Lebensmittelgigant schließt zwei Werke: Hunderte Jobs in Gefahr
StartseiteWirtschaftLebensmittelgigant schließt gleich zwei Werke: Hunderte Mitarbeiter bangen um ihre JobsStand: 08.10.2026, 07:59 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Stammsitz der Unternehmensgruppe Theo Mü...
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Lebensmittelgigant schließt gleich zwei Werke: Hunderte Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Stand: 08.10.2026, 07:59 Uhr
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Aus für zwei Werke bei der Unternehmensgruppe Theo Müller: Rund 320 Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Was hinter den Schließungen steckt.
Leppersdorf – Die Unternehmensgruppe Theo Müller verkleinert ihr Produktionsnetzwerk und stellt den Betrieb an zwei deutschen Standorten ein. Für die betroffenen Angestellten ist die Nachricht eine Hiobsbotschaft: Rund 320 Mitarbeiter bangen infolge der beschlossenen Werksschließungen um ihre Arbeitsplätze und ihre berufliche Zukunft. Das Traditionsunternehmen, zu dessen Portfolio bekannte Marken wie Müllermilch, Weihenstephan, Sachsenmilch sowie Feinkosthersteller Homann und die Restaurantkette Nordsee gehören, begründet die Schritte mit veränderten Marktbedingungen und mangelnder Wirtschaftlichkeit.
Konkret betrifft das Aus die Schnittkäserei des Werks Sachsenmilch in Leppersdorf sowie das traditionsreiche Feinkost- und Saucenwerk der Tochtergesellschaft Homann in Rogätz.
Aus für Schnittkäse in Leppersdorf: 160 Mitarbeiter betroffen
Im sächsischen Leppersdorf (Landkreis Bautzen) soll die Schnittkäserei zum 31. Dezember ihren Betrieb vollständig einstellen. Rund 160 Beschäftigte in den Bereichen Produktion, Verpackung und Verwaltung müssen nun um ihre Weiterbeschäftigung bangen. Nach Angaben des Konzerns lasse sich dieser Produktionszweig unter den aktuellen internen und externen Rahmenbedingungen dauerhaft nicht mehr wirtschaftlich tragfähig betreiben.
Andere Sparten am Großstandort Leppersdorf bleiben von der Maßnahme unberührt: Die Herstellung von Sauermilchkäse sowie die Mozzarella-Produktion laufen nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiter.
Verändertes Kaufverhalten: Homann-Standort Rogätz vor dem Aus
Noch tiefgreifender ist der Einschnitt im Werk Rogätz (Landkreis Börde): Das traditionsreiche Werk für Feinkost und Fertigsaucen soll bis Ende September 2027 komplett stillgelegt werden. Auch an diesem Standort bangen rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ihre Existenz.
Hintergrund der Werksschließung ist ein drastischer Wandel im Konsum- und Nachfrageverhalten: Fertigsaucen im klassischen Glasregal des Lebensmitteleinzelhandels werden bei Verbrauchern zunehmend unpopulärer. Konsumenten greifen im Supermarkt verstärkt zu alternativen Verpackungen wie Quetschflaschen und Tuben. Dies führte laut Konzern zu einer sinkenden Anlagenauslastung und verschärften Kostenproblemen. Notwendige hohe Investitionen in die bestehenden Produktionsanlagen ließen sich unter diesen Vorzeichen wirtschaftlich nicht mehr amortisieren.
Sozialplan und Suche nach Lösungen für die Beschäftigten
Für die insgesamt rund 320 betroffenen Mitarbeiter haben Unternehmensleitung und Betriebsräte an beiden Standorten Verhandlungen aufgenommen. Im Fokus steht die Ausarbeitung eines Sozialplans sowie von Interessenausgleichen. Dabei soll geprüft werden, inwieweit Mitarbeiter an andere Standorte der Unternehmensgruppe Theo Müller wechseln können oder durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt werden.
Die aktuellen Werksschließungen reihen sich in eine Serie von Konsolidierungen in der deutschen Lebensmittelbranche ein. Erst vor wenigen Monaten sorgte die Gruppe mit der Schließung des traditionsreichen Landliebe-Standorts in Heilbronn für Aufsehen, während auch Mitbewerber wie Hochwald Restrukturierungen und Standortaufgaben vollziehen. (Quellen: Unternehmensgruppe Theo Müller, Deutsche Presse-Agentur)