Kroatien-Urlaub mit Hund: Welche Vorsorge gegen Leishmaniose und Herzwürmer wichtig ist

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Kroatien-Urlaub mit Hund: Welche Vorsorge gegen Leishmaniose und Herzwürmer wichtig ist

Mit Hund nach Kroatien: Diese Gefahren sollten Halter vor der Reise kennen

Stand: 08.09.2026, 23:03 Uhr

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Wer mit seinem Hund nach Kroatien reist, sollte die Vorsorge frühzeitig planen. Sand- und Stechmücken können gefährliche Parasiten übertragen.

Kassel – Jeden Sommer zieht es Tausende Familien mit ihren Hunden an die kroatische Adriaküste. Sonne, Meer und lange Spaziergänge am Strand – für viele gehört der Vierbeiner selbstverständlich mit in den Urlaub. Doch die Reise in den Süden birgt für Hunde auch gesundheitliche Risiken, die viele Halter nicht auf dem Schirm haben.

Ein Hund liegt am Sandstrand, während die Sonne untergeht.

Für Hunde kann eine Reise nach Kroatien ein erhöhtes Risiko durch Parasiten und die von ihnen übertragenen Krankheiten bedeuten. (Symbolbild) © IMAGO/Martin Gruber

Das musste nun eine Hundehalterin erfahren, die ihren Fall in der Facebook-Gruppe „Kroatien Urlaub“ schilderte. Nur einen Tag vor der geplanten Abreise mit ihren beiden Shih Tzus erfuhr sie bei einem zweiten Tierarztbesuch von einer Gefahr, auf die sie nach eigenen Angaben zuvor niemand hingewiesen hatte: In Kroatien kommen Sandmücken vor, die Leishmaniose übertragen können.

Kroatien-Urlaub mit Hund: So schützen Halter ihre Tiere vor Parasiten

Ihr eigener Tierarzt hatte sie nach ihren Angaben im Vorfeld nicht darüber informiert – obwohl sie eigens wegen der Impfungen und der Reisevorbereitung mit ihren Hunden in der Praxis war. Der Fall zeigt, wie wichtig eine umfassende Information über mögliche Gesundheitsrisiken vor einer Reise mit Hund nach Kroatien ist. Die Empfehlungen des Fachgremiums ESCCAP Deutschland geben einen Überblick darüber, worauf Halter vor, während und nach der Reise achten sollten und welche Vorsorgemaßnahmen infrage kommen.

Für Hunde, die mit nach Kroatien reisen, sieht ESCCAP vor allem zwei relevante Risiken durch Mücken: Sandmücken und Stechmücken. Sandmücken der Gattung Phlebotomus kommen insbesondere auf den kroatischen Inseln und im Süden des Landes vor. Ihr Stich verursacht beim Hund meist nur kurzzeitig Juckreiz. Problematisch ist jedoch, dass die Mücken den Erreger der Leishmaniose übertragen können – einer schweren Infektionskrankheit.

Stechmücken sind dagegen in ganz Kroatien verbreitet. Sie können den Herzwurm Dirofilaria immitis sowie Dirofilaria repens übertragen, einen Fadenwurm, der die sogenannte kutane Filariose auslösen kann.

Vor der Reise nach Kroatien: Diese Vorsorge sollten Halter treffen

Auf Basis der aktuellen Parasitenverbreitung empfiehlt ESCCAP für Reisen nach Kroatien ein mehrstufiges Vorgehen, das rechtzeitig vor der Abreise beginnen sollte. Ein Floh- und Zeckenschutz sollte einige Tage vor der Abreise angewendet und während der Reise regelmäßig entsprechend der Wirkungsdauer des jeweiligen Präparats aufgefrischt werden. Für den Mückenschutz gegen Herzwurm gilt: Halsbänder sollten mindestens eine Woche, Spot-on-Präparate mindestens 24 Stunden vor der Abreise angewendet werden, auch hier ist während der Reise ein regelmäßiges Auffrischen notwendig.

Beim Schutz vor Herzwürmern reicht es laut ESCCAP allerdings nicht aus, sich allein auf Mückenschutz zu verlassen. Denn entsprechende Präparate können zwar Mückenstiche verhindern oder reduzieren, bereits übertragene und im Körper wandernde Larven jedoch nicht abtöten. Deshalb empfiehlt das Fachgremium zusätzlich eine vorbeugende Wurmkur: Sie sollte innerhalb der ersten vier Wochen nach der Einreise beginnen und anschließend alle 30 Tage wiederholt werden – bis einschließlich 30 Tage nach der Rückkehr.

Damit deckt sich die Empfehlung mit der Nachsorge. Je nach Lebensweise und Ernährung des Hundes kann darüber hinaus eine Behandlung gegen weitere Parasiten infrage kommen. Dazu zählen insbesondere Spul- und Hakenwürmer sowie, je nach Risiko, auch Bandwürmer.

Leishmaniose-Risiko in Kroatien: Vorsorge beginnt Wochen vor der Reise

Besonders wichtig ist die Leishmaniose-Impfung, weil sie sich nicht kurzfristig nachholen lässt. Laut ESCCAP kommt sie vor allem für Reisen auf die kroatischen Inseln und in den Süden des Landes infrage. Voraussetzung ist ein negativer Leishmaniose-Test vor der Erstimpfung. Für den vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen im Abstand von jeweils drei Wochen nötig, geschützt ist der Hund erst vier Wochen nach der letzten Dosis. Danach genügt eine jährliche Auffrischung.

Da die Impfung keinen vollständigen Schutz bietet, empfiehlt ESCCAP zusätzlich einen konsequenten Sandmückenschutz. Besonders in der Dämmerung und nachts sollten Hunde möglichst im Haus bleiben, Fenster und Türen mit engmaschigen Mückennetzen gesichert werden.

ESCCAP stuft das Risiko als real, aber saisonal begrenzt ein. In den betroffenen Regionen sind Sandmücken üblicherweise von April bis November aktiv, wobei die Saison von Jahr zu Jahr variieren kann. Die Fachorganisation empfiehlt grundsätzlich, Hunde aus Deutschland möglichst nicht in Regionen mitzunehmen, in denen Leishmaniose und andere Mittelmeerkrankheiten verbreitet sind. Wer dennoch mit seinem Hund reist, sollte die notwendige Prophylaxe deshalb frühzeitig planen.

Leishmaniose und Herzwurm: Mehrere Urlaubsregionen gelten als Risikogebiete

Laut ESCCAP selbst sind Leishmaniose und Herzwurm klassische Erkrankungen, die neben Kroatien auch in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Südfrankreich und der Türkei verbreitet sind. ESCCAP führt für all diese Länder eigene, praktisch identisch aufgebaute Länderseiten mit denselben Kategorien von Reiseempfehlungen: Floh- und Zeckenschutz, Mückenschutz, Leishmaniose-Impfung sowie Wurmkuren gegen Herzwürmer.

Das Robert Koch-Institut ordnet Leishmaniose ebenfalls den Mittelmeer-Endemiegebieten zu, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass nicht genau bekannt ist, wie hoch das konkrete Infektionsrisiko in den einzelnen betroffenen Ländern jeweils ausfällt. (Quellen: Facebook, ESCCAP, Robert Koch-Institut) (jal)