Lieferdrohne: Amazon will Prime Air auf fast 500 US-Orte ausweiten

Amazon treibt den Ausbau von Prime Air voran. Bis Ende 2026 sollen Lieferdrohnen fast 500 Städte und Gemeinden in den USA erreichen. 21. August 2026 um 08:11 Uhr / Przemyslaw Szymanski Amazons Lieferdro...

  • 3 min read
Lieferdrohne: Amazon will Prime Air auf fast 500 US-Orte ausweiten

Amazon treibt den Ausbau von Prime Air voran. Bis Ende 2026 sollen Lieferdrohnen fast 500 Städte und Gemeinden in den USA erreichen.

21. August 2026 um 08:11 Uhr / Przemyslaw Szymanski

Amazons Lieferdrohne vom Typ MK30 (Bild: Amazon)

Amazons Lieferdrohne vom Typ MK30 Bild: Amazon

Amazon will seinen Drohnen-Lieferdienst Prime Air in den USA deutlich ausbauen. Bis Ende 2026 sollen fast 500 Städte und Gemeinden beliefert werden können, wie der Konzern bekanntgegeben hat(öffnet im neuen Fenster). Das wären rund sechsmal so viel wie bisher. Prime Air soll damit für mehrere zehn Millionen Kunden verfügbar werden.

Derzeit starten Amazons Lieferdrohnen an elf Standorten in sieben US-Bundesstaaten. Jeder davon deckt nach Unternehmensangaben rund 175 Quadratmeilen ab, also etwa 450 Quadratkilometer. Damit kann ein einzelner Standort mehrere Städte und Gemeinden im Umfeld abdecken.

Als Nächstes sollen unter anderem die Ballungsräume Chicago, Syracuse, Cleveland, Atlanta und Boise hinzukommen. Weitere Städte und Gemeinden sollen noch im Laufe des Jahres folgen.

Nicht jede Bestellung eignet sich für die Drohne

Ob eine Bestellung per Drohne zugestellt werden kann, hängt allerdings nicht nur von der Abdeckung vor Ort, sondern auch von Größe und Gewicht der Ware ab. Für die Zustellung kommen nahezu alle Artikel mit einem Gewicht von höchstens fünf Pfund, also rund 2,3 kg, infrage. Sie müssen zudem ungefähr in einen großen Schuhkarton passen.

Nach Angaben des Unternehmens trifft das auf mehr als 60 Prozent der besonders häufig bestellten Produkte zu. Geeignete Bestellungen sollen im schnellsten Fall innerhalb von 30 Minuten eintreffen, meist dauert die Lieferung rund eine Stunde.

Prime Air prüft den Landeplatz selbst

Die Drohnenlieferung ist in den regulären Bestellprozess von Amazon integriert. Bei der ersten Drohnenbestellung legt der Kunde einen Ablagepunkt fest, der später beibehalten oder geändert werden kann. Bevor das Paket dort abgesetzt wird, prüft die Drohne mit ihren Sensoren, ob sich Menschen, Tiere oder Fahrzeuge im vorgesehenen Bereich befinden. Erst wenn der Platz frei ist, beginnt die Ablage.

Auch während des Flugs erfasst die Drohne ihre Umgebung. Dafür nutzt Prime Air das sogenannte Detect-and-Avoid-System, mit dem sie Hindernisse erkennen und selbstständig darauf reagieren soll. Dass das nicht immer zuverlässig funktioniert, zeigte sich zuletzt im Februar 2026: Eine Prime-Air-Drohne prallte im texanischen Richardson gegen die Außenwand eines Wohngebäudes. Verletzt wurde dabei niemand.

Trotz solcher Zwischenfälle baut Amazon den Dienst weiter aus. Nach eigenen Angaben hat der Konzern allein 2026 bereits mehrere Hunderttausend Pakete per Drohne ausgeliefert, an den bestehenden Standorten seien es inzwischen täglich Tausende. Inzwischen wird Prime Air auch außerhalb der USA(öffnet im neuen Fenster) angeboten: Im englischen Darlington können geeignete Bestellungen in einem Radius von 7,5 Meilen um das dortige Logistikzentrum per Drohne zugestellt werden.