Staatsbegräbnis: Letzte Ehre für Norwegens König Harald V.

Zwölf Tage nach seinem Tod hat am Mittwoch das Staatsbegräbnis des norwegischen Königs Harald V. stattgefunden. Zahlreiche Staats- und Regierungschefinnen und -chefs sowie Mitglieder mehrerer Königsfamilien nahmen an den Feierlichkeiten in Oslo teil. Zehntausende fanden sich entlang der Route des einstündigen Trauerzugs ein. Nach der anschließenden Trauerfeier im Osloer Dom wurde der Sarg in das königliche Mausoleum in die Festung Akershus gebracht.

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Staatsbegräbnis: Letzte Ehre für Norwegens König Harald V.

Staatsbegräbnis

Zwölf Tage nach seinem Tod hat am Mittwoch das Staatsbegräbnis des norwegischen Königs Harald V. stattgefunden. Zahlreiche Staats- und Regierungschefinnen und -chefs sowie Mitglieder mehrerer Königsfamilien nahmen an den Feierlichkeiten in Oslo teil. Zehntausende fanden sich entlang der Route des einstündigen Trauerzugs ein. Nach der anschließenden Trauerfeier im Osloer Dom wurde der Sarg in das königliche Mausoleum in die Festung Akershus gebracht.

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(Update: 17.16 Uhr)

Der mit einem weißen Blumengesteck geschmückte und mit einem roten Tuch bedeckte Sarg wurde auf einer Artillerielafette gezogen. Dahinter gingen der neue König Haakon VIII. und seine Kinder Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Sverre Magnus. Auch Marius Borg Höiby, Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, der wegen eines Vergewaltigungsurteils unter Hausarrest steht, bekam die Erlaubnis, an der Trauerfeier teilzunehmen.

Zahlreiche Soldatinnen und Soldaten in Gardeuniform, zu Fuß und beritten, begleiteten den Trauerzug. Haralds Witwe, die 89 Jahre alte Königin Sonja, und Haakons durch eine Lungentransplantation geschwächte Frau, die neue Königin Mette-Marit, folgten in einem Auto.

Der Trauerzug legte den etwa 1,2 Kilometer weiten Weg zur Domkirche zurück, wo ein Trauergottesdienst stattfand. Laut Angaben der norwegischen Polizei gegenüber dem Rundfunk NRK fanden sich entlang der Prozessionsroute rund 53.000 Menschen ein. Insgesamt gingen rund 224.000 Norwegerinnen und Norweger auf die Straßen Oslos. Der verstorbene König war äußerst beliebt und wurde auch als „Großvater der Nation“ bezeichnet.

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Zahlreiche prominente Trauergäste

Gäste aus aller Welt wie der britische Thronfolger Prinz William, das spanische Königspaar, Mitglieder des schwedischen und dänischen Königshauses, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Staats- und Regierungschefinnen und -chefs aus Finnland, Frankreich und Thailand zählten zu den Trauergästen. Aus Österreich nahm Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs in Vertretung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen teil.

Zum Schutz des Ereignisses mobilisierte die norwegische Polizei fast 3.000 Einsatzkräfte. Nach ihren Angaben handelt es sich um „einen der größten Einsätze“ in der Geschichte des Landes. Auch 3.500 Soldaten wurden zur Sicherung der Trauerfeier entsandt. Im Osten des Landes galten größtenteils Flugeinschränkungen.

Doppelsarkophag im Wert von 1,7 Millionen Euro

Haralds Sarg wurde nach dem an den Trauerzug anschließenden Gottesdienst zur Schlosskapelle der Festung Akershus gebracht, wo der Monarch in einem 1,7 Millionen Euro teuren Doppelsarkophag im königlichen Mausoleum an der Seite seiner Eltern und Großeltern beigesetzt wurde.

Anschließend wurden alle norwegischen Flaggen im Land, die nach Haralds Tod vor zwölf Tagen auf halbmast gesetzt wurden, wieder hochgezogen. Die Kirchenglocken im Land sollten zudem eine Stunde lang läuten. Am Spätnachmittag trat die Familie gemeinsam auf den Balkon des Königspalastes. Laut NRK wurden Haakon und Mette-Marit dabei minutenlang bejubelt.

Sohn Haakon übernahm Amt vergangene Woche

Harald war am 28. August in Oslo verstorben. Er kämpfte gegen die Bluterkrankung hämolytische Anämie, eine Form der Blutarmut, und zusätzlich gegen eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs. In den vergangenen Jahren musste sich Harald mehreren Operationen unterziehen, unter anderem am Herzen und am Bein.

Mit dem Tod Haralds war sein Sohn Haakon sofort zum neuen Monarchen des skandinavischen Landes geworden. Bei seiner ersten Rede bedankte sich Haakon nicht nur bei seiner Familie, sondern auch für die große Anteilnahme beim norwegischen Volk und schließlich bei seinem Vater: „Wir danken König Harald für alles, was er war, und alles, was er getan hat – für Norwegen – für alle in unserem Land.“ Am Dienstag vergangener Woche legte der 53-Jährige seinen Eid vor dem norwegischen Parlament ab.