Lärmschutzzonen: Landkreise stricken an gemeinsamen Forderungspapier - Gipfeltreffen geplant
StartseiteLokalesErdingFlughafen MünchenStand: 18.09.2026, 19:00 UhrKommentareUns auf Google folgenDie neuen Lärmschutzzonen im Umfeld des Flughafens bringen die Landkreise Freising und Erding zusammen. © imago...
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Stand: 18.09.2026, 19:00 Uhr
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Geeint wollen die Kreise Erding und Freising im Ringen um die Lärmschutzzonen vorgehen. Ein Forderungspapier soll Wucht für einen geplanten Gipfel entfachen.
Freising/Erding – Es war eine Überraschung gleich zu Beginn der Sitzung. Die neuen Lärmschutzzonen am Flughafen, die derzeit den Landkreis Freising bewegen, wurden am Donnerstag von der Agenda genommen und sollen in diesem Gremium erst im November behandelt werden. Eigentlich drängt die Zeit. Denn die Lärmschutzzonen, die zahlreiche Gemeinden in den Landkreisen Erding und Freising in ihrer Planungshoheit und damit auch in ihrer Entwicklung einschränken, sollen schon Anfang 2027 in Kraft treten. Doch die Absetzung des Tagesordnungspunkts hatte gute Gründe. Denn im Hintergrund herrscht aktuell viel Bewegung – auch wenn die Freien Wähler der Freisinger Landrätin Susanne Hoyer gerade erst „schwere Versäumnisse“ vorgeworfen hatten.
Wie Franz Heilmeier (Grüne), Freisinger Vize-Landrat und neuer stellvertretender Vorsitzender der Fluglärmkommission, unserer Zeitung auf Nachfrage berichtet, stricken die Landkreise Erding und Freising derzeit emsig an einem gemeinsamen Forderungspapier an das Verkehrsministerium. Es soll weit mehr sein als eine formelle Stellungnahme. „Was uns natürlich am meisten auf den Nägeln brennt, ist die Fristverlängerung“, betont Heilmeier. Wie berichtet, fordern die betroffenen Kommunen, dass die Lärmschutzzonen erst nach dem 31. Dezember 2029 in Kraft treten, um den Gemeinden noch Luft für die Realisierung geplanter Projekte zu lassen. In dem Papier soll es aber auch um die Nachtflugbelastung gehen. Denn die Nachtschutzzone trifft die Kommunen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten am härtesten.
Alle 50 Kommunen sollen ins Boot geholt werden
Das Papier entsteht unter der Feder von Stefan Haberl (CSU). Der Taufkirchener Bürgermeister fungiert aktuell auch als Erdinger Kreissprecher im Bayerischen Gemeindetag. Laut Heilmeier wird Haberl das Ergebnis am kommenden Montag vorstellen. Dann treffen am Flughafen die Vertreter der Landkreise Freising und Erding mit der FMG zusammen. Ziel ist es laut Heilmeier, alle 50 Kommunen der beiden Landkreise hinter dem Positionspapier zu versammeln. „Wir binden nicht nur die Gemeinden ein, die von den Lärmschutzzonen unmittelbar betroffen sind, sondern wünschen uns auch die Solidarität der anderen.“
Denn mit dem Positionspapier im Gepäck soll es zu einem wegweisenden Gipfel gehen, der sich ebenfalls bereits am Horizont abzeichnet: Am 29. September treffen sich Vertreter der beiden Landkreise mit Repräsentanten des Verkehrsministeriums am Flughafen. Auch Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) höchstpersönlich hat seine Teilnahme zugesagt. Heilmeiers Wunsch: „Wir wollen Wucht entfalten.“
Erdinger Landrat richtet kämpferische Worte an Verkehrsminister
Was eine Zurückdrängung des Nachtflugs angeht, hat Herbert Knur, ebenfalls Vize-Vorsitzender der Fluglärmkommission aus dem Landkreis Erding, wenig Hoffnung. „Die Nachtflugregelung basiert auf verbrieftem Recht und Gerichtsurteilen. Den Flughafen wird man also kaum zwingen können, den Betrieb weiter einzuschränken.“ Den größeren Hebel für die Gemeinden sieht er in der Fristverlängerung.
Kämpferisch zeigt sich Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). „Es ist für mich unverständlich, wie es zu einer so massiven Festsetzung kommen kann“, heißt es in einem Schreiben an den Verkehrsminister, das unserer Zeitung vorliegt. Unmissverständlich legt er seinem Parteifreund Bernreiter dar: „Wir haben im Landkreis Erding einen erheblichen Wohnungsmangel, der es den ortsansässigen Unternehmen schwierig macht, Fachkräfte zu finden. Weiterhin ist es auch für bereits ortsansässige Familien nicht mehr möglich, neuen Wohnraum für z. B. die Kinder zu schaffen, dass diese weiterhin in ihren Heimatorten bleiben können.“