Künftiger Gesundheitsminister: Sozialverbände fordern von Linnemann Entlastungen für Beitragszahler
Carsten Linnemann soll den Mut haben, sich beim Kabinett unbeliebt zu machen, fordern Sozialverbände. Sie verlangen mehr Einsatz für die Belange von Krankenversicherten. Que...
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Carsten Linnemann soll den Mut haben, sich beim Kabinett unbeliebt zu machen, fordern Sozialverbände. Sie verlangen mehr Einsatz für die Belange von Krankenversicherten.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
vsp
- Juli 2026, 5:59 Uhr
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97 KommentareSozialverbände haben vom künftigen Gesundheitsminister Carsten Linnemann mehr Einsatz für die Belange von Krankenversicherten gefordert. Der CDU-Politiker müsse durchsetzen, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung »von allen Steuerzahlenden getragen werden, nicht allein von den Beitragszahlenden«, sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das wäre ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit, fügte sie hinzu.
Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier. Sie sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, der Bund müsse versicherungsfremde Leistungen – etwa Gesundheitskosten für Grundsicherungsempfänger – übernehmen und aus Steuern finanzieren. Linnemann müsse sich deshalb an seinen Versprechen vor der Wahl messen lassen, auf diese Weise etwa die Sozialbeiträge auf 40 Prozent zu kürzen.
»Erster Akt muss sein, die Gesundheitsreform zu überdenken, die vor allem erhebliche Leistungskürzungen und Mehrbelastungen für die Versicherten vorsieht«, sagte Engelmeier. Auch die anstehende Pflegereform müsse endlich kommen, dürfe aber »keine Sparreform« werden.
»Carsten Linnemann muss sich im Kabinett auch unbeliebt machen«
VdK-Präsidentin Bentele ermutigte Linnemann, sich notfalls gegen Widerstände für Beitragszahler einzusetzen. »Carsten Linnemann muss sich im Kabinett auch unbeliebt machen«, sagte sie.
Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbands, stellte ebenfalls Forderungen an den neuen Minister. Linnemanns Leistung würde gemessen an seinem »Einsatz für eine gesundheitliche Versorgung für alle« sowie an seinem »Einsatz für vulnerable Gruppen«, sagte sie dem RND.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag eine größere Kabinettsumbildung bekannt gegeben. Der bisherige CDU-Generalsekretär Linnemann übernimmt das Gesundheitsressort. Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Kanzleramtschefin im Ministerrang. Sie folgt Thorsten Frei (CDU) nach, der Jens Spahn (CDU) als Unionsfraktionschef ersetzt.