Masern und Parasiten: Jetzt ruinieren Trump & Co. auch noch ihr Gesundheitssystem
KI-Stimme. InfoLiebe Leserin, lieber Leser, in dieser Woche starte ich mit einer bewegenden Geschichte, die meine Kollegin Alina Juravel aufgeschrieben hat. Sie traf die Eltern eines 17-jährigen Mädchens, das g...
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KI-Stimme. Info
Liebe Leserin, lieber Leser,
in dieser Woche starte ich mit einer bewegenden Geschichte, die meine Kollegin Alina Juravel aufgeschrieben hat. Sie traf die Eltern eines 17-jährigen Mädchens, das gestorben ist, weil es zu lange auf ein Spenderherz warten musste. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was die Eltern durchlebt haben. Welches Wechselbad zwischen Hoffnung und Angst hinter ihnen und ihrem Kind lag, bevor sie ihren Kampf verloren. Vielleicht hätte das Mädchen gerettet werden können, wenn in Deutschland die Organspende etwa bei einem Unfalltod üblich wäre, es sei denn, der oder die Tote hätte vorher der Spende ausdrücklich widersprochen. Doch es läuft genau andersherum: Nur wenn einer Organspende vor dem Tod zugestimmt wurde, dürfen Ärztinnen und Ärzte Organe entnehmen.

Carola und Markus Weber trauern um ihre Tochter. Die 17-Jährige starb, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderherz erhalten konnte. © FUNKE Foto Services | Lars Heidrich
Der neue CDU-Fraktionschef Thorsten Frei trägt seinen Organspende-Ausweis bei sich. Er ist der Meinung, viel mehr Menschen seien bereit, ihre Organe im Falle ihres Todes zu spenden. Doch nicht alle setzten sich damit auseinander. Er will im Bundestag jedenfalls für die sogenannte Widerspruchslösung stimmen. Im Interview, das Jan Dörner, Melanie Amann und Julia Emmrich mit ihm führten, sprach er außerdem über die Rente mit 63 und die Leihmutterschaft, mit der sein Vorgänger Jens Spahn und sein Ehemann Eltern geworden sind. Den Kanzler sieht er übrigens trotz aller Debatten fest im Sattel. Wie das in unserer Redaktion diskutiert wird, können Sie im Podcast Rambo Zambo hören.
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Diese starken Frauen trotzen Putins Krieg in der Ukraine
Wenn Sie regelmäßig Ihre Zeitung lesen oder auf der Homepage unterwegs sind, kennen Sie vielleicht die Geschichten unseres Kriegsreporters Jan Jessen. Seit Ausbruch der heißen Kriegsphase im Februar 2022 ist er regelmäßig in dem Land unterwegs. Er verbrachte Nächte in Bunkern, erlebte die Front aus der Perspektive der Schützengräben, besuchte Rehazentren oder sprach mit Menschen in völlig zerstörten Dörfern. Abseits dieser unmittelbaren Kriegsfolgen gibt es aber auch noch einen Alltag. Und den halten die Frauen im Land zusammen.

Die ukrainische Parlamentsabgeordnete Anna Purtowa setzt sich für Soldaten ein, die als Kriegsgefangene in Russland verschollen sind. © FUNKE Foto Services | André Hirtz
Jan Jessen hat mit Frauen gesprochen, die erzählen, wie der Krieg ihr Leben verändert hat. Darunter eine Professorin für Mode, die nun Schuhe für Kriegsversehrte entwickelt. Oder eine Meeresbiologin, die sich wundert, wie man angesichts der verheerenden Erderhitzung überhaupt Kriege führen kann. Eine Landwirtin versucht, ihre Schafzucht aufrechtzuerhalten. Und eine Politikerin hilft Angehörigen, verschollene Kriegsgefangene ausfindig zu machen. Für unsere Online-Portale stellen wir Ihnen sieben bewegende Porträts vor. Wir starten mit der Parlamentarierin Anna Purtowa. Über diesen Link kommen Sie auch auf die Geschichten der anderen Frauen. Jeder Text ermöglicht einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen dieses russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.
„Fremde Mächte“: Das steckt hinter der Sprengstoffdrohne von Leipzig
Dass auch Deutschland im Visier des russischen Machthabers Putin ist, haben wir in dieser Woche erlebt. Auch wenn Bundesinnenminister Dobrindt von „fremden Mächten“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“ sprach: Experten haben keinen Zweifel, dass Russland der Drahtzieher des gefährlichen Drohnenvorfalls am Leipziger Flughafen ist. Klar ist: Es hätte eine Katastrophe werden können, wenn nicht ein beherzter Busfahrer die Drohne eingefangen hätte – bevor der Sprengstoff Semtex, der an der Drohne befestigt war, zünden konnte. Lesen Sie hier die Hintergründe des Vorfalls, die Christian Unger zusammengetragen hat.

