Krieg gegen die Ukraine: Warum die Mehrheit der Russen anderen Ländern die Schuld gibt
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Stand: 11.08.2026, 18:00 Uhr
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Viele Russen sehen Europa, die Ukraine und die USA als Hindernis für einen Frieden.
Moskau – Viele Menschen in Russland sehen die Verantwortung für den anhaltenden Krieg gegen die Ukraine vor allem außerhalb des eigenen Landes. 32 Prozent machen Europa oder die Europäische Union dafür verantwortlich, dass bislang kein Friedensabkommen zustande gekommen ist.
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20 Prozent nennen die Ukraine und 19 Prozent die USA. Nur zehn Prozent sehen Russland in der Hauptverantwortung, wie das russische Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum mitteilt.

Zugleich spricht sich eine klare Mehrheit für Verhandlungen aus, ergab die Erhebung, die regelmäßig durchgeführt wird. 62 Prozent meinen, Russland solle jetzt zu Friedensgesprächen übergehen. Einen Monat zuvor waren es noch zwei Prozentpunkte mehr. 28 Prozent wollen die militärischen Kämpfe fortsetzen.
Mehrheit will Friedensgespräche
Besonders groß ist die Zustimmung zu Verhandlungen unter Frauen und jüngeren Befragten. Bei den unter 25-Jährigen liegt sie bei 76 Prozent. Unter Menschen, die die politische Entwicklung Russlands negativ beurteilen, sind es 79 Prozent. Auch unter Befragten, die Präsident Wladimir Putin nicht unterstützen, plädieren 77 Prozent für Gespräche.
Doch die Bereitschaft zu Verhandlungen bedeutet nicht automatisch Zustimmung zu russischen Zugeständnissen. Nur 25 Prozent befürworten Zugeständnisse an die Ukraine und westliche Staaten, um ein Friedensabkommen zu erreichen. 56 Prozent sprechen sich stattdessen dafür aus, die russischen Angriffe auf die Ukraine zu verstärken. Dieses Verhältnis habe sich seit Januar kaum verändert.
Zweifel am Kriegsverlauf wachsen
Zwei Drittel der Befragten unterstützen nach Angaben des Lewada-Zentrums weiterhin das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine. 23 Prozent lehnen es ab. Besonders hoch ist die Zustimmung unter Männern, älteren Menschen und Befragten, die Putins Arbeit als Präsident positiv bewerten. Deutlich niedriger fällt sie unter jungen Menschen und Nutzern von YouTube als Informationsquelle aus.
Gleichzeitig hat sich die Einschätzung des Kriegsverlaufs verändert. 50 Prozent halten das russische Vorgehen für erfolgreich. Im Juli 2025 waren es noch 69 Prozent. Der Anteil derjenigen, die den Verlauf als erfolglos ansehen, stieg binnen eines Jahres um elf Prozentpunkte auf 28 Prozent. Weitere 22 Prozent konnten oder wollten sich nicht festlegen – der höchste Wert seit Beginn dieser Erhebung.
Wenig Interesse am Kriegsgeschehen
Auch der Krieg selbst beschäftigt längst nicht alle Russen intensiv. Im Juli verfolgten 46 Prozent die Ereignisse rund um die Ukraine aufmerksam. 35 Prozent taten dies nur mit geringer Aufmerksamkeit, 19 Prozent nach eigenen Angaben gar nicht.
Das unabhängige Lewada-Zentrum, das von den russischen Behörden seit 2016 als „ausländischer Agent“ eingestuft wird, hat die Stimmung im Land erneut untersucht. Die Zahlen stammen aus einer landesweiten Umfrage vom 21. bis 28. Juli. Befragt wurden 1612 Erwachsene in 137 Orten und 50 Regionen Russlands. Die Interviews fanden persönlich bei den Befragten zu Hause statt.
Quellen: Lewada-Zentrum, nif/red.