MAD-Jahresbericht: Militärgeheimdienst sieht wachsende Gefährdung durch hybride Angriffe

Deutschland befindet sich laut einem MAD-Bericht verstärkt im Fokus russischer Geheimdienste. Kritisch sieht der Dienst Auslandsreisen von Bundeswehrsoldaten. Quelle: DIE ZE...

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MAD-Jahresbericht: Militärgeheimdienst sieht wachsende Gefährdung durch hybride Angriffe

Deutschland befindet sich laut einem MAD-Bericht verstärkt im Fokus russischer Geheimdienste. Kritisch sieht der Dienst Auslandsreisen von Bundeswehrsoldaten.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

edd

Aktualisiert am 14. September 2026, 14:35 Uhr

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Die Regierung macht Russland für den versuchten Drohnenanschlag von Leipzig verantwortlich. © Hendrik Schmidt/​dpa

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) warnt vor Einsätzen angeworbener Auftragsagenten und einer zunehmenden Bedrohung durch hybride Angriffe. Dabei sei Deutschland »priorisiertes Aufklärungsziel russischer Spionageaktivitäten«, heißt es im Jahresbericht des Militärgeheimdienstes. Grund dafür seien die geostrategische Lage Deutschlands in Europa und der Nato, der Aufwuchs der Bundeswehr und die Einführung neuer Waffensysteme. »Die hybride Bedrohungslage in Deutschland hat sich weiter verschärft«, schreibt der MAD.

»Erheblich zugenommen« habe zudem das Bedrohungspotenzial durch Sabotage, die von sogenannten Low-Level-Agents oder Wegwerfagenten verübt wird, warnt der MAD. Im Bericht für das Jahr 2025 werden zu diesem Themenkomplex keine vergleichenden Zahlenangaben gemacht, um Gegnern keine Rückschlüsse zu ermöglichen.

Getarnte Stützpunkte russischer Geheimdienste

Ein zentrales Instrument der russischen Informationsbeschaffung im Ausland seien die sogenannten Legalresidenturen, also getarnte Stützpunkte russischer Nachrichtendienste in Botschaften oder halbstaatlichen Vertretungen. Genannt werden auch Presseagenturen.

Mit Sorge sieht der MAD in diesem Kontext einige Reisen von Bundeswehrsoldaten. So sei festgestellt worden, »dass trotz der angespannten Sicherheitslage in den letzten Jahren zahlreiche Angehörige der Bundeswehr nach Russland oder Belarus reisten und dabei in das Blickfeld der russischen und belarussischen Nachrichtendienste gerieten«. Häufig handele es sich um Soldaten mit verwandtschaftlichen Beziehungen in diese Länder. »Hieraus resultiert eine besondere Gefährdung für Erpressungen und Bedrohungen durch die dortigen Sicherheitsbehörden«, schreibt der MAD.

Der Bericht nennt nicht nur Spionageversuche aus Russland, sondern auch aus China. So geht der MAD davon aus, dass zumindest einige der Ausspähungen militärischer Infrastruktur – darunter Drohnenüberflüge und das Eindringen in Liegenschaften der Bundeswehr – auf chinesische Nachrichtendienste zurückzuführen sind. Diese setzten auch Teile der chinesischen Diaspora ein.

Rechtsextremismus in der Bundeswehr

Der MAD registriert eine zunehmende Zahl von Verdachtsfällen wegen Extremismus in der Bundeswehr. »Für das Jahr 2025 wurde ein Anstieg der Neuaufnahmen der Fallbearbeitungen auf 610 gegenüber 524 im Jahr 2024 verzeichnet«, heißt es im Jahresbericht. Dabei gab es vor allem mehr Hinweise auf Rechtsextremismus. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 519 sogenannte Fallbearbeitungen in diesem Phänomenbereich neu aufgenommen (2024: 413), was einen Anstieg um rund 26 Prozent bedeutet.

Der Bericht weist auf die Vorfälle um sexualisiertes Fehlverhalten, Drogen und Extremismus bei Fallschirmjägern in Zweibrücken hin, die wiederholt Schlagzeilen auslösten. Diese Fälle hatten laut MAD »einen signifikanten Einfluss auf die Erhöhung der Anzahl der Neuaufnahmen«.

Darüber hinaus stellt der MAD eine anhaltende »Entgrenzung« des Rechtsextremismus per se fest: »Die Grenze des Sagbaren wird weiterhin sukzessive verschoben«, heißt es in dem Bericht. Positionen der extremen Rechten würden zunehmend »normalisiert«. Seit Mitte des Jahres 2024 lassen sich nach MAD-Einschätzung vermehrt neue, rechtsextremistische Jugendgruppierungen feststellen, die sich im virtuellen Raum über die Nutzung sozialer Medien etabliert haben.