Meinungen der Abendblatt-Leser: 16. September 2026
KI-Stimme. InfoWie bitte?12. September: Hochbahn erteilt Verbot: Singender Busfahrer Harry darf nicht mehr singenHarry Willhöft singt in seinem Bus, er begrüßt die Leute, erklärt auf charmante Art die Sehenswür...
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KI-Stimme. Info
Wie bitte?
12. September: Hochbahn erteilt Verbot: Singender Busfahrer Harry darf nicht mehr singen
Harry Willhöft singt in seinem Bus, er begrüßt die Leute, erklärt auf charmante Art die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, er zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der Fahrgäste. Seine Fröhlichkeit ist ansteckend, sie wirkt noch nach, auch wenn man längst ausgestiegen ist. Und nun darf er nicht mehr singen, weil sich drei bis sieben Spaßbremsen beschwert haben? ÖPNV-Nutzende führen Telefonate, oft über Lautsprecher. Sie verspeisen schmatzend geruchsintensive Nahrungsmittel, haben sich mit Billigparfums eingenebelt, dass einem schlecht wird, drängeln und keifen sich lauthals an. Wenn ich mich jetzt offiziell über diese Leute beschwere, werden die dann von der Beförderung ausgeschlossen? Das wäre doch konsequent, oder? Die geschätzten Verantwortlichen der Hochbahn werden aber sicherlich Gründe dafür haben, dass ein paar wenige Frustrierte Harry und seine große Fangemeinde ausbremsen können.
Mara L. Burmeister
Besondere Note
Welche Kleingeister beschweren sich über einen Menschen, der in die Tristesse des Alltags eine besondere Note bringt? Meine Frau und ich sind auch schon mit ihm gefahren. Zunächst freudig überrascht, fanden wir es sehr angenehm, nicht stur und stumm im Bus sitzen zu müssen. Andere Fahrgäste waren auch sehr positiv überrascht. Mein Tipp für die Busfahrenden, die der Gesang stört: Nehmt doch einfach den nächsten Bus. Da könnt ihr dann stumm und in Gedanken versunken mitfahren. Danke dem Abendblatt für diesen ausführlichen Artikel.
Detlef Riedel
Lieber andere Busfahrer schulen
Als Fahrgast von Harry Willhöft empfand ich weder Aufdringlichkeit noch ein unangenehmes Gefühl während der Fahrt. Wenn es so gewesen wäre, hätte man ihn auch direkt auf eine Änderung seines „Auftritts“ hinweisen können, so kommunikativ und umgänglich erschien er mir schon. Die Hochbahn sollte alle Busfahrer intensiver schulen und anweisen, freundlich und hilfsbereit mit den Fahrgästen umzugehen und rücksichtsvoller zu fahren. Da gibt es sicherlich mehr Bedarf, als ein Exempel an dem singenden Busfahrer zu statuieren.
Christof Marheinecke
Kurze Auszeit vom Alltag
Mit Befremden habe ich den Artikel gelesen, dass die Hochbahn dem Busfahrer Harry Willhöft das Singen auf seinen Fahrten verbietet. Dieser Busfahrer nimmt auf seinen Fahrten nicht nur Fahrgäste mit, sondern Menschen, die mit ihm dem stressigen und trüben Alltag für ein paar Minuten entfliehen und auf andere Gedanken kommen können. Herr Willhöft holte mit seinem Gesang nicht nur ältere Menschen, sondern auch die Jüngeren freudig ab.
Petra Bruck
Größe zeigen
Liebe Entscheidungsträger von der Hochbahn, mal Hand aufs Herz: Wie viele Beschwerdebriefe über Harrys Singen im Bus sind bei Ihnen eingegangen? Drei? Zehn? 100? Und wie viele Leute haben kundgetan, dass sie das cool finden? Als Leserbrief bei der ersten Berichterstattung, bei TikTok oder Insta? Ja, ich weiß, leider ist unsere Kultur so, dass wir gerne laut meckern, aber nicht gerne laut „toll“ sagen. Dass Sie tatsächlich dem Kollegen gegenüber aussprechen, er möge das Singen beim Busfahren lassen, lässt mich mit einem inneren Cocktail aus Sprachlosigkeit, Ungläubigkeit, Empörtsein und Traurigkeit diesen Brief hier schreiben. Ja, auch das Bedürfnis nach Ruhe, Ungestörtheit ist legitim. Aber mal ehrlich: Wie viele Buslinien gibt es? Und auf wie vielen wird gesungen? Und das ja auch nur von einer Person auf dieser Linie. Die Linie wird ja auch von anderen Fahrern gefahren. Von wie vielen „Das stört mich“-Momenten sprechen wir? Es wäre wirklich Größe, wenn Sie das zurücknähmen. Singen ist gut für Hirn und Herz, ist heilsam, ist verbindungsfördernd und bringt gute Laune in die Umgebung.
Mona Hartmann
Die Richtung sollte klar sein
12. September: Linke kritisiert Linnemanns Pläne für die Pflege
„Nach Ansicht des Ministers ist das Pflegesystem in seiner derzeitigen Form nicht zukunftsfest“ – das sagt jemand, der noch vor etwas über einem Jahr meinte, er wäre eine Fehlbesetzung für den Leitungsposten im Gesundheitsministerium. Wäre er mal bei der Meinung geblieben und hätte entsprechend gehandelt. In der Tat ist eine Reform erforderlich, aber die Richtung dieser Reform sollte eigentlich allen klar sein. Nur wenn alle Arbeitnehmerinnen, Beamtinnen, Abgeordnete und Selbstständige sowie Menschen, die von ihrem Kapital/Aktien leben, in die Pflegeversicherung einzahlen, hat eine Pflegeversicherung, die diesen Namen verdient, eine reale Zukunft. Diese Diskussion ist uralt, eine Reform ist mehr als überfällig. Weitere Expertenrunden werden auch nichts Neues zutage bringen, außer weiterem Flickwerk. Die versicherungsfremden Leistungen dürfen in dem Zusammenhang auch gerne überprüft werden, was im Übrigen für alle Versicherungen gilt. Sie dürfen nicht zum Steinbruch für politische Wahlversprechen werden.
Jutta Kodrzynski
Gleich hohes Ersatzbauwerk für Köhlbrandbrücke
12. September: Wird Elbtower fertig gebaut? Tschentscher: „Da bin ich mir nicht mehr so sicher“
10. September: Ole von Beust: Warum der Elbtower zu Ende gebaut werden muss

Dass die Kassenlage des Bundes äußerst schlecht ist, ist bekannt. Dass es auch in Hamburg nicht „rosig“ aussieht, muss man dem Interview mit Dr. Peter Tschentscher entnehmen. Sparsamkeit, wo möglich, sollte das Handeln des Senats bestimmen. O-Ton Tschentscher im Interview: „… alles, was wir tun, muss aus der Vermögensposition der Stadt heraus begründbar sein“. Da die Notwendigkeit einer 20 Meter höheren Köhlbrandbrücke nicht (wirklich) begründbar ist, sollten die Mehrkosten gegenüber einem gleich hohen Ersatzbauwerk in Milliardenhöhe vermieden werden. Dieses Ersatzbauwerk wäre um Jahre früher fertig und würde dauerhaft weniger CO₂ produzieren. Eine entsprechende Senatsentscheidung und ein Bürgerschaftsbeschluss für ein gleich hohes Ersatzbauwerk würden mit Sicherheit von der Mehrheit der Hamburger Steuerzahler sehr begrüßt.
Dr.-Ing. Helmut Salzmann
Verantwortungsvoll handeln
Im Ergebnis fordert Herr von Beust die Übernahme nicht kalkulierbarer Baurisiken oder offener Rechnungen aus einem privatwirtschaftlichen Zockergeschäft durch die Stadt. Steuerzahler/-innen sollen damit mal wieder für Verluste aus einer privatwirtschaftlichen Spekulation eintreten, nach dem Motto: „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“. Es ist daher zu wünschen, dass Peter Tschentscher bei seiner verantwortungsvollen Haltung bleibt und nur als Käufer eines Immobilienanteils auftritt. Gutes Geld sollte man auch nicht schlechtem hinterherschmeißen. Erstaunlicherweise warf CDU-Chef Dennis Thering noch im Herbst 2025 dem Bürgermeister Wortbruch vor, weil dieser erklärt hatte, dass kein Geld in den Elbtower fließen sollte. Dies fordert aber gerade jetzt sein Parteikollege.
Georg Anders
Das tut gut
12. September: Wie lange wollen wir uns mit dem Krieg in Europa noch abfinden?
Vielen Dank für diesen Beitrag! Es tut so gut, dies endlich in einer weder als links- noch als rechtsradikal verdächtigen Zeitung zu lesen. Es geht doch überhaupt nicht darum, wie (un)anständig man Putin und „die Russen“ hält, sondern darum, ob man die Ukrainer völlig ausbluten lassen will. Es ist einfach unrealistisch, dass die Ukrainer Russland besiegen sollen. Kein Krieg wäre je beendet worden, wenn sich nicht Menschen an einen Verhandlungstisch gesetzt hätten, die sich gegenseitig für Verbrecher hielten. Vielleicht hätte man den Krieg sogar verhindern können, wenn man Putins Forderungen zum Ukraine-Konflikt vor dem Einmarsch mindestens ernst genommen hätte. Und wer hat eigentlich je „die Ukrainer“ selbst gefragt, wie weit sie diesen Krieg führen möchten? Wahlen gibt es dort ja nicht mehr.
Elisabeth Jalbert
Sprechen uns aus der Seele
Haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar zum Krieg in Europa und Ihre bedachte und aus unserer Sicht sehr gute Darstellung, Herr Iken. Sie sprechen uns aus der Seele. Unsere Regierenden müssen endlich wieder erkennen, wie dringend Diplomatie und Gespräche zur Beendigung des Krieges auf die Tagesordnung gehören. Doch wenn wir diese unsere Meinung in Gesprächen mit Freunden oder Bekannten ausführen, ist zu spüren, dass nicht viele Menschen es auch so vertreten. Das Buch von Klaus von Dohnanyi und Erich Vad, „Frieden – wie geht das?“, hilft uns, die Zusammenhänge besser zu verstehen. Auch dazu hatten Sie im Juni des Jahres geschrieben. Es braucht Impulse wie Ihre Veröffentlichung und Kommentare, um das Denken neu anzuregen und Mut zu bekommen, sich zu positionieren. Danke also an Sie und bitte weiter so, lieber Herr Iken.
Dagmar Wille
Produkte rechts liegen lassen
14. September: Müllermilch-Eigentümer nennt AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt „Glücksfall“
Herzlichen Dank für die detaillierte Auflistung aller zum Müller-Konzern gehörenden Marken! Da weiß man doch jetzt genau, welche Produkte man im Supermarkt rechts liegen lassen kann. Das Luxemburger Finanzministerium wird die fehlenden Steuereinnahmen verschmerzen können.
Thomas Lenné
Erschreckend
Es ist schon erschreckend, dass Personen, die den Krieg noch erlebt haben, eine rechtsextreme Partei unterstützen. Milliardär zu sein, bedeutet nach unserem Grundgesetz auch: „Eigentum verpflichtet!“ Hier wird dann zusätzlich die Firma aus steuerlichen Gründen nach Luxemburg verlegt. Menschen wie Theo Müller sollten angesichts ihrer Unterstützung für die AfD dann zumindest so konsequent sein, den Firmensitz wieder in Deutschland zu haben, um hier angemessen Steuern zu zahlen. Aber es zeigt sich hier in aller Deutlichkeit wieder das gleiche Muster wie zu NS‑Zeiten: Menschen und Firmen mit viel Geld setzen auf autoritäre Systeme. Die bewahren sie am besten vor Verlust ihres auf Kosten ihrer Mitarbeiter erworbenen Reichtums.
Hans Dieter Borchers
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