Textchefin Birgitta Stauber empfiehlt jeden Sonntag in ihrem Newsletter die besten Geschichten der Woche. © Montage | FMG/Reto Klar/FFS
Natürlich alarmiert der Fund der Sprengstoffdrohne in dieser Urlaubszeit. Die Frage ist: Wie sicher sind eigentlich unsere Flughäfen? Sind wir gerüstet für diesen hybriden Krieg? Wie es dazu kommen konnte, das wird unsere Behörden in den kommenden Wochen beschäftigen.
Kommt die Wehrpflicht und damit eine Neuauflage des Zivildienstes?
Wir haben in der Familie diskutiert, worauf wir uns womöglich einstellen müssen. Ob wir mehr Abschreckung brauchen, mehr Aufrüstung, mehr Bundeswehr. „Soll doch Merz seinen Krieg selbst kämpfen“, wird mir da schon mal entgegengeschleudert. Ein gängiges Argument junger Männer, denen es graust vor der Aussicht, eine Zeit ihres Lebens beim Bund verbringen zu müssen. Doch offenbar finden sich bislang zu wenig Freiwillige, die bereit sind, sich im Rahmen eines Wehrdienstes bei der Bundeswehr ausbilden zu lassen. Wenn das so bleibt, ist eine Wehrpflicht sehr wahrscheinlich. Damit rechnet auch die Politik. Das zeigt der Plan von Familienministerin Karin Prien für einen Zivildienst, der zwangsläufig mit dem Wehrdienst verbunden ist. Denn laut Grundgesetz kann niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden.

Zivildienstleistende im Jahr 2010. Im Jahr 2011 wurde die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst abgeschafft. © picture alliance / dpa | Jan Woitas
Die Ministerin hat ihre Fühler beim Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser Hilfsdienst, dem Deutschen Roten Kreuz oder der DLRG mit einem Fragebogen bereits ausgestreckt. Die Verbände boten auch früher schon Wehrdienstverweigerern einen zivilen Ersatzdienst an. Doch wie kann ein moderner Zivildienst aussehen? Haben wir nicht schon den Bundesfreiwilligendienst? Sollen die Zivis so viel Geld wie bei der Bundeswehr bekommen? Wer soll das zahlen? Und nehmen sie dann den Fachkräften in Krankenhäusern, Heimen oder Kitas die Stellen weg? Theresa Martus hat sich näher damit auseinandergesetzt.
Ich meine, wenn der Zivildienst gut gemacht ist, dann profitiert die Gesellschaft davon. Und auch den jungen Leuten, die oft Zeit brauchen, um sich für einen Weg in den Beruf oder ins Studium zu entscheiden, kann der Zivildienst guttun, schreibe ich in meinem Kommentar.
Mitunter wird eben jede helfende Hand gebraucht, da müssen wir nur auf die Ahrtal-Katastrophe vor fünf Jahren blicken. Hinzu kommen die Herausforderungen des Klimawandels, die Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürren wahrscheinlicher machen.
Unterrichten in der AfD-Hochburg: Was Lehrer erleben
Zurück zum Ukraine-Krieg: Dort, wo die AfD ihre Hochburgen hat, ist es für Lehrkräfte zunehmen schwer, im Unterricht über deutsche Waffenhilfe für die Ukraine zu sprechen und die Verantwortung Russlands. Kontroversen gibt es, wenn es um Rechte für die queere Community geht. Auch die Abschiebe-Politik sorgt für Zoff im Klassenraum. Was dürfen, was müssen Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht behandeln, was müssen sie aushalten? Wie weit dürfen sie ihre Meinung einbringen? Welche Konflikte entstehen? Frederike Grund hat mit Lehrerinnen und Lehrern aus Sachsen-Anhalt gesprochen, also dem Bundesland, das kurz vor der Landtagswahl steht. Die AfD steht in Umfragen bestens da, sie lässt die anderen Parteien weit hinter sich und hat durchaus Chancen, die Regierung zu übernehmen.

