Ukraine-Liveticker: Neu-Delhi: Vier Inder bei russischem Angriff getötet| FAZ
Indien verurteilt russischen Angriff mit indischen TodesopfernBei einem Angriff auf ein aus dem südukrainischen Hafen Odessa auslaufendes Schiff sind nach Angaben der Regierung in Delhi vier Inder getötet word...
- 9 min read
Indien verurteilt russischen Angriff mit indischen Todesopfern
Bei einem Angriff auf ein aus dem südukrainischen Hafen Odessa auslaufendes Schiff sind nach Angaben der Regierung in Delhi vier Inder getötet worden. Ein weiterer liege im Krankenhaus und sei in kritischem Zustand, teilt das Außenministerium mit. Russland hat der ukrainischen Marine zufolge am Sonntag die „Golden Leo“ – ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrendes Schiff mit einer Besatzung aus Indien und Syrien – mit drei Marschflugkörpern angegriffen.
„Indien verurteilt solche Angriffe und bekräftigt, dass das Angreifen von Handelsschiffen und das Gefährden unschuldiger ziviler Besatzungsmitglieder oder das anderweitige Beeinträchtigen der Freiheit der Schifffahrt und des Handels verwerflich ist und vermieden werden sollte“, erklärt das indische Außenministerium.
Berichten zufolge befanden sich 17 Personen aus Indien, Syrien und der Ukraine auf dem Frachtschiff. Bei dem russischen Angriff gab es laut ukrainischen Angaben insgesamt zehn Todesopfer.
Tote nach russischem Angriff in Odessa
Durch einen russischen Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens drei Zivilisten getötet worden. Außerdem habe es sechs Verletzte gegeben, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Seinen Angaben nach galt der Angriff unter anderem einem zivilen Industriebetrieb, in dem ein Brand ausbrach. Bürgermeister Serhij Lissak sprach auch von Schäden an der Infrastruktur der Stadt. Das russische Militär bestätigte Luftangriffe auf die Hafenanlagen von Odessa am Schwarzen Meer.
Russische Behörden: Fünf tote Bus-Insassen nach ukrainischen Drohnenangriffen
In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens fünf Insassen eines Busses getötet worden. Bei dem Einschlag in der Stadt Schebekino seien zudem mindestens 23 Passagiere verletzt worden, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew mit. „Vier Frauen und ein Junge sind an ihren Verletzungen gestorben“, sagte er. Der Gouverneur sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Region Belgorod ist Aufmarschgebiet für die russischen Truppen und ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiews Truppen verteidigen sich gegen Moskaus Invasion mit Drohnenattacken auf russische Ziele.
Ukraine attackiert sieben russische Schiffe
Ukrainische Drohnen haben nach Militärangaben in der Nacht sieben russische Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen. Unter den Zielen seien drei Tanker und vier Frachtschiffe gewesen, teilte der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit. Damit steige die Zahl der im Juli getroffenen Schiffe auf 183. Zudem meldet Browdi Angriffe auf sieben Umspannwerke auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim.
Ukraine: Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff gestiegen
Nach dem russischen Angriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben verdoppelt. Nach neuen Erkenntnissen wurden zehn Menschen bei der Attacke vor der Stadt Odessa getötet, wie die ukrainische Hafenbehörde mitteilt. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war nach ukrainischen Angaben mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde.
An Bord der „Golden Leo“ befanden sich demnach 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer. Acht Crew-Mitglieder konnten demnach gerettet werden. Russland teilt unterdessen laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben.
Ukraine greift Moskau mit 400 Drohnen an
Die Ukraine hat nach russischen Angaben Moskau und die umliegende Region in der Nacht mit 400 Drohnen angegriffen. Dabei seien zwei Menschen verletzt und Gebäude in Brand gesetzt worden, teilen russische Behörden mit. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärt, die meisten der feindlichen Drohnen seien bereits aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden. 85 Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden.
Dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, zufolge konzentrierten sich die Schäden auf die Bezirke Podolsk, Domodedowo und Odinzowo. Dort seien zivile Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden und in Brand geraten. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 381 ukrainische Drohnen über russischen Regionen sowie dem Schwarzen und dem Asowschen Meer abgeschossen.
Ian Liesch

