Malware versteckt sich häufig in E-Book-Warez

Die US-Verlage stöhnen über große Verluste, dabei versteckt sich Malware auch in den E-Book-Warez. Doch wie funktioniert das Ganze? Die Piraterie von ...

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Malware versteckt sich häufig in E-Book-Warez

Die US-Verlage stöhnen über große Verluste, dabei versteckt sich Malware auch in den E-Book-Warez. Doch wie funktioniert das Ganze?

Die Piraterie von E-Books kostet alleine die US-Verlage nach eigenen Schätzungen jährlich fast 300 Millionen Dollar. Der Verlust steigt weiter, weil man im Internet angeblich immer leichter auf Filesharing-Websites und öffentliche Torrent-Tracker stößt. Doch die Nutzung von E-Book-Warez bleibt leider auch für die Downloader nicht immer folgenlos. Manchmal ist auch Schadsoftware dabei, die man recht gut versteckt hat.

Viele laden komprimierte Archive herunter, weil sie glauben, alles sei ganz einfach und sie würden eine kostenlose Kopie des neuen Bestsellers erhalten. In vielen Fällen ist das auch tatsächlich der Fall. Doch in diesem ZIP- oder RAR-Archiv kann sich noch etwas anderes verstecken, von dem Neulinge nichts ahnen sollen. Malware-Entwickler haben erkannt, dass Raubkopien effektiv sind wenn es darum geht, PCs von Nutzern zu übernehmen. Umsonst bedeutet nicht kostenlos, da die Hacker die Kosten zu Ungunsten der Downloader lediglich an eine andere Stelle verlagern.

Wie man Malware in den E-Book-Warez versteckt

Der Trick ist fast immer die Verpackung. Eigentlich braucht man für das raubmordkopierte Buch nur eine einzelne EPUB-Datei. Doch daneben packen die Hacker auch Werke in anderen Formaten dazu, so etwa als MOBI-, PDF- oder als eine AZW3-Datei. Eine AZW3-Datei stellt eine Amazon-Variante des MOBI-Formats dar, dass auch das Kindle-Format 8 unterstützt. Doch manchmal haben die Online-Piraten dem Archiv auch ausführbare Dateien hinzugefügt, die man als angebliche Lese-App, Pakete für Schriftarten oder als Entsperrungs-Tools tarnt, damit man das E-Book überhaupt öffnen kann. Wer sie startet, lässt der Schadsoftware freien Lauf.

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Abofallen sind im Graubereich auch keine Seltenheit

Dazu kommen bei ibooks.to & Co. noch zahlreiche Abo-Fallen, die man den Nutzern schon seit Jahren stellt. Statt des Downloads der Zeitschrift soll man eine Textdatei mit Werbung in eigener Sache herunterladen, damit die Nutzer einen Premium-Account bei RapidGator kaufen. Es geht nur um die Provision für die Vermittlung des Abos. Wie üblich versteckt man die echten Download-Links unter dem Menüpunkt „Mirrors zeigen“. Alle irreführenden Banner sind natürlich ungleich größer.

ZIP- oder RAR-Dateien schützt man auf Webwarez-Foren oder Blogs häufig mit einem Passwort. Das hindert natürlich auch Antiviren-Scanner daran, online den Inhalt der entpackten Dateien zu überprüfen.

Umsonst war noch nie = kostenlos!

Wer eine ausführbare Datei startet, erlebt mitunter sein wahres Wunder. Einige Versionen suchen gezielt nach Google-Accounts, Kryptowährungs-Wallets und alles, was man später noch irgendwie zu Geld machen könnte. Im Hintergrund lädt die .exe noch mehr Malware nach, um sich so tief wie möglich ins System einzunisten. Manche Programme sind mittlerweile so ausgeklügelt, dass sie nach der Installation ihre Spuren löschen, um eine Entdeckung durch Antivirenprogramme zu erschweren.

Oft ist es eine modifiziertes PDF-Dokument oder eine .exe, die verseucht ist. Malware innerhalb einer MOBI-Datei ist hingegen eher selten. Wenn überhaupt zielt diese auf Sicherheitslücken innerhalb einer Software zum Lesen des Buches oder eines Konverters ab. Doch wer eine andere Software oder nicht anfällige Version nutzt, ist nicht gefährdet.

Die Funktionsweise der Malware kann sehr unterschiedlich sein. Manche suchen nach Passwörtern, Anmeldedaten aus Browsern oder schürfen im Hintergrund unbemerkt eine Kryptowährung, womit sie jede Menge Rechenleistung verbrauchen. Clipboard-Hijacker sind clever. Sie warten, bis jemand die Adresse einer Krypto-Wallet kopiert, und tauschen diese dann gegen die des Angreifers aus.

Ransomware hingegen ist die brutalste Variante, bei der Dateien so lange gesperrt bleiben, bis eine Zahlung erfolgt ist. Oder die Sperre der Erpressersoftware bleibt trotzdem bestehen, das gibt es auch. Das verwendete Betriebssystem spielt dabei übrigens keine große Rolle. Schadsoftware gibt es für Linux-Distributionen, macOS als auch für Windows. Okay, für Windows gibt es die meiste Malware, doch die Nutzer der anderen Betriebssysteme sind auch bedroht.

Junge liest E-Books

Das Risiko minimieren

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Wenn E-Book-Warez drauf steht, sollten auch nur elektronische Bücher und nichts weiter drin sein. Vor dem Ausführen von ausführbaren Dateien muss man diese ausführlich von einer Antivirensoftware untersuchen lassen. Wenn es zusätzliche „Programme“ gibt, die man einem E-Book einfach hinzugefügt hat, dann muss man besonders vorsichtig sein.

Fazit zum Thema E-Book-Warez

Die 300 Millionen Dollar Verlust der US-Verlage werden noch mehr werden. Das gilt aber auch für die Malware, die man in den illegalen Downloads versteckt. Jede kostenlose Kopie eines Buches bedeutet auch, dass man zwar Geld spart aber dafür ein höheres Risiko eingeht. Das Risiko bleibt unsichtbar, bis es zu spät ist. Dann funktionieren Passwörter plötzlich nicht mehr, der Lüfter läuft ständig, die Krypto-Wallet ist leer. Kostenlos ist halt nicht gleich kostenlos. Erfahrenen Nutzern mag das egal sein. Für Einsteiger könnte die Schadsoftware aber zu einem Problem werden.

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