Lehrerin Katja Zailer (Name geändert) wünscht sich mündige Schülerinnen und Schüler. © FUNKE Foto Services | Reto Klar
Lesen Sie hier, wie Lehrerinnen und Lehrer unter schwierigen Bedingungen Fake News offenlegen, wie sie Schülerinnen und Schülern beibringen, andere Meinungen gelten zu lassen, wo ihre Grenzen sind und welchen Druck die AfD bereits auf die Schulen ausübt.
Wirre Gesundheitspolitik: In den USA sind die Masern wieder da
Ein Reizthema unter AfD-Anhängern ist auch die Corona-Pandemie. Vor allem Impfpflicht und Maskenzwang wird als schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bezeichnet. Impfgegner argumentieren gern aus ihrer persönlichen Perspektive und pochen auf ihre körperliche Unversehrtheit – ohne den Blick auf die Allgemeinheit. Nach dem Motto: Was kümmern mich die schweren Erkrankungen anderer? Obendrein kursieren längst widerlegte Studien zu Impfschäden.
In den USA haben die Impfgegner ebenfalls Konjunktur. Ihre kruden Thesen werden sogar von der Regierung befeuert, und zwar von Robert F. Kennedy Jr., dem Gesundheitsminister der Trump-Administration. Das hat verheerende Konsequenzen: Die Masern, eine Kinderkrankheit, die eigentlich vor 25 Jahren als ausgerottet in den USA galt, sind mit voller Wucht zurückgekehrt.

Verbreitete Mythen über Impfungen: US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.© picture alliance/CNP | Aaron Schwartz
Ich frage mich wirklich, was da los ist. Schließlich sind doch Impfungen neben Hygiene und Antibiotika die Grundpfeiler unserer modernen Medizin. Wollen Impfgegner wirklich zurück in die 1960er-Jahre, als nahezu jedes Kind eine Masern-Infektion durchmachte? Wer Pech hatte, durchlitt im Anschluss schwere Lungen- und Mittelohrentzündungen oder, noch schlimmer, eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung. Auch andere Impfungen, etwa gegen Mumps, bewahren uns vor schweren gesundheitlichen Schäden wie Unfruchtbarkeit. Oder denken wir nur an Röteln, die, wenn Schwangere erkranken, das ungeborene Leben schwer schädigen.
In den USA hat die Hygiene offenbar auch nicht mehr den Stellenwert, den sie verdient. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Trump-Administration bei der Lebensmittelüberwachung spart? Mit dem Ergebnis, dass Salat aus Mexiko, der an Fast-Food-Ketten wie Supermärkte geliefert wird, einen verheerenden Durchfall-Ausbruch ausgelöst hat. Dirk Hautkapp hat die Hintergründe dazu aufgeschrieben.
Wer nicht lesen will, muss hören: Die neue Staffel „Meine schwerste Entscheidung“
Und nun noch ein besonderer Hinweis: Der Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ geht in die nächste Staffel. Julia Emmrich hat ihren Politik-Kollegen Jan Dörner als Co-Host hinzugewonnen. Ihren Relaunch starten sie mit Hendrik Wüst, dem NRW-Ministerpräsidenten, der als Nachfolger von Friedrich Merz gehandelt wird. Im Podcast erzählt er von seiner Lebenskrise nach dem frühen Tod seiner Eltern und wie er versucht, sein Privatleben mit seinem Spitzenamt zu vereinbaren. Schließlich hat er zwei kleine Töchter. Wie immer bei diesem Podcast lernen Sie eine ganz persönliche Seite eines Politikers kennen.

In Berlin ist es in dieser Urlaubswoche ruhig geworden. Zusammen mit den gefallenen Temperaturen lässt sich – zumindest für ein paar Tage – auch mal durchatmen. Ich hoffe, Ihnen geht es genauso.
Wie immer wünsche ich Ihnen einen erholsamen Sonntag,
Ihre Birgitta Stauber