Letzter Besuch an der Mosel: Einmal noch ins „Kölsches Eck“ – Wünschewagen erfüllt letzte Bitte
Sie wollte noch einmal ins „Kölsches Eck“ nach Bernkastel-Kues kommen. Der Malteser Hilfsdienst und Wirtin Karola Korn erfüllten dem „Kölsche Mädche“ Christina Korth diesen Herzenswunsch.
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Letzter Besuch an der Mosel Einmal noch ins „Kölsches Eck“ – Wünschewagen erfüllt letzte Bitte
Bernkastel-Kues/Köln · Sie wollte noch einmal ins „Kölsches Eck“ nach Bernkastel-Kues kommen. Der Malteser Hilfsdienst und Wirtin Karola Korn erfüllten dem „Kölsche Mädche“ Christina Korth diesen Herzenswunsch.
17.09.2026 , 07:59 Uhr
Michael Korn geleitet Christina Korth liebevoll in die Kneipe „Kölsches Eck“ in Bernkastel-Kues.
Foto: Melanie Düren
Die Innenstadt von Bernkastel-Kues ist auch an einem ganz normalen Werktag im Spätsommer voller Touristen. Die Menschen drängen sich in den engen Gassen. Aufsehen in der eigentlich autofreien Zone erregt ein spezieller Krankenwagen mit Kölner Kennzeichen: ein sogenannter Wünschewagen des Malteser Hilfsdienstes.
Daniel Schwarz und Kerstin Adolphs haben einen besonderen Fahrgast. Sie fahren an diesem Tag die an Krebs erkrankte Christina Korth von Köln nach Bernkastel-Kues und wieder zurück. Beide sind ehrenamtlich für den Malteser Hilfsdienst tätig. Es gehe ihm nahe, Menschen im letzten Teil ihres Lebens begleiten zu dürfen, sagt Schwarz.
Er habe einmal einem siebenjährigen Mädchen seinen Herzenswunsch erfüllt. „Das war ein schwerer Tag“, erinnert er sich. Seit etwa zehn Jahren ist er immer mal wieder mit dem Wünschewagen unterwegs.
Noch im Juni hat sie im „Kölsches Eck“ in Bernkastel-Kues getanzt
Schwarz und Adolphs erfüllen der 76 Jahre alten Christina Korth einen Herzenswunsch. Einmal noch wollte das „Kölsche Mädche“ das Lokal „Kölsches Eck“ in Bernkastel-Kues besuchen. „Noch im Juni hat sie hier getanzt und wirkte topfit“, erinnert sich Wirtin Karola Korn. Damals habe Korth versprochen, wiederzukommen und einen Schal des Kölner Vereins „Die Altstädter“, einem Traditionskorps des Kölner Karnevals, mitzubringen.
Ursprünglich sollte der Besuch am Weinfestwochenende Anfang September stattfinden. Mutter und Tochter hatten ihn noch gemeinsam geplant. Dann, so die Tochter, hätte sich der Zustand der Mutter rapide verschlechtert.
Melanie Düren hat dann die Verbindung zum Malteser Hilfsdienst und zu Karola Korn hergestellt. Der grün-rote Schal wird sicher einen Ehrenplatz in der kleinen Kneipe bekommen. Sie ist voll mit Fastnachtsorden, Fotos und anderen Utensilien, die mit der Stadt am Rhein zusammenhängen. „Nur etwas Grün-Rotes hatte bisher gefehlt. Das war meiner Mutter im Juni aufgefallen“, sagt die Tochter.
Vor einer Woche erhielt Karola Korn eine Whatsapp von Melanie Düren. Man wolle das Versprechen mit dem Schal einlösen und an die Mosel kommen. Allerdings sei ihre Mutter an Krebs erkrankt und werde seit einigen Tagen in einem Hospiz umsorgt.
Das „Kölsches Eck“ ist eine richtige rheinische Kneipe. Ausschließlich Kölsch läuft aus dem Zapfhahn und die Gäste werden nur mit Kölscher Musik beschallt. Dazu passt, dass die Wirtin an einem 11.11. geboren wurde. Sie ist allerdings kein „Kölsche Mädche“, sondern stammt aus Kues, wohnt in Monzelfeld und betreibt seit 2020 die gastliche Stätte in der Bernkasteler Altstadt.
„Es war keine Frage, den Wunsch zu erfüllen“, sagt Karola Korn. Sie habe sogar das Lokal extra früher geöffnet, weil nicht klar war, wie Christina Korth die Reise und den Aufenthalt verkraften würde.
Letzter Besuch an der Mosel endet für schwer kranke Frau aus Köln schneller als erwartet
Der Aufenthalt in Bernkastel-Kues endet dann auch schneller als erwartet. Christina Korth ist von der zweistündigen Anfahrt sehr mitgenommen. Karola Korns Mann Michael holt sie in einem Café ab und bringt sie ins „Kölsches Eck“. Dort habe sie nichts sagen können und sei sehr müde gewesen, sagt ihre Tochter.
Im Vorfeld war geplant, dass Christina Korth noch das Restaurant im alten Moselbahnhof besucht, um dicke Bohnen zu essen – ein Gericht, das nur selten auf einer Speisekarte auftaucht und das sie sehr mag. Die Erfüllung dieses Wunsches bleibt ihr versagt.
Melanie Düren ist sehr dankbar für das Entgegenkommen von Karola Korn und deren Mann Michael. „Sie haben sich rührend um meine Mutter gekümmert und ihr die Hand gehalten“, sagt sie. Karola Korn macht davon nicht viel Aufhebens. „Man sieht in so einer Situation, was wichtig ist und was nicht“, sagt sie, als der Wünschewagen die Moselstraße wieder verlassen hat.