp mehr Variabilität in vorderster Linie.