Lambsborn: Gewohnter Spaß am neuen Ort
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Lambsborn Gewohnter Spaß am neuen Ort
Lambsborn · In Lambsborn wurde am Wochenende die Kerb gefeiert.
24.09.2026 , 18:49 Uhr
Statt beim Stammgasthaus „Zum Kuckucksnest“ ist in diesem Jahr die Kerb im Dorfgemeinschaftshaus am Fehrborn und dem Sportheim des SVL gefeiert worden. Luke Masser hielt die fetzige Kerberede.
Foto: Norbert Schwarz
Premiere zur Kerb im „Kuckucks-Dorf“. Erstmals wurde mit viel Kraftaufwand und langen Hebelstangen beim heimischen Dorfgemeinschaftshaus im Fehrborn dieses Jahr der Kerbestrauß befestigt. Abertausende bunte Kerbebänder verleihen dem Strauß den Schmuck, in unzähligen Arbeitsstunden haben die vier Straußjungs und fünf Straußmädels großartige „Knibbelarbeit“ geleistet.
„Ihr liebe Leid unn Kerbegäschd. Heit is Kerb – net do unne im Neschd. Es Pedra hat gemennt sie brauche e Kerbepause, jetzt mache mir halt im Sportheim unn im DGH unsere Sause…“, verkündete an Kerbesonntag wie immer aus hoher Warte und fein herausgeputzt Kerberedner Luke Masser vor riesiger Zuhörerkulisse.
Tatsächlich, das Restaurant „Zum Kuckucksnest“ war diesmal nicht Schauplatz für die Kerberede. Ein Krankheitsfall war Grund für den Ortswechsel und der pfiffige Kerberedner vergaß nicht, die verantwortlichen Weichensteller dafür zu nennen. „Organisiert hat das eigentlich es ganz Dorf und hat sich mit em Bürjermeischder kurzgeschloss. An alle Helfer die schon do ware oder noch komme e großer Dank. Nur durch Eich kann sich die Straußjugend enner saufe in de Tank.…“.
Kurznachrichten, so will es der Lambsborner Kerbebrauch, stehen stets ganz oben an und deshalb war das Bürgerfest des Ortes auch gleich im Jahresrückblick die Neuigkeit, welche selbst nachträglich für Heiterkeit und Zustimmung sorgte. „Am Anfang vom Johr hat sich de Gemeinderat gedenkt, dass ma mo widder e Feschd feiere kennt. Im DGH komm zusammen jung und alt, fer e paar Stunne Aufenthalt. Die ganz Lambsborner Junggeselle finne das Begegnungsfeschd so scheen die wolle gar nimmi gehe hem. Und korz vor Zehn han die beschloss, es werd noch e 50 Liter Fässche gesoff“.
Das weithin sichtbare Übermalen der grauen Pfalzwerke-Stromkäsen mit dem bekannten Rot der Teufel vom Betzenberg fehlte bei den Kerbenews nicht und dass jetzt dem Dorfnachbarn aus Martinshöhe endlich „ein Licht aufgeht“, löste unter der Zuhörerschar ein erstes Großgelächter aus, was sich bei der sonntägliche Kerberede so anhörte: „Die Märzeeher fackele ihr eichener Strauß mit Bengalos an, dass denne endlich mol e Licht geht an.“
Den harten Neuigkeiten bei den Kerbe-News müssen die aus der rosaroten Kiste folgen. „Iwwer Kinner und Hochzeit du ich eich jetzt berichte“, stellte Luke Masser kurz angebunden fest und legte mit forscher Stimme und mit den Erdenbürger-Neuankömmlingen gekonnt los. Beim Thema Unfälle wird es nicht immer heiter, weil solche sogar dabei sind, bei denen welche in Aufzügen fest stecken geblieben sind. Zu alledem erkennt Luke Masser gar noch bei manchen Unfällen einen ganz besonderen Trend – bei dreien an einem Wochenende werden allesamt Straußjugendliche als Unfallbeteiligte genannt.
Die Diebestaten bei Halloween kommen an den Pranger und für Gesetzesbrecher am „Schnääges fer die Kinner“ gibt es einen guten Rat zur schlechten Tat: „Fang nur ned mit em Heike Kriech an…“ Was alles passiert, wenn zum ersten Mai die Straußjugend mit Bachwasser und Bollerwagen auf Tour geht, wird köstlich glossiert und bietet mit seiner Hintergrundgeschichte den passenden Rahmen für die uralte Reiberei zwischen Bechhofen und Lambsborn. Denn ausgerechnet im Nachbarort wird Bottenbacher Schlehenwasser an „dreggiche Lambschborner“ ausgeschenkt. Doch der Bechhofer Spender vergriff sich dabei ganz bewusst an der Trinkreserve des Bruders, welcher dann nur noch „dreckiche Lambschborner“ habe stammeln können.
Der SVL hatte wieder seinen Platz in der überzeugend-humorvollen Kerberede, schließlich konnte nicht allein das 80-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Mehr noch, zur Kerbe im letzten Jahr gelang ausgerechnet mit passender Unterstützung der Straußjugend der erste Saisonsieg und das noch gegen den Tabellenführer. „Burglichdeberch bis dohin ungeschlaa – is ohne Punkte hemmgefahr. Pokalsiecher ist unser SVL ach noch wor – genau so, wie vor 40 Johr“, tönte Luke Masser und erhielt lautstarken Applaus für diese zeitliche Reminiszenz.
Apropos Fußballspielgemeinschaft mit Bechhofen, niemand sollte auf den Gedanken dabei kommen, dass eine „Straußbuwegemeinschaft mit denne a so gut klappe dääd…“. Das 50-jährige Jubiläum des Freizeitclubs Lambsbachtal durfte in der Kerberede natürlich nicht fehlen und Familienzwietracht über die Beschaffenheit des letztjährigen Kerbestraußes beendete die in jeder Beziehung unterhaltsame Kerberede mit lang anhaltendem Applaus.