Kriminelle können aufatmen: Bei der Berliner Polizei sind die Computer ausgefallen
Berlin ist die Drehscheibe des europaweiten Verbrechens. Mehr als eine halbe Million Straftaten registriert die Polizei pro Jahr in der Stadt – und das bei der bundesweit niedrigsten Aufklärungsquote. Doch jetz...
- 2 min read
Berlin ist die Drehscheibe des europaweiten Verbrechens. Mehr als eine halbe Million Straftaten registriert die Polizei pro Jahr in der Stadt – und das bei der bundesweit niedrigsten Aufklärungsquote. Doch jetzt ist das zentrale Computersystem der größten Landespolizeibehörde Deutschlands (27.200 Beschäftigte) ausgefallen. Das berichteten mehrere Polizeibeamte unabhängig voneinander der Berliner Zeitung.
Das Polizeiliche Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung – kurz: POLIKS – ist das zentrale IT- und Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei. Über dieses werden zum Beispiel Anzeigen eingegeben und Verkehrsunfälle aufgenommen. Bei Personenkontrollen können die Beamten nachschauen, ob die betreffende Person mit Haftbefehl gesucht wird.
Auch die Internetwache, über die Bürger Anzeige erstatten können, hängt an dem System und kann gegenwärtig nicht genutzt werden. Die Polizei nannte dafür auf X lediglich eine technische Störung.
Der POLIKS-Ausfall soll am Dienstagmorgen begonnen haben. Auf Anfrage dieser Zeitung sagte ein Polizeisprecher, dass er am Dienstag noch in das System gekommen sei. Grund für die Einschränkungen sei ein Update. „Im Laufe des Tages soll das System wieder arbeiten“, sagte der Sprecher am Mittwoch.
Polizisten berichten hingegen, dass es diese Auskunft „schon gestern“ gegeben habe. POLIKS sei am Dienstag zum Teil ausgefallen oder habe äußerst langsam gearbeitet. „Heute geht gar nichts mehr“, sagte ein Beamter am Mittwoch. „Kein Sachbearbeiter kann arbeiten. Und Personen können auch nicht überprüft werden. Und Anzeigen müssen auf Papier festgehalten werden“, sagte der Polizist. „Das ist finsterstes Mittelalter.“
In einer internen Mitteilung der IT-Abteilung vom Mittwoch, die der Berliner Zeitung vorliegt, heißt es unter anderem: „Seit der Installation der neuen POLIKS-Version 26.02 gibt es große Probleme bei der Nutzung von POLIKS. Die unterschiedlichsten Funktionen benötigen unter Umständen sehr lange Zeit, bis sie ausgeführt werden. Ein Arbeiten mit POLIKS ist unter diesen Umständen kaum möglich.“ An der Problemanalyse werde weiterhin gearbeitet.