Kurz nach Feuer nahe Amazon: Hundert Heuballen in Contwig abgebrannt: Kripo ermittelt

Pfälzischer MerkurZweibrücken-Land Kurz nach Feuer nahe Amazon Hundert Heuballen in Contwig abgebrannt: Kripo ermittelt Contwig · Nur wenige Tage nach dem Flächenbrand ...

  • 4 min read
Kurz nach Feuer nahe Amazon: Hundert Heuballen in Contwig abgebrannt: Kripo ermittelt

Kurz nach Feuer nahe Amazon Hundert Heuballen in Contwig abgebrannt: Kripo ermittelt

Contwig · Nur wenige Tage nach dem Flächenbrand nahe des neuen Amazon-Logistikzentrums musste die Feuerwehr erneut zu einem Großbrand auf Contwiger Gemarkung ausrücken.

04.08.2026 , 13:55 Uhr

Fast 100 Feuerwehrleute mussten sich wegen des Heuballen-Großbrands die komplette Nacht um die Ohren schlagen.

Fast 100 Feuerwehrleute mussten sich wegen des Heuballen-Großbrands die komplette Nacht um die Ohren schlagen.

Foto: Norbert Schwarz

Geht in Contwig etwa ein Feuerteufel um? Befürchtungen in eine derartige Richtung liegen durchaus nahe. Nach zweimaligen Flächenbränden im Bereich der Hohlbach und danach unterhalb des künftigen Amazon-Logistikzentrums beim Steitzhof, sind eine Stunde vor Mitternacht am Montag etwa 100 Heuballen in dem langen Lagerstrang direkt unterhalb des RSV-Hundeplatzes an der Maßweilerstraße Raub der Flammen geworden.

Die Brandursache ist noch unbekannt, die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, wie die Polizeidirektion Pirmasens mitteilt.

Nach Angaben des Wehrleiters der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Martin Amann ist von einem Gesamtschaden in Höhe von 20 000 Euro auszugehen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 6000 Euro.

Erst nach rund sechs Stunden Löscheinsatz konnten die Löscheinheiten am Dienstagmorgen wieder zu ihren Heimatstandorten zurückkehren. Der stellvertretende Verbandsgemeindewehrleiter Andreas Schumacher fungierte als Einsatzleiter, Martin Amann verschaffte sich gleichfalls einen Überblick vor Ort.

Aufmerksame Bürger hatten den Brand bemerkt und der Feuerwehr gemeldet. Die zentrale „Integrierte Leitstelle“ in Landau löste um 23.12 Uhr den Brandalarm bei der Löscheinheit Contwig aus. Der dortige Wehrführer Arthur Lorenz konnte sechs Minuten danach bereits ausrücken. Nacheinander wurden zahlreiche weitere Löscheinheiten zum Brandort beordert.

Den Feuerwehrkräften aus der Löscheinheit Rieschweiler-Mühlbach fiel aufgrund der Einsatzlage die Aufgabe zu, eine Schlauchleitung auf eine Länge von 400 Meter aufzubauen, um Löschwasser aus der örtlichen Wasserversorgung zum eigentlichen Brandherd zu bringen. Zunächst wurde das Löschwasser aus den Tanklöschfahrzeugen entnommen, die Einsatzleiter Schumacher ausreichend zum Einsatzort oberhalb von Contwig beordert hatte.

Zu retten waren die dreireihig aufgeschichteten Heuballen nicht mehr. Die Löscharbeiten gestalteten sich vielmehr schwierig und anstrengend, denn das gepresste Futterheu eines Contwiger Landwirts musste mit entsprechendem Gerät von der bisherigen Lagerstelle mit Schleppern geholt und abgelöscht werden. Eine schweißtreibende sowie nicht ganz ungefährliche Arbeit, die ohne Filterschutz von den eingesetzten Feuerwehrleuten nicht zu verrichten gewesen ist.

Wie der Medienbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Holger Hell, in diesem Zusammenhang berichtet, war die Bevölkerung von ganz Contwig-Stambach in der Nachtzeit über die Katastrophen-Warnapps Katwarn und Nina über möglichen Rußpartikelflug und starke Rauchbildung gewarnt worden. Darin wurde folgende „Handlungsempfehlung“ gegeben: „Meiden Sie das betroffene Gebiet. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen ab.“ Unmittelbare Gefahren bestanden für die Bevölkerung allerdings nicht.

Das Ablöschen der rund 100 Heuballen gestaltete sich zeitraubend und konnte erst in den Morgenstunden gegen fünf Uhr beendet werden, gegen sechs Uhr konnten die letzten Wehrleute in ihre Heimatorte zurückkehren.

Mit Traktoren und einem Kleinbagger – der geschädigte Landwirt packte selbst gleichfalls mit an – wurden die Heuballen auseinandergebreitet, damit sämtliche Glutnester gelöscht werden konnten. Die SEG-V bei der Löscheinheit Rieschweiler-Mühlbach bot den Einsatzkräften eine nächtliche Stärkung an, die von den fast 100 Kräften gern angenommen wurde. Zur Stärkung gab es Frikadellen und Maultaschen.

Neben der von Hauptbrandmeister Arthur Lorenz geführten Löscheinheit Contwig sind Fahrzeuge und/oder Kräfte aus den Löscheinheiten Battweiler, Bechhofen, Dellfeld, Dietrichingen, Hornbach, Käshofen, Kleinsteinhausen, Rieschweiler-Mühlbach und der Feuerwehr der Stadt Zweibrücken im Einsatz gewesen – mit insgesamt 14 Fahrzeugen. Am Einsatz beteiligt waren auch die Feuerwehreinsatzzentralen Zweibrücken-Land und Zweibrücken, Polizei und vorsorglich Rettungsdienst.

Verbandsgemeindewehrleiter Martin Amann erinnert sich noch gut an einen Heuballenbrand, der im August vor zwei Jahren nur gut zweihundert Meter oberhalb des jetzigen Brandortes gleichfalls für viele Löschkräfte eine Herausforderung gewesen ist. Damals hatten 150 Heuballen gebrannt. In den Vormonaten gab es damals zwei weitere Contwiger Heuballen-Großbrände, zeigt ein Blick ins Merkur-Archiv: 80 bis 90 Heuballen wurden im Februar 2024 zwischen Contwig und Oberauerbach ein Raub der Flammen, ebenfalls zwischen diesen Orten zerstörte ein Feuer etwa 100 Heuballen.

Kripo sucht Zeugen: Personen, die möglicherweise verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Pirmasens unter der Telefonnummer (06 31) 3 69-15199 oder per E-Mail an [email protected] in Verbindung zu setzen.