Litauen: Abgeschossene Drohne war laut Regierung mit Sprengsatz bestückt

Ein Nato-Jet hatte das Flugobjekt vom Himmel geholt. Nun meldet der litauische Verteidigungsminister: Die Drohne im Luftraum seines Landes hatte Sprengstoff an Bord. Der Blick geht Richtung Belarus.

  • 4 min read
Litauen: Abgeschossene Drohne war laut Regierung mit Sprengsatz bestückt
Einsatz an der Absturzstelle der Trümmerteile in Litauen (am 15. September) Einsatz an der Absturzstelle der Trümmerteile in Litauen (am 15. September)

Einsatz an der Absturzstelle der Trümmerteile in Litauen (am 15. September)

Foto: Lithuanian Army / REUTERS

Wieder hat es an der Ostflanke der Nato einen Zwischenfall mit einer Drohne gegeben. Und das Flugobjekt war nach Angaben aus Litauen mit Sprengstoff bewaffnet. Dies teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Die Sprengladung sei von Spezialkräften entschärft worden, schrieb er auf Facebook. Die Drohne werde weiterhin untersucht und analysiert.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Litauen war in der Nacht zu Dienstag ein unbemanntes Flugobjekt von italienischen Eurofightern über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt worden (mehr dazu hier). Verletzte oder Schäden gab es nicht. Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert.

Genauere Angaben zur Herkunft und zum Typ der abgeschossenen Drohne gab es zunächst nicht. Nach ersten Erkenntnissen flog die Drohne wahrscheinlich vom Gebiet von Belarus nach Litauen ein. Im Zuge des Ukrainekrieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in den baltischen Staaten gegeben.

Präsident Gitanas Nausėd hatte am Dienstag auf X erklärt: »Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion. Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung.« Gemeinsam mit seinen Nato-Verbündeten werde Litauen seinen Luftraum verteidigen.«

Litauens Außenminister Kęstutis Budrys bedankte sich ebenfalls bei den Verbündeten der westlichen Militärallianz, »deren Präsenz dazu beiträgt, unseren Luftraum zu schützen und unsere Sicherheit zu stärken«. Bei X schrieb er: »Dies ist das beste Beispiel für die Einheit und Entschlossenheit der Partner in der Praxis – es sendet eine klare Botschaft, dass die Nato wachsam, engagiert und bereit ist.«

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das benachbarte Polen hatte zudem den Beginn von »Lufteinsätzen« in seinem Luftraum bekannt gegeben. Als Grund nannte Warschau »die Aktivitäten von Jet-angetriebenen Drohnen der Russischen Föderation, die Angriffe auf ukrainisches Gebiet ausführen«. Die Schritte seien »präventiver Natur«. Sie zielten darauf ab, »den Luftraum zu sichern und zu schützen, insbesondere in Gebieten, die an bedrohte Regionen angrenzen«.

Bundeswehr baut Brigade im Land auf

Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht, fast täglich gibt es in letzter Zeit verdächtige Drohnenüberflüge, für die Litauen Russland verantwortlich macht. Dem Militärgeheimdienst Litauens liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte.

Die Baltenstaaten Litauen, Estland und Lettland gehören zu den vehementesten Unterstützern der Ukraine. Moskau wirft den drei früheren Sowjetrepubliken immer wieder vor, dass sie der Ukraine als Basis für Angriffe auf russisches Territorium dienten. Die Länder weisen dies zurück.

Mehr zum Thema

  • 2 Min

Die Bundeswehr baut derzeit eine deutsche Panzerbrigade in Litauen auf. Der gefechtsbereite und eigenständig handlungsfähige Kampfverband mit 4800 Soldaten soll bis Ende 2027 einsatzfähig sein. Weil sich für die Litauen-Brigade der Bundeswehr nicht genügend Freiwillige gefunden haben, müssen nun Soldaten verpflichtend an die Nato-Ostflanke. Die Rede ist von etwa 570 Männern und Frauen, die per Befehl nach Litauen geschickt werden (mehr dazu hier).

Die Bundeswehr soll in Litauen die Nato-Ostflanke gegen Russland verteidigen – doch ihr Übungsplatz liegt dort, wo einst Juden gegen Hitler kämpften. Und die gelten in Litauen als Staatsfeinde. Mehr dazu erfahren Sie hier .

jok/dpa