„Man kann diese Mannschaft anzünden“: Füllkrug über Leipzig-Grätsche und Führungsrolle in Werders Kabine
StartseiteWerderStand: 09.09.2026, 19:19 UhrKommentareUns auf Google folgenNach dem 3:1-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen RB spricht Rückkehrer Niclas Füllkrug über seine Führungsrolle in der Kabine der Grün-...
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Stand: 09.09.2026, 19:19 Uhr
Nach dem 3:1-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen RB spricht Rückkehrer Niclas Füllkrug über seine Führungsrolle in der Kabine der Grün-Weißen.
Bremen – Schon nach wenigen Minuten war die Richtung klar: Die Partie zwischen dem SV Werder Bremen und RB Leipzig lief noch keine zwei Minuten, da setzte Niclas Füllkrug im Zweikampf mit RB-Kapitän David Raum in Form einer Grätsche ein robustes Zeichen im Weserstadion. Ein Signal, das sowohl auf das Team als auch auf den frenetischen Anhang überschwappte und schließlich zu einem verdienten und überzeugenden 3:1-Erfolg gegen den vermeintlichen Favoriten führte. Im Interview mit „Sky/RTL“ erklärt der Angreifer nun, was diese Aktion bezweckte und wie er seine Führungsrolle allgemein in der Kabine versteht.

Werder Bremens Rückkehrer Niclas Füllkrug schwärmt nach Heimsieg gegen RB Leipzig: „Haben eine junge, gierige Mannschaft“
„Ich glaube, dass wir eine junge, gierige Mannschaft haben. Man hat gemerkt, dass man diese Mannschaft mit ein, zwei Aktionen anzünden kann – und damit auch das Stadion“, sagt Niclas Füllkrug. „Es geht darum, Fußball mit einer gewissen Härte zu spielen und dem Gegner zu signalisieren: Heute wird es schwer für euch.“ Dass die Mannschaft so schnell mitgezogen sei, führt der 33-Jährige auf den Charakter des Kaders zurück: „Das ist vielleicht der Vorteil einer jungen, gierigen und hungrigen Mannschaft. Da ist der Respekt vor manchen Mitspielern so groß, dass die anderen mitgehen und all-in gehen. In dem Moment hatte ich das Gefühl, dass es der Mannschaft helfen könnte, wenn ich das vorlebe. Dass dann alle sofort nachgezogen haben, war optimal.“
Trotz der überzeugenden Vorstellung warnt Niclas Füllkrug nun vor aufkommender Euphorie – auch eine gewisse Genugtuung nach zuvor viel Gegenwind spürt der gebürtige Hannoveraner nicht: „Eigentlich denke ich überhaupt nicht in solchen Superlativen. Ich versuche, jede Situation zunächst sehr realistisch zu betrachten und danach wirklich optimistisch zu sein.“ Genauso wenig, wie er nach der Auftaktniederlage in Freiburg öffentlich von einem extrem schlechten Spiel sprechen wollte, wolle er jetzt behaupten: „Das war ein supermega Spiel, das beste Werder-Spiel seit Ewigkeiten, alles war perfekt. Nein. Für uns geht es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln und eine Identität zu entwickeln, mit der wir diese Punkte holen können.“
Besonders für die vielen neuen Spieler sei der Sieg daher sehr wichtig gewesen, so Füllkrug. Das helfe, „Spieler in einen Flow zu bringen, der wiederum positiv für die gesamte Mannschaft ist.“ Der Blick richte sich aber sofort wieder nach vorne: „Es war eine sehr gute Leistung, mehr nicht. Wir bleiben völlig entspannt und ruhig.“
Werder Bremens Rückkehrer Niclas Füllkrug über seine Führungsrolle: „Ich bin jetzt als platzeinnehmender Teil dazugekommen“
Auf seine Führungsrolle angesprochen beschreibt Niclas Füllkrug ebenfalls einen zurückhaltenden Ansatz: „Es ist wichtig, dass wir mit den zwei, drei, vier erfahrenen Spielern in der Kabine ein bisschen regulieren und ein Gefühl dafür entwickeln, in welche Richtung sich etwas gerade bewegt. Ich bin ein großer Freund davon, dass viele Dinge innerhalb einer Mannschaft bleiben und die Spieler Probleme untereinander klären.“ So schütze eine starke Mannschaft auch ihren Trainer, der sich nicht immer in alle Angelegenheiten einmischen muss, erklärt der erfahrene Stürmer des SV Werder Bremen. „Die Kabine ist meiner Meinung nach sehr gesund. Ich bin jetzt als durchaus platzeinnehmender Teil dazugekommen, aber ich glaube, dass es vorher schon ziemlich gut funktioniert hat“, macht er schmunzelnd deutlich.
Impulse entstünden für ihn ohnehin weniger durch Worte: „Das geschieht viel stärker durch die Art und Weise und das Auftreten als durch irgendwelche Wörter oder Parolen.“ Seine Aktion gegen Leipzig dürfte dafür das beste Beispiel gewesen sein. Abschließend blickt er optimistisch voraus: „Ich glaube, dass wir für die Saison gut aufgestellt sind. Und vielleicht entwickelt sich im Laufe der Zeit auch jemand in eine Führungsrolle, bei dem das heute noch niemand auf dem Schirm hat.“ (bvo)