„Laut und draußen"-Festival zieht mehr als 700 Besucher auf den Kalandshof

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„Laut und draußen"-Festival zieht mehr als 700 Besucher auf den Kalandshof

Stand: 14.08.2026, 19:00 Uhr

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Abriss mit den Aufsteigern von „Kochkraft durch KMA“

Abriss mit den Aufsteigern von „Kochkraft durch KMA“, die zuletzt auch auf dem Deichbrand spielten. © ULLA HEYNE

Die Rotenburger Werke haben zum 15. Mal ihr inklusives Musikfestival veranstaltet. Drei Bands spielten vor einem dankbaren Publikum in familiärem Ambiente. 2027 könnte es wieder größer werden.

Rotenburg – „In Rotenburg läuft nichts mehr“ – die Band „Leto“, die am frühen Donnerstagabend mit ihrem Song den Opener des 15. „Laut und draußen“ der Rotenburger Werke gibt, muss es wissen. Schließlich ist der Gig auf dem Kalandshof für einige der Mitglieder der Hamburger Postpunker eine Heimkehr an die Stätten der Jugend. Dass bei diesem etwas anderen Sommerfest, laut Organisator dem „Gegenentwurf zu Hüpfburg und Softeis“, zumindest an diesem Abend dann doch eine ganze Menge läuft, dazu tragen gleich drei Gruppen bei. Alle wurden passend zum Motto „Laut“ verpflichtet, wie Stephan Slomma vom Orgateam schmunzelnd verrät: „Das kommt bei unserem Publikum am besten an.“

Das besteht neben vielen Bewohnern der Werke an diesem Abend auch aus vielen auswärtigen Gästen: „Gute Preise, gute Musik – wir werden auch von der Stadtgesellschaft immer mehr wahrgenommen“, freut sich der Mitorganisator. Während der ungleich größere Rahmen alle zwei Jahre auf dem Pferdemarkt in Kooperation mit der Stadt stärker im Bewusstsein vieler Rotenburger sei, schätzen andere Besucher gerade das familiäre Ambiente der kleineren Ausgabe. Wie Kerstin Brandt, die über eine bei den Werken arbeitende Freundin auf das inklusive Festival aufmerksam wurde und mit ihrer Freundesgruppe seit elf Jahren dabei ist: „Hier ist es kuscheliger!“

Die Band „Leto“ verbindet mit Rotenburg und dem Kalandshof Jugenderinnerungen.

Die Band „Leto“ verbindet mit Rotenburg und dem Kalandshof Jugenderinnerungen. © ULLA HEYNE

Die richtige Mischung aus Bands zu verpflichten, sei nicht so leicht, weiß Ehrenamtler Slomma. „Nicht alle Anfragen werden beantwortet, nicht immer klappt es zeitlich.“ Eine inklusive Band zu finden, sei in diesem Jahr wegen der Sommerferien schwierig gewesen. Mit „Eisbrecher“ habe es noch auf den letzten Drücker geklappt. Die Hannoveraner spielen eine Mischung aus Covern, von Fury in the Slaughterhouse über Drafi Deutscher bis zu Maffays Tabaluga. Den Headliner „Kochkraft durch KMA“ habe man schon in der vorigen Ausgabe auf dem Pferdemarkt verpflichten wollen. Nun sollte es klappen, die energetischen Elektropunker auf die Bühne zu holen – auch wenn die Band wegen ihres Gigs unlängst auf dem Deichbrand erst vor drei Wochen angekündigt werden durfte. Sie lieferten, wie die beiden Bands zuvor, gehörig ab.

Begeisterungsfähiges Publikum ohne Berührungsängste

„Einen Draht zum Publikum haben bei uns noch fast alle Bands gefunden, alle fühlen sich hier wohl“, berichtet Slomma. Das liegt auch an den offenen Zuschauern, die keine Berührungsängste kennen, sich begeisterungsfähig zeigen und untereinander herzlich agieren. So treffen die Musiker der „neuen deutschen Kelle“ einen Nerv und werden wie ihre Vorgänger gefeiert. Auch wenn die Besucherzahlen wohl wegen der Hitze mit geschätzten 700 bis 800 leicht rückläufig ausfallen dürften, ist Slomma zufrieden. Das weitläufige Gelände mit Sitzecken, Schattenplätzen und Verpflegungsstationen ist geradezu ideal für ein entspanntes Festival-Erlebnis für alle.

Im Unterschied zur „großen“ Ausgabe müsse man nicht auf den Cent schielen, verrät das Mitglied des achtköpfigen Teams aus Ehrenamtlern: „Wir gucken natürlich, dass wir mit Eintritt, Getränke- und Essensverkauf und Merch auf eine schwarze Null kommen.“ Sollte das wider Erwarten nicht ganz gelingen, sprängen die Werke ein. Ob die nächste Ausgabe des „Laut und draußen“ wieder mit mehr Bands und mehr stilistischer Vielfalt auf dem Pferdemarkt über die Bühne geht, stehe noch nicht fest. „Wir würden es gern wieder organisieren, aber dazu muss die Stadt mit im Boot sein, auch fördertechnisch“, so Slomma. Bei den Fans ist die Treue zu ihrem Festival zu spüren – und auch zu sehen: Die Dichte der „Laut und draußen“-T-Shirts ist hoch, einige noch von 2018, 2014 und sogar 2012.