Russischer Oppositionspolitiker zieht sich aus Wahlkampf zurück
Der russische Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin verzichtet auf eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen im September. „Meine Möglichkeiten, in Russland auf legalem Wege Oppositionspolitik zu betreiben, sind ausgeschöpft“, schrieb der kürzlich zu einer Geldstrafe verurteilte Nadeschdin am Sonntag im Onlinedienst Telegram. Er sei „zum Schweigen gebracht“ und „aus der Politik gedrängt“ worden.
„Ich bin nicht bereit, all jene in Gefahr zu bringen, die mich unterstützen und an meinem Wahlkampf teilgenommen haben“, schrieb der 63-Jährige weiter. „Wir werden nicht bei der Wahlkommission die aberhunderten Unterschriften überreichen, die wir gesammelt haben“.
Nadeschdin ist einer der wenigen Politiker in Russland, die es wagen, Präsident Wladimir Putin und die russische Offensive gegen die Ukraine offen zu kritisieren. Er war am Freitag wegen eines weiterverbreiteten Videos mit einem Bild des verstorbenen Kreml-Gegners Alexej Nawalny zu einer Geldstrafe verurteilt worden, der Vorwurf lautete Zurschaustellung „extremistischer Symbole“. Nawalny und seine Organisationen gelten in Russland als „extremistisch“.
Der frühere Abgeordnete Nadeschdin wollte bei der Parlamentswahl im September in seinem Heimatwahlkreis Mytischtschi antreten. Er wurde aber kürzlich als „ausländischer Agent“ eingestuft und dann am vergangenen Montag kurzzeitig inhaftiert. Am Freitag folgte dann die Verurteilung zu einer Geldstrafe. Am Sonntag schrieb Nadeschdin, die Einstufung als „ausländischer Agent“ und die Verurteilung würden eine Wahl in die Duma unmöglich machen.
Ian Liesch

Sechs Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer nahe Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Die ukrainische Marine erklärte am Sonntag, Russland habe die „Golden Leo“ mit drei Marschflugkörpern beschossen, als der mit Getreide beladene Frachter dabei gewesen sei, „das Kampfgebiet“ zu verlassen.
Der ukrainische Infrastruktur- und Verkehrsminister Mykola Kalaschny erklärte im Onlinedienst Telegram, sechs Seeleute seien tot, vier weitere würden noch vermisst. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, zwei von ihnen seien verletzt.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse. Die Besatzung des unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachters komme unter anderem aus Syrien und Indien. Der neue ukrainische Regierungschef Serhij Korezky erklärte, der Frachter sei nahe Odessa nach dem Auslaufen aus dem Hafen getroffen worden.
„Das ist ein weiterer gezielter Angriff Russlands gegen ein unbewaffnetes ziviles Schiff unter fremder Flagge, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte“, erklärte die ukrainische Marine. Es handle sich um einen „Terrorakt“ gegen die friedliche Schifffahrt und eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. Russland greift immer wieder ukrainische Hafen-Infrastruktur an. Betroffen ist insbesondere die Region um Odessa.
Außenminister Sybiha erklärte, während die Welt noch auf „Russlands brutalen nächtlichen Angriff auf Kiew“ reagiere, setze Russland seine „Terrorkampagne“ tagsüber fort. Russland hatte die ukrainische Hauptstadt in der Nacht mit zwei Dutzend ballistischen Raketen attackiert. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, 16 weitere wurden verletzt.
Ian Liesch

Die Ukraine trifft Russland inzwischen immer mehr im Hinterland und Abseits der Front. Nun haben ukrainische Drohnen im Süden Russlands ein Lager des russischen Onlinemarktplatzes „Wildberries“ angegriffen. F.A.Z.-Korrespondent Friedrich Schmidt berichtet über den Angriff.
Mathias Peer
Mindestens ein Toter bei neuen Angriffen auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist vom russischen Militär massiv mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Der Militärverwaltung zufolge wurde dabei in der Nacht zu Sonntag ein Mensch getötet. Dutzende Explosionen teils von Flugabwehrraketen waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören. Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mindestens vier Stadtteilen. Er berichtete von brennenden Fahrzeugen und Rauch. Laut der Militärverwaltung von Kiew wurde ein Wohngebäude im Bezirk Schewtschenkiwskyj getroffen. Zudem sei ein Einkaufszentrum mit Freizeiteinrichtungen im Bezirk Dniprowskyj getroffen worden.
Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert.
Ian Liesch

Tote und Verletzte nach Raketenangriffen auf Odessa
Infolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden.
Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden.
In einer Mitteilung sprach das Verteidigungsministerium in Moskau von erneuten Schlägen auf „Häfen der Ukraine“. Dabei seien in den Häfen Piwdennyj und Odessa mindestens drei Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen worden. Den Angaben zufolge transportierten sie Güter für die ukrainischen Streitkräfte. In Piwdenny seien zudem Tanks mit Treibstoff Ziel von Attacken mit „Präzisionswaffen“ gewesen.
Ian Liesch

Selenskyj verspricht Demonstranten Entscheidungen zur Armee
Vor dem Hintergrund von anhaltenden Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit Militärs geführt. „Natürlich höre ich, was die Leute sagen“, versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch „lange“ mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexander Syrskyj gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, versprach Selenskyj, ohne Details zu nennen.
Parallel dazu demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten den dritten Tag in Folge wieder mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung. Die Hauptforderung war dabei aber inzwischen eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den von Selenskyj vorgenommenen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.
Fedorows Posten hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskyj muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen.
Ian Liesch

Zwei Tote nach russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk
Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Ukraine attackiert russische Logistikzentren
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei wichtige Logistikzentren in den russischen Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Logistikzentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Angriffe Ziele im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen.
Russischen Angaben zufolge wurde bei den Drohnenangriffen ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Kotowsk in der südlichen Region Tambow getroffen, wobei sieben Mitarbeiter der Nachtschicht getötet worden seien.
Mehr laden