Landsberger Allee besonders betroffen: Diese Baustellen sorgen für neue Einschränkungen
In ganz Berlin wird – wie immer – gebaut. Einen tagesaktuellen Überblick gibt die Verkehrsinformationszentrale auf einer Karte. Und als gäbe es nicht schon genug Hindernisse: Seit Anfang dieser Woche sind neue ...
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In ganz Berlin wird – wie immer – gebaut. Einen tagesaktuellen Überblick gibt die Verkehrsinformationszentrale auf einer Karte. Und als gäbe es nicht schon genug Hindernisse: Seit Anfang dieser Woche sind neue Einschränkungen hinzugekommen.
Hier nur einige Beispiele: Die A111 ist in den kommenden vier Nächten zwischen Waidmannsluster Damm und Schulzendorfer Straße gesperrt. Die Sperrung gilt jeweils von 21 bis 5 Uhr in beide Richtungen. Grund sind Wartungsarbeiten in den Tunneln Beyschlagsiedlung und Forstamt Tegel. Auch die A100 ist zwischen Detmolder Straße und Konstanzer Straße in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gesperrt.
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Fahrgäste der U5 müssen außerdem Änderungen des Ersatzverkehrs beachten. Ab heute bis zum 16. August fahren die Busse zwischen Kaulsdorf-Nord und Tierpark. Anschließend wird dann auch die Strecke Tierpark–Frankfurter Allee betroffen sein.
In Oberschöneweide ist die Edisonstraße in Fahrtrichtung Treskowallee zwischen An der Wuhlheide und Griechischer Allee gesperrt. Dies gilt bis Mitte September.
Landsberger Allee: Weitere Baustellen hinzugekommen
Auch die Landsberger Allee hat eine weitere Baustelle hinzugewonnen. Zwischen der Siegfriedstraße und Am Wasserwerk haben zweiwöchige Glasfaserarbeiten begonnen. Dabei liegt diese Einschränkung auf je zwei Spuren in der Mitte zwischen den beiden bestehenden Großbaustellen.
Denn die Landsberger Allee ächzt derzeit schon reichlich unter Baustellenfahrzeugen: Stadtauswärts finden an den Marzahner Brücken Arbeiten an allen drei Brückenknoten statt. „Im Zuge der Landsberger Allee im Bereich zum neuen Brückenbauwerk über die Märkische Allee wurden die Leitungs- und Straßenbauarbeiten aufgenommen“, teilt die zuständige Senatsverwaltung auf Anfrage mit. Stadteinwärts wird derweil die Petersburger Straße seit September 2024 grunderneuert.
Es geht in die Tiefe: Vier Trinkwasserleitungen und zwei Abwasserdruckleitungen werden unter der Landsberger Allee erneuert.
© Lauryn Zoe Hinsch/Berliner Zeitung
Und in der Mitte zwischen all dem: das größte geordnete Chaos. Zwischen dem S-Bahnhof Landsberger Allee und der Vulkanstraße führen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) ein groß angelegtes Bauprojekt durch. Bis 2029 wird hier eine sogenannte Wasserautobahn erneuert, durch die 10 Prozent des Berliner Wasserverbrauchs fließen. Bei den Verkehrsmassen war die Gefahr eines Bruchs zu groß, zu alt ist das Material.
Für die Pendler und Anwohner bedeutet das: Auf einer Länge von ca. zwei Kilometern ist nur die Südhälfte der Straße befahrbar. Zweispurig pro Richtung, eine davon zum Abbiegen – auf einer Straße, über die sonst pro Tag 50000 Autos brettern.
Erstaunlich wenig Stau auf der Wasserautobahn
„Mittlerweile geht es“, findet Ronny, der jeden Tag von der Weißenseer Straße zur Arbeit auf die Landsberger Allee muss. An dieser Kreuzung treffen zwei Bauabschnitte aufeinander. „Mittlerweile darf man ja hier rechts einbiegen. Davor hat man bestimmt 20 Minuten verloren, weil dann natürlich viel Stau war.“ Auf der Kreuzung geht es trotzdem nur gemächlich voran: Auf der Fußgängerinsel steht ein Blitzer, der die Pendler auf der Allee zu Tempo 30 zwingt.
Bauarbeiten, so weit das Auge reicht: die Landsberger Allee am 17. Juli 2026
© Lauryn Zoe Hinsch/Berliner Zeitu
Dass es sich hier nicht bis zur Mollstraße oder nach Marzahn staut, dürfte hauptsächlich daran liegen, dass die Autofahrer sich nach über zwei Jahren neue Routen gesucht haben: „Ich fahre immer andersherum, weil mir das zu stressig ist“, sagt Jörg, der ebenfalls täglich betroffen ist. „Ich fahre die Oderbruch hoch und dann die Konrad-Wolf lang. Ich umgehe das immer.“
Autofahrer: Man gewöhnt sich und passt sich an
Diese Berichte vor Ort decken sich auch mit dem Eindruck der Senatsverwaltung für Verkehr. Sie geht von „moderaten Verkehrszunahmen“ auf der Hohenschönhauser Straße/Konrad-Wolf-Straße sowie der Storkower Straße aus.
Viel interessanter jedoch: Ebenfalls auf Anfrage erklärt sie, die Anzahl der Beschwerden sei bislang sehr gering. „Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die bauzeitliche Verkehrsführung sowie die damit verbundenen, unvermeidbaren Einschränkungen und Behinderungen von den Verkehrsteilnehmenden überwiegend akzeptiert werden und die Notwendigkeit der Maßnahmen nachvollziehbar ist.“
Sechs Tage pro Woche, werktags im Schichtbetrieb: Bauarbeiter führen auf der Landsberger Allee die Pläne der Wasserbetriebe aus.
© Lauryn Zoe Hinsch/Berliner Zeitung
Entsprechendes erzählen auch die Bauarbeiter vor Ort. Das Vorankommen sei gut, und die Passanten äußerten keine Beschwerden, nur Fragen, wie lange es weitergeht.
Also einfach noch eine Baustelle?
Bislang erwartet die Senatsverwaltung „keine unmittelbaren verkehrlichen Wechselwirkungen zwischen den beiden Baumaßnahmen“ (Landsberger Allee und Marzahner Brücken). Doch die bis gestern frei befahrbare Strecke dazwischen ist seit heute ebenfalls zerklüftet.
Interview
Verkehrssenatorin Bonde, hat die CDU die Autofahrer in Berlin glücklicher gemacht?
Dass die meisten Autofahrer längst ausweichen, dürfte zumindest die größten Staus ausschließen. Dennoch stellt es die Nerven auf die Probe, wenn auch hier der Boden aufgerissen wird. Ob es bei der geringen Beschwerdelage bleibt, wird abzuwarten sein.
Bislang dürfte sich die viel kritisierte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) jedoch freuen: Erst vor drei Monaten hatte sie ein eigenes Konzept mit dem Titel „Baustellen koordinieren – Beeinträchtigungen reduzieren“ vorgelegt. Berlin stehen noch genug Baustellen bevor. Es wäre Zeit für mehr Akzeptanz.
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