„Es herrschte Panik“: Meteotsunami trifft kroatischen Urlaubsort – Wellen kamen ohne Vorwarnung

StartseiteWeltMeteotsunami trifft kroatischen Urlaubsort – Wellen überfluten Restaurants und Cafés binnen SekundenStand: 20.07.2026, 20:44 UhrKommentareUns auf Google folgenErneut kam es an der Adria zu einem p...

  • 3 min read
„Es herrschte Panik“: Meteotsunami trifft kroatischen Urlaubsort – Wellen kamen ohne Vorwarnung

Meteotsunami trifft kroatischen Urlaubsort – Wellen überfluten Restaurants und Cafés binnen Sekunden

Stand: 20.07.2026, 20:44 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Erneut kam es an der Adria zu einem plötzlichen Anstieg des Meeresspiegels. In Mali Lošinj traf ein Meteotsunami die Promenade – ohne Vorwarnung.

Mali Lošinj – Plötzlich steigt der Meeresspiegel deutlich an, wie aus dem Nichts werden ganze Uferbereiche, die kurz davor noch trocken waren, von meterhohen Wellen überschwemmt. Innerhalb weniger Minuten steht die Uferpromenade von Mali Lošinj unter Wasser, Cafés versinken in den Fluten, Stühle und Tische treiben davon. Dabei ist das Mittelmeer nicht unbedingt bekannt für zerstörerische Tsunamis.

Hafen von Mali Losinj Kroatien Adriaküste Mittelmeer

Der Hafen von Mali Lošinj in Kroatien. (Archivbild) © Antonio Bat/picture alliance / dpa

Und doch gibt es auch an der Adria schnell ansteigende Pegel und Überflutungen, etwa in Form sogenannter Meteotsunamis. Ein solcher Šćiga, wie Einheimische das Wetterphänomen nennen, traf am Montag (20. Juli) auf Kroatiens nördliche Adriaküste. Das Meer kam schnell – und niemand war darauf vorbereitet.

Meteotsunami überschwemmt Urlaubsort an Kroatiens Adriaküste: „Es herrschte Panik“

Denn angekündigt hatten sich die Wellen zuvor nicht. Nach einem kurzen morgendlichen Unwetter schien sich die Lage beruhigt zu haben. Dann schlug das Meer zu. „Wir saßen beim Kaffee, als das Meer innerhalb von Sekunden stieg und die gesamte Riva überflutete. Die Menschen flohen, die Gastronomen räumten Tische – es herrschte Panik“, schildert der Augenzeuge gegenüber Jutarnji list. Videos der kroatischen Wetterplattform Crometeo zeigen das Ausmaß der Wellen.

Der Meeresspiegel stieg dabei laut Dalmacija Danas um rund 30 Zentimeter an und überflutete Cafés und Restaurants auf der kroatischen Insel in der Kvarner Bucht. Das Spektakel dauerte etwa 20 Minuten, danach zog sich das Wasser wieder zurück – teils weit unter den normalen Pegel. Laut einer Sprecherin der Stadt sind solche Meteotsunamis keine unübliche Erscheinung in Kroatien. Nennenswerte Schäden wurden zunächst keine gemeldet.

Besonders starker Meteotsunami 1978 in kroatischem Küstenort

Ein Meteo-Tsunami – an der kroatischen Küste als Šćiga oder Seš bekannt – entsteht nicht durch Erdbeben, sondern durch plötzliche Luftdruckveränderungen während starker Unwetter. Der Druckschub erzeugt einen Meereswellen-Effekt, der in flachen Buchten und Häfen durch Resonanz stark verstärkt werden kann.

Petra Mikuš Jurković, stellvertretende Direktorin des kroatischen Wetterdienstes DHMZ, warnte bereits nach einem ähnlichen Vorfall auf der Insel Hvar am 16. Juli: Die Adria habe viele Buchten und Häfen, deren Geometrie solche Wellenentwicklungen begünstige, berichtete tportal. Besonders die Hafenorte Stari Grad und Vela Luka auf den Inseln Kvar und Korcula (Region Split) im Süden Kroatiens seien ideal für die Entstehung von Meteotsunamis.

In Vela Luka kam es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge 1978 zu einem Meteotsunami mit einer Wellenhöhe von rund sechs Metern. Vorherzusehen ist das Phänomen allerdings nur schwer: „Bei Meteotsunamis lassen sich zwar die Ursachen - wie Gewitter mit ihren Böenlinien - einigermaßen gut vorhersagen, allerdings müssten zusätzlich kleinräumige Luftdruck- und Meerespegelschwankungen gemessen werden“, informiert der DWD. (Quellen: Jutarnji list, Dalmacija Danas, tportal, DWD) (